Armenien, wir kommen wieder!
Mittwoch, den 30. April - von Frankfurt nach Eriwan
Wir fliegen mit der Ukrainian Airlines nach Eriwan über Kiew. Mit einem Zeitunterschied von 2 Stunden kommen wir um 23 Uhr im Hotel an.
Donnerstag, den 1. Mai - in Eriwan
Die kleine Vorstellungsrunde findet gleich nach dem Frühstück in der Bar des Hotels statt. Eduard, der Leiter der Incoming-Agentur ist auch anwesend. Naira, die örtliche Reiseführerin kommt später dazu.
Wir beginnen mit einer Führung im Matenadaran, einem Institut, in dem armenische Handschriften früherer Jahrhunderte aufbewahrt werden. Vor dem Gebäude empfängt uns eine Riesenstatue von Mesrop Mashtot, dem Erfinder des armenischen Alphabets mit den 36 Buchstaben (3 kamen in der sowjetischen Zeit noch dazu), die die Laute wiedergeben. Von da aus können wir einen ersten Blick auf die beiden Ararats werfen.
Die St. Gregor-Kathedrale, die 2001 eingeweiht wurde, ist der zweite Stopp. Allerdings scheinen die Armenier, die sonst im Laufe der Jahrhunderte immer viel Geschmack bewiesen haben, wenn es um ihre Kirchen ging (schöne Architektur und einmalige Lagen), beim Bau dieser Kathedrale alles vergessen zu haben. Aber nichtsdestotrotz ist die Kathedrale hoch interessant.
Mittagessen am Fuße der Kaskade, den majestätischen Treppen, die in 100m Höhe und in 5 Ebenen zum Siegesplatz führen. Ein kurzer orkanartiger Sturm jagt uns von der Terrasse ins Innere des Lokals. Zur besseren Verdauung besteigt ein kleiner Teil unserer Gruppe die Kaskade J (immerhin 572 Stufen).
Der Platz am Fuße der Kaskade geht bis zur Oper und gleicht einem Open-Air Museum mit Statuen und Installationen von berühmten Künstlern aus aller Welt, darunter drei Fernando Boteros.
Die Stadtrundfahrt geht weiter vorbei an Radio Eriwan, dem Haus des Schachspielers, der Kognakfabrik Ararat, der Oper u.v.m. und durch die Geschäftsstraßen. Der damalige Stadtplaner Alexander Tamanyan, ein in Russland aufgewachsener Armenier, durfte sich hier austoben, denn Eriwan wurde nach dem Völkermord als 13. Hauptstadt Armeniens aus dem Nichts geschaffen. Anno 1917 zählte die Stadt 30 000 Einwohner, und nicht in den kühnsten Träumen hätte man sich damals vorstellen können, dass diese Stadt es je auf mehr als eine Million Bewohner bringen würde.
Der Tag endet in einer urigen Gasstätte aus dem Jahr 1869 und mit Volksmusik.
Freitag, den 2. Mai - um Eriwan herum
Wir fahren nach Etschmiadsin, der Wiege der armenisch-apostolischen Kirche. Auf dem Weg dorthin besichtigen wir die restaurierten Ruinen der Swartnoz-Kirche vor der wunderschönen Kulisse des großen und des kleinen Ararat im Hintergrund, denn die beiden sind heute fast wolkenlos zu bewundern.
Danach kommt die Kirche (7. Jh.) der Heiligen Hripsime, einer Kirche, die einer Nonne gewidmet ist, die sich den Avancen eines Adligen verweigerte. Aus Wut ließ er sie und 37 weitere Nonnen steinigen.
Nach dieser schrecklichen Geschichte wartet in Etschmiadsin der armenische Vatikan auf uns. Die armenische apostolische Kirche wurde 301 vom König Tiridates III. zur Staatsreligion erhoben. Hier in Etschmiadsin ist im 4. Jahrhundert die erste Kirche Armeniens entstanden, unter deren Altar eine ewige Flamme brennt. Auf dem Gelände sind noch eine Taufkapelle, Verwaltungsgebäude, das Haus des Katholikos (so wird der Oberhaupt der armenischen apostolischen Kirche genannt; der jetzige heißt Garegin II.), ein Museum mit dem Namen Rupen Sevak. Wir erfahren, dass Rupen Sevak einer der hundert Wissenschaftler und Künstler war, die in der Nacht vom 24. April 1915 abgeholt und ermordet wurden. Einer seiner Cousins aus Frankreich stiftete Briefe und Fotos von Rupen und seiner Familie sowie Gemälde von armenischen Künstlern, die er selber gesammelt hatte. Wir führen ein interessantes Gespräch mit einem Geistlichen, in dem uns klar wird, dass die Armenier sich über ihre Religion definieren. Höhepunkte dieser Besichtigung sind eine Lanzenspitze der Kreuzigung Jesus (allerdings gibt es 3 weitere in der Welt), und vor allem ein eingerahmtes und mit einem Kreuz versehenes Stück der Arche Noahs.
