Mexiko-Tagebuch einer Studienreise im Juli 2017

 

1. und 2. Tag: Anreise und Mexiko City - Ankommen in der Megametropole!

Nach einer langen, ca. 20-stündigen Anreise mit American Airlines über Dallas sind wir froh, dass wir unseren ersten Tag in Mexiko-City gemächlich beginnen können. Es ist ein Sonntag, der Verkehr ist entspannt und wir spazieren durch das schöne Viertel von Coyoacán im Süden der Stadt. Dort besuchen wir das Haus von Frida Kahlo, die als Künstlerin und Femme Fatal in den 30er und 40er Jahren hier gelebt hat und mit David Riviera, einem der wichtigsten mexikanischen Künstler seiner Zeit gewirkt hat. Eine für damalige Verhältnisse unkonventionelle Frau und Stilikone. Dennoch entdecken die Mexikaner und auch der Tourismus Frida Kahlo erst jetzt. Die Mexikaner als Identifikationsfigur und die Touristen als internationale Kulturpersönlichkeit.

Danach geht es weiter mit einer Bootsfahrt auf den Kanälen von Xochimilko. Eine großartige Sache, weil die Kanäle am Wochenende mit einheimischen Ausflüglern voll sind und auf den bunten Booten von den vorbeifahrenden Garküchenbooten mit Spezialitäten versorgt werden, und bei Marriachi-Musik und viel guter Laune den Nachmittag mit der Familie und den Freunden verbringen. Ein Spektakel und schon eine gute Portion der mexikanischen Volksseele, die wir hier erleben! Bei Gesang und Gitarrenklängen essen wir Maiskolben und Qesedias (gerollte, gebackene Maisfladen mit Käse) und freuen uns, dass wir hier sind. Trotz Zeitverschiebung und Jetlag sind wir jetzt richtig angekommen.

Am Nachmittag geht es ins archäologische Museum von Mexiko City, eines der schönsten Museen, die ich kenne. Obwohl schon in den 60er Jahren erbaut, fasziniert uns die zeitlose Architektur und sowieso die unglaubliche Anzahl und Qualität der Exponate aus dem ganzen Land. Wir konzentrieren uns auf die Azteken- und Maya-Ausstellungsräume und werden inhaltlich auf die Besuche der Ausgrabungsstätten während der nächsten 10 Tage vorbereitet. Ein gelungener erster Tag! Für ein Bier bzw. einen Tequilla an der Bar reichen unsere Kräfte aber nicht mehr, wir sind einfach zu müde!

 

3. Tag: Zocalo, Azteken und Teotihuacan - Pyramiden für die Ewigkeit

Der Jetlag weckt uns um ca. 4:30 Uhr! Dann Kofferpacken und ein ausgiebiges Frühstück. Gut, dass wir schon um 8 Uhr starten. Wir sind sehr gespannt auf das Stadtzentrum von Mexiko City. Dass Karl V. im 16. Jh. in seiner ersten wichtigen Kolonie auf dem amerikanischen Kontinent eine Kirche erbauen lässt, die größer ist als alles, was es in der spanischen Heimat und, bis auf den Vatikan, es sonst in Europa gibt, bringt uns zum Staunen! Erbaut auf der aztekischen Stadt Tenochtitlan mitten in einem See (von dem man heute aber nichts mehr sieht). Eine heute 10 Mio. Einwohner Stadt, deren weicher Untergrund auch wegen der Tektonik ständig in Bewegung ist. Unsere hervorragende Reiseführerin Costanza führt uns durch den alten Stadtteil und bringt uns in die größte und bekannteste Bäckerei, die neben hunderten der unterschiedlichsten Gebäck und Plätzchenleckereien eine ganze Etage mit Kuchenexponaten für Kindergeburtstage, Hochzeiten und sonstigen Anlässen präsentiert. Die Mexikaner lieben Süßes und sie lieben es, die großen und kleinen Anlässe zu feiern! Sehr sympatisch!

Am Nachmittag geht es in das eine Stunde entfernte Teotihuacan. Ein mystischer Ort, nicht nur weil man nicht viel über die voraztekische Kultur weiß, sondern vor allem auch, weil die Mond- und Sonnenpyramide des nur zum kleinen Teil ausgegrabenen Geländes, einer vor 1500 Jahren mit 120.000 Einwohnern großen Stadt, grandios überragen. Die Sonnenpyramide wurde erbaut, damit die Priesterschaft (als Herrscher) dem Volk von oben herab die Ehrfurcht und die komplizierten Zusammenhänge der Erdabläufe und der Götter demonstrieren. Raffinierte Machtpose oder Demut?...schwer zu sagen…

Dass die Ägypter 3000 Jahre früher ähnliche Bauwerke als Grabmäler für Ihre Pharaonen erbauten, zeigt uns, dass die Menschen zu allen Zeiten und auf allen Kontinenten mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf Zeit, Geld und Menschenleben, Nähe zu den Göttern – zu Gott – herzustellen versuchten und den wichtigen Fragen des Woher und des Wohin nachgingen. Wir sind gespannt auf die nächsten Tage und wie die Maya diese Fragen für sich beantworten haben…

Am Abend geht es per Flug von Mexiko City nach Tuxtla Gutierres in der Region Chiapas. Wir überbrücken diese Strecke mit dem Flugzeug und verzichten auf die mehrtägige lange, aber bestimmt auch interessante Fahrt mit dem Bus (ca. 1000 km) über Puebla und Oaxaca, zugunsten einiger freien Tage in Playa del Carmen, die wir so am Ende der Reise eingespart haben. Ein wenig Entspannung am Ende der Reise sollte halt auch sein.

Zum Wetter: Zwei sonnige, ca. 25 Grad warme und trockene Tage in der Hauptstadt. Am Abend jeweils ein wenig Regen. In Chiapas und auf Yucatan erwarten uns bestimmt wärmere Temperaturen und eine höhere Luftfeuchtigkeit.

 

4. Tag: Naturwunder und spanisches Kolonialflair im Chiapas-Gebiet

Verlängert man die Rocky Mountains in den USA nach Süden, gehen sie in die Siera Madre Oriente und Occidente über. Auf dem Hochplateau liegt u.a. Mexiko City. Am Isthmus, der schmalsten Stelle, fällt das Gebirge ab und geht ins Tiefland über – der Halbinsel Yucatan. Hier hat die Natur im Laufe der Jahrmillionen einen Canyon in den Kalkstein gegraben, der an seiner höchsten/tiefsten Stelle 750 Meter bis zur Wasserlinie des Grio Grijalba abfällt, dann nochmal 250 Meter tief bis zum Grund des Flusses. Durch diese ein Kilometer tiefe Schlucht ging es heute per Motorboot! Reiher, Ibisse, Aaßgeier, Pelikane, Spinnenaffen und Krokodile sind auf der ca. 2-stündigen Fahrt bis zum Staudamm und zurück zu sehen. Ein wunderbarer morgentlicher Einstieg in unseren 4. Tag, ein spektakuläres Naturerlebnis im grandiosen Sumidero-Canyon.

Die 2. Hälfte des Tages verbringen wir in San Cristobal de las Casas, eine wunderschöne spanische-mexikanische Stadt im Hochland. Viel Atmosphäre durch den spanischen Baustil, der schönen Kirchen und des Zocalos. Kein Wunder, dass sich hier die Wege vieler Aussteiger, Künstler, Hippies und Touristen kreuzen. Unser Hotel ist ein altes Wohnhaus im Zentrum der Stadt. Eine perfekte Unterkunft mit viel Flair. Die kühlen Temperaturen sind sehr angenehm.

Von San Cristobal de las Casas hat die politische Kunstfigur des Subcommandante Marcos, in den 90er Jahren den zapatistischen Aufstand gegen die Regierung geleitet.