Mittagessen in einem idyllischen Gartenlokal unter Aprikosenbäumen, bevor wir zur Gedenkstätte des Völkermords von 1915 auf eine Anhöhe von Eriwan fahren. Das Museum hat gerade zu (Renovierung), aber die ganze Anlage und das imposante Denkmal an die 1,5 Millionen Opfer hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck.
Auf dem Weg zurück nach Eriwan fahren wir durch Bengladesch, ein Viertel am südwestlichen Rand der Stadt (aber innerhalb), das den Eriwanern gefühlt so weit weg erscheint, dass sie sagen, „wir fahren nach Bengladesch“.
Wir beenden den Tag mit einer Führung durch das historische Museum am Platz der Republik.
Samstag, den 3. Mai - von Eriwan nach Haghpat über den Pambak Pass
Heute geht es Richtung Nord-Osten. Von weitem am Horizont sehen wir das einzige Kernkraftwerk von Armenien. Es wurde nach dem Erdbeben von 1988 still gelegt und einige Jahre später mangels Alternativen wieder in Gang gesetzt. Bei der Gelegenheit erzählt uns Naira, dass bis 2020 Alternativenergien das Kernkraftwerk ersetzen sollten, aber dass dieses Ziel einer „mission impossible“ gleicht.
Erster Halt: Aparan mit der wohl berühmtesten Bäckerei Armeniens. Tatsächlich scheint kein Auto vorbeizufahren, ohne anzuhalten. Man steht Schlange für Brot, Süßes, Gefülltes, etc... Im Hintergrund, aber nah genug, sieht man, wie das Brot gemacht wird, z.T. fliegt der Teig buchstäblich durch die Luft! Ja, das typisch armenische Brot, das wie Crêpes aussieht, kann fliegen (!) und wird Lavash genannt. Mitten im Dorf Aparan ist eine Kirche aus dem 4. Jahrhundert unser Ziel, denn sie ist eine der ältesten Kirchen Armeniens - und die Stimmung hier ist eine ganz besondere. Naira erzählt uns, dass sie noch heute als Dorfkirche dient mit einer lebendigen jungen Gemeinde.
Wir fahren durch das jesidische Dorf Rya Taza (die Jesiden machen 1,5% der armenischen Bevölkerung aus) mit dem einzigartigen Friedhof, den man leicht an den Gräbern mit Dächern erkennt (sie sehen wie kleine Häuser aus),
Nach der Überquerung des Pambak Passes (2152m) fahren wir durch Spitak, das 1988 durch ein Erdbeben zerstört wurde. 50000 Tote und 600000 Obdachlose gab es damals. Vieles hat man wieder gebaut, jedoch nicht das Industriegebiet, so dass dieser Teil der Stadt einer Geisterstadt ähnelt.
Wir erreichen Vanadzor, der mit knapp 100000 Einwohnern drittgrößten Stadt des Landes, und Hauptstadt der Region Gori. Der Hauptplatz ist im Stil des Platzes der Republik in Eriwan. Wir halten an, einige nutzen die Zeit zum Essen, andere um durch die Stadt zu bummeln. Letztere entdecken nicht nur einen großen Markt, sondern auch, dass Polizistinnen in Uniform relativ hohe Absätze tragen dürfen.
Danach besuchen wir die Klosteranlagen in Alaverdi und Haghpat, beide in einem ähnlichen Stil im 10. Jahrhundert errichtet und beide 1966 als erste in Armenien als Weltkulturerbe anerkannt. Das Kloster Sanahin in Alaverdi hat eine Bibliothek, die architektonisch einmalig ist. Beide Städtchen sind sonst sehr Industriegeprägt, d.h. u.a. leider viele Plattenbauten in einer sonst wunderbaren Berglandschaft. Alaverdi hat ein Kupferbergwerk, das mit einer Seilbahn erreicht werden kann und ist der Geburtsort der Brüder Mikoyan. Der eine machte eine steile politische Karriere und wurde als Minister international berühmt (u.a. unter Chrustschow). Der andere stellte Flugzeuge her, vor allem die MIG-15. Der Vater der beiden war Analphabet.
Das zweite Kloster in Haghpat wartet auf uns. Eine Hochzeit hat gerade stattgefunden, so dass wir nicht umhin können, Fotos vom Brautpaar zu schießen. Vor beiden Klosteranlagen verkaufen Frauen Selbstgestricktes – von Baby-Schühchen bis Schals.
Wir übernachten im Dorf in einem schönen umgebauten Haus - mit atemberaubenden Panorama-blicken ins Tal und auf die Berge -, wo am Abend noch gegrillt wird.
Sonntag, den 4. Mai - von Haghpat nach Dilijan über den Sevansee
Wir fahren zur Festung Akhtala mit einer orthodoxen Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Zeitgleich mit uns kommt gerade eine „Horde“ von ca. 80 Georgiern an, die von unserer Gruppe als Invasion empfunden wird. Aber sie werden schnell als Bereicherung gesehen, denn die beiden Priester, die sie begleiten, halten eine kleine Andacht. Lieder ertönen vor dem Hintergrund der schönen Fresken aus dem 17. Jahrhundert (vor ein paar Jahren renoviert). Danach ergibt sich ein Austausch zwischen uns und einigen Georgiern. Am Tor verkaufen einige Kinder Steine mit Kupfer, denn auf dem Abhang hinter dem Kloster befindet sich ein Kupferbergwerk.
Zur nächsten Etappe, dem Kloster Haghartsin, fahren wir durch üppige Laubwälder über Dilijan. Das Städtchen war zu sowjetischen Zeiten berühmt. Hier konnten Schriftsteller, Komponisten und andere Künstler für einen Zeitraum von 4 Wochen verweilen und sich ihrer Kunst widmen. Nach einem Picknick im Wald erreichen wir das in einer Lichtung gelegene Kloster. Der Geistliche, der uns empfängt, ist einzig und allein für die Anlage und vor allem für das geistliche Wohl der Besucher da. Er schlägt gleich vor, für ein armenisches Gebet in die Kapelle zu gehen. Danach erzählt er uns, dass der Sheich Bin Mohammed Al Qasimi aus den arabischen Emiraten Hauptgeldgeber für die Renovierung der Anlage und vor allem des Refektoriums sei.
Die letzte Besichtigung des Tages führt zum Sevansee, zur Kapelle Sevanavank, eine der malerischsten Armeniens. Der See und die schneebedeckte Bergkette bilden von oben eine Postkarten-Kulisse. In der Nähe der Kapelle, entlang der Straße machen junge Männer für alle vorbeifahrenden Autos die Arme weit auf. Das sind Fischer, die damit zeigen, wie groß ihre Fische sind.
Nun fahren wir zurück zum Hotel nach Dilijan (Provinz Tavusch), denn der Programmpunkt mit der Kapelle am Sevansee wurde vorgezogen, um das Programm für den nächsten Tag bewältigen zu können.
Montag, den 5. Mai - vom Sevan See bis Goris über 2 Pässe à 2400m
Wir verlassen Dilijan und damit den Kaukasus wieder über den 2,2 km langen Tunnel von gestern. Auf der anderen Seite verschwinden in einer Höhe von fast 2000 m die Bäume: Die Landschaft ist laublos, aber grün. Der Sevan See ist 72 km lang und bis 35 km breit. Wir fahren am See entlang bis zu einem alten ursprünglichen Dorf mit einem schönen alten Friedhof mit sehenswerten Kreuzsteinen. Wie bereits zuvor warten Frauen mit Selbstgestricktem auf die Touristen. Diesmal allerdings stehen sie mitten im Friedhof und zusätzlich mit Wollmützen in den armenischen Farben rot, blau, orange. Eine findet eine Abnehmerin.
Wir verlassen die Ufer des Sees, um zum Selim Pass auf einer Höhe von 2410 m zu fahren. Gleich danach halten wir an einer gut erhaltenen Karawanserei, denn wir sind hier auf einem Teil der Seidenstraße. Eine armenische Familie (mit vielen vergoldeten Zähnen) ist mit Großvater und Enkelin unterwegs. Mutter und Schwester oder Freundin beginnen einen volkstümlichen Tanz nach einer aus dem Auto dröhnenden Musik. Die Autorin dieser Zeilen tanzt mit. Völkerverständigung durch Tanz!