 

5. Tag: Katholische Kirche trifft auf die Maya-Kultur

Fährt man von San Cristobal de las Casas in das nächste Tal, kommt man nach San Juan Chamula. In der Kirche von Chamula können die Reisenden beobachten und auch nachvollziehen, wie sich die spanischen Dominikanermönche und die katholische Kirche der Maya-Bevölkerung im 16. und 17. Jh. religiös-kulturell genähert haben. Eine Maya-Bevölkerung, die an ihre Traditionen und dem Geisterglauben sowie den starken Hierarchien der kommunalen Gemeinschaft festhält. In der Kirche von Chamula gibt es keine Bänke, keinen Altar, keine Kreuze an der Wand, keinen Gottesdienst, sondern nur Heiligenfiguren. Die einheimischen Maya kommen je nach „Bedarf“ und familiärer Probleme in die Kirche und zünden auf dem Boden und auf Kiefernadeln sitzend bis zu 100 bunte Kerzen an, um in einer Zeremonie, die mit einem „Pulsmann“ oder einem Tieropfer durchgeführt wird, „Heilung“ zu erfahren. In der Regel ist das Tieropfer ein Huhn, dem der Hals umgedreht wird. Aus römisch-katholischer Sicht eigentlich ein absolutes NO GO und völlig absurd sich auf solche Glaubenskonzessionen einzulassen, oder doch eben pragmatisch sinnvoll! Oder alles miteinander! Maya-Resistance gegenüber der Katholischen Kirche….gleichzeitig aber auch klug und geduldig handelnde Dominikanermönche und Bischöfe. Vielleicht dient dieses Beispiel sogar als Sinnbild und Vorbild des Widerstands auf der einen Seite und des gemeinsamen Miteinanders auf der anderen Seite für so viele andere religiös-kulturelle Konflikte. Ein kleiner Ausschnitt, ein Fragment der Kolonialgeschichte und des Synkretismus, der unsere Reisegruppe sehr beschäftigt hat.

Im nächsten Tal liegt der Ort Zinancantan, auch traditionell, aber durch seinen internationalen Blumenexport sehr wohlhabend. Auch hier hat sich die katholische Kirche nicht ganz durchgesetzt, so dass das spirituelle Leben als Synkretismus zwischen der römischen Tradition und dem alten Maya-Glauben verschmolzen ist. Dennoch nicht ganz so extrem wie in Chamula.

Am Nachmittag fahren wir inklusive Mittagspause ca. 8 Stunden in den tiefen Regenwald nach Palenque, der legendären Mayastadt des Königs Pacal. Wir sind voller Vorfreude auf morgen!

 

6. Tag: Wir haben die Ehre, Eure Majestät König Pacal

Wir haben Glück! Der Regengott Chaac ist uns wohlgesonnen. Die untere Schicht der dunklen Wolken löst sich am Morgen als Nebel über dem Regenwald auf und eine dünne, sehr hoch liegende Schicht an Stratoswolken schützt uns vor der heißen Sonne. Die vielen Städte der Mundo Maya (über 130!) im heutigen Mexiko, Guatemala, Belize und Honduras waren mit Straßen vernetzt, man trieb Handel und hat sich ab und zu auch bekriegt. Kurios für uns, aber Palenque war nur eine von zwei Maya-Städten, in denen Grabanlagen gefunden wurden. Eine Stadt mit damals ca. 100.000 Einwohnern, großen Maisterrassen, einem Palast, eine Grabpyramide, Tempel und noch viele weitere Gebäude im Regenwald, die heute allerdings nur zum Teil oder noch gar nicht freigelegt wurden. König Pacal der Große war eine prägende Figur und uns bis heute durch seine Grabpyramide bekannt. Er ist wohl der bekannteste Maya-Konig überhaupt. Er starb 80-jährig im Jahr 683. Erst 1949 wurde Palenque wieder entdeckt und 3 Jahre später fand man die Krypta Pacals unberaubt unter der Pyramide. Wir haben uns 4 Stunden für diese prominente Anlage und das feine Museum Zeit genommen! Großartig!