Das Mittagessen in Yeghegnazdnor, einer Stadt (20000 Bewohner), die auch Bischofssitz ist. Mit Geld von reichen Armeniern aus dem Ausland hat der Bischof hier eine kleine Uni gegründet. Beim Essen dürfen wir eine neue Spezialität probieren: Kalbskropf, welches mit Kalb nichts zu tun hat, denn es ist ein Kraut, das in den Bergen wächst! Es wird mit Broccoli und Eiern gebraten und mit Joghurt gegessen. Sicherlich sehr gesund – und es schmeckt!
Zum Kloster Tatev, das wie immer auf einer Anhöhe mit unvergleichlichem Panoramablick liegt, sollten wir mit dem Minibus hin und mit der längsten Seilbahn der Welt (5,7 km, von Italienern gebaut) zurück. Allerdings wird diese ausgerechnet an dem Tag gewartet! So müssen wir auch zurück mit dem Minibus. Der Vorteil des Minibusses ist, dass wir sogar höher als das Kloster fahren können, um tiefe Ausblicke auf das einmalig malerische Kloster zu genießen. In der Kirche sind einige Reliquien vom Heiligen Gregor, dem Erleuchter der Armenier. Zurück nehmen wir ein junges Pärchen aus Russland mit, das sich vorgenommen hat, 2 Wochen durch Armenien zu trampen. Anscheinend eine sehr einfache Angelegenheit. Sie sind so sympathisch – und Eduard so gastfreundlich -, dass sie zum Abendessen in unserem Hotel in Goris eingeladen werden.
Das Goris Mirhav Hotel ist an an einem kleinen Fluss sehr pittoresk gelegen und gibt Ausblicke auf Hügel mit gezackten Felsformationen. Es ist auch sonst sehr geschmackvoll konzipiert und eingerichtet. Der armenische Besitzer war in einem früheren Leben Neurochirurg in Berlin und ist gerade dabei, ein zweites Haus genauso liebevoll einzurichten.
Dienstag, den 6. Mai - von Goris zurück nach Eriwan
Wir fahren dieselbe Strecke zurück bis nach Yeghegnazdnor, d.h. noch einmal über den 2344 m hoch gelegenen Vorotan-Pass. Aber vorher halten wir in der Nähe von Sissian am armenischen Stonehenge mit Steinsetzungen, die älter als 2000 Jahre sind. Es kursieren einige Theorien über Ursprung und Funktion, wovon die wahrscheinlichste die einer Sternwarte sein könnte.
Wir fahren durch eine beeindruckende Schlucht zum Kloster Noravank (13. Jahrhundert), dessen Architekt Momik als Illustrator anfing, und weil sein Augenlicht immer schlechter wurde, sich im wahrsten Sinne des Wortes - immer größeren Aufgaben widmen musste, d. h. von den Miniaturillustrationen zu den Kreuzsteinen überging, um schließlich bei der Architektur zu landen. Sponsor der Gesamtrenovierung ist ein kanadisches Ehepaar mit armenischen Wurzeln.
Ein ausgezeichnetes Essen wird uns in der Cafeteria des Klosters, die just außerhalb der Anlage entstanden ist, serviert. Nachtisch und Kaffee nehmen wir draußen im Schatten einer Weinlaube ein – ein Anzeichen dafür, dass wir vielleicht in einer Weingegend sind? Die Bestätigung kommt mit dem nächsten Dorf Areni, in welchem „alle“ Bewohner Winzer sind.
Auf der Fahrt zur Hochebene Ararat wird die Landschaft karger. Petrus ist uns nicht besonders gut gesonnen, denn das Wetter ist zwar wunderschön, aber die beiden Ararats verstecken sich hinter dem Nebel. In den Dörfern, an denen wir vorbeifahren, ragen Storchennester empor.
Das Khor Virap Kloster steht – wie üblich in hervorragender Lage – an der Grenze zur Türkei. Von oben können wir an den Stacheldrähten den Anfang des No Man’s Land erkennen – wobei Bauern, die ihre Felder in dieser Zone haben, jeden Tag zum Arbeiten die Grenze überschreiten dürfen. Die Anlage ist vor allem für die Kirche des Heiligen Gregors berühmt, denn hier ist die Ausgrabung, in der Gregor 12 Jahre vom König eingekerkert wurde. Eine lange Leiter mit 27 Stufen führt durch eine enge Passage nach unten in den Verlies, der ein Durchmesser von nur 2 m hatte. Wenn man unten ist, kann man sich kaum vorstellen, dass jemand 12 Jahre in diesem Loch hat leben können. Der König, der alles hatte, war jedoch krank, und der Gefangene, der schon längst hätte verrückt werden müssen, überlebte froh und munter. So half Gregor dem König wieder gesund zu werden. Und der König erhob die apostolische armenische Religion 301 zur Staatsreligion.
Wir fahren durch ein ehemaliges Industrieviertel von Eriwan, in dem die ganzen Industrieanlagen brachliegen.
Mittwoch, den 7. Mai 2014 - in und um Eriwan
Heute geht es 40 km nach Osten durch eine Hügellandschaft zum ionischen Tempel von Garni.
Wir fahren durch ein Dorf, wo die Erde sich ständig bewegt. Häuser und Mauern haben überall Risse (ein Haus ist sogar in zwei Teile gerissen) und die Straße weist Höhenunterschiede auf, die unseren Fahrer zwingen, höchstens 10/20 kmH zu fahren!
Das Höhlenkloster Geghard liegt am Ende einer Schlucht – wie gewohnt in Armenien sehr malerisch im Fels eingebettet neben einem Bach, der vom Berg herunter plätschert; also wieder Postkarten-reif. Über der eigentlichen Kirche, die z.T. in den Felsen hineingeht, existiert noch eine zweite Kirche, die gänzlich in den Felsen gebaut ist. Die Akustik ist beeindruckend, und wird von einem Frauen-Quintett-Chor unter Beweis gestellt.
Bereits die Römer wussten auch schon eine gute Lage zu schätzen, so hat man von der Tempelanlage von Garni – wahrscheinlich aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. einen einmaligen Panoramablick über die wunderschönen Täler und Plateaus der Umgebung. Die ganze Anlage ist allerdings mit Lautsprechern ausgestattet, so dass wir der Musik nicht entgehen können. Das römische Bad ist abgeschlossen, aber Eduard, der Besitzer der Incoming-Agentur, hat sich den Schlüssel geben lassen, so dass wir doch die Gelegenheit bekommen, die Mosaike zu sehen.
Eine Kaffee (und Schnaps!)pause bei einem Bauern rundet unseren Ausflug ab.
Jetzt geht es zurück, nicht nur nach Eriwan, sondern auch zum Ursprung der armenischen Zivilisation mit der Besichtigung der Erebuni- Zitadelle. Urartu hieß das damalige Königreich (=das Reich am Ararat) ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. , und die Exponate zeigen, wie entwickelt dieses Volk schon damals gewesen ist.
Naira, unsere örtliche Reiseleiterin verabschiedet sich von uns, denn die nächste Gruppe wartet auf sie an der georgischen Grenze. Wir besichtigen noch das Kinderkunstmuseum, das eine große Rolle in der künstlerischen Erziehung der Kinder spielt und dabei Kinderzeichnungen aus der ganzen Welt zeigt.
Noch am Rande kriegen wir mit, dass Charles Aznavour, der am 22. Mai 90 wird, am 12. Mai ein Konzert in Eriwan gibt. Da der Franzose schon seit sehr vielen Jahren seinen Wohnsitz in der Schweiz hat, ist er seit 2009 Armeniens Botschafter in der Schweiz.
Beim Abschiedsdinner wird uns noch der Chef von Radio Eriwan vorgestellt, der wohl gerade ein Buch über jene berühmten Witze aus den 70/80er Jahren geschrieben hat. Er schlägt vor, zukünftige Reisen nach Armenien mit Besichtigungen von Radio Eriwan zu ergänzen. Kein Witz!
Donnerstag, den 8. Mai - von Eriwan nach Frankfurt über Kiew
Ereinigsloser könnte kein Flug sein, auch wenn wir im Transit in Kiew 2 Stunden verbringen. Im Flughafen ist trotz der alarmierenden Nachrichten aus der Ukraine „business as usual“.
Es war eine großartige Reise, denn wenn man sein Land und seine Kultur so liebt, wie die Armenier, kann man auch als Tourist nur überwältigt sein, und selbst von dieser Liebe angesteckt werden.
Danke an Naira, Eduard und Anita Aghazarian (ECC- Studienreisen) für diese unvergessliche Reise.
Eriwan, wir kommen wieder!