Der Nachmittag ist für unsere Gruppe komplett frei. Das ist nach dem intensiven Besuch von Palenque genial!

Warum die Maya den Regengott Chaac so verehrten, wurde uns am Nachmittag eindrucksvoll vorgeführt. Ein 3-stündiger tropischer Regenguss mit Donner und Blitz hat uns weltreisende Europäer ziemlich klein werden lassen. Chaac, bitte blitze und donnere das nächste Mal etwas weniger!

 

7. Tag: Campeche – Die Spanier kommen!

Nur gut 30 Jahre nach Columbus kamen die Spanier unter der Führung des Konquistador Francisco Hernández de Córdoba von Kuba an den Golf von Mexiko zur Halbinsel Yucatan und gründeten etwas später 1526 das Städtchen Campeche. Einstöckige Häuschen wurden im Schachbrettmuster angelegt. Zu Hause in Spanien waren die Häuser weiß getüncht, in den fernen Kolonien durften sie bunt sein. Später zog man um die Stadt eine 4 Meter hohe Mauer, um die blühende Wirtschaft und den Reichtum vor Piratenangriffen zu schützen. Weil sich die Anlage und Struktur der Stadt seitdem kaum verändert hat, hat die UNESCO hier ihr Welterbesiegel vergeben.

Campeche ist für unsere Gruppe wie eine 500-jährige städtebauliche Zeitreise in die ersten Jahre der Kolonialgeschichte. Wie überall auch in Mexiko sind die Kulturdenkmäler top in Schuß, werden gepflegt und werden zum Teil künstlerisch-effektvoll beworben. In Campeche zum Beispiel mit einer großartigen Multimedia-Show, die mit 5 Projektoren auf das 40 m breite Bibliotheksgebäude am Zocalo projeziert wird. Campeches Geschichte vom Urknall bis zur Gegenwart! Einfach toll! Findet jeweils freitags und samstags um 20 Uhr statt und begeistert Touristen genauso wie die Einheimischen.

Mit unserem sehr guten Hotel direkt an Campeches Altstadtrand fast direkt am Meer, können wir die Stadt auch am Abend sehr leicht erreichen, um in einer der netten Bars auf den Geburtstag einer unserer Reiseteilnehmer anzustoßen.

Es gibt noch eine nette Anekdote unserer Reiseleiterin zum Namen Yucatan, also die Halbinsel auf der wir uns befinden. Als sich hier die Spanier und die Maya in den 1510er Jahren zum ersten Mal begegneten und sich nur mühsam verständigen konnten, antworteten die Maya auf die Frage der spanischen Eroberer, „wo sie denn seien“ mit: „Yuk ak katán“. Na ja, im Verhältnis zu Columbus Annahme nach Indien gesegelt zu sein nur ein kleiner Lapsus! Auf Maya-Slang bedeutet Yuk ak katán soviel wie „Ich verstehe deine Sprache nicht“. Immerhin, dieses Mißverständnis hat sich 500 Jahre gehalten!

 

 

8. Tag: Uxmal, Hacienda und Merida – 8. Jh., 18. Jh. und 21. Jh. – Viva Mexico!

Die Maya-Architekten haben sich auch in Uxmal etwas einfallen lassen. Pyramide, Palast, Templo Mayor, ein Ballspielplatz und noch viele andere Gebäude. Flache lange Verwaltungsgebäude mit Reliefwänden und Geisterfrazen, die einen anstarren. Überhaupt sollte man in Mexiko vom Betrachter zum Betrachteten werden und sich von den fiesen, angsteinflösende, steingesichtigen Göttern ansehen lassen! Das zeigte nicht nur bei der früheren Maya-Bevölkerung Wirkung, sondern beindruckt auch noch heute.

Kurios sind übrigens die Spielregeln des Ballspiels der alten Maya! Einigkeit scheint es bei den Fachleuten nicht ganz zu geben, es gibt nämlich verschiedene Erklärungsansätze, von denen mir folgender am besten gefällt. Demnach sollte der Ball auf einem ca. 40-50 m langen und 20-30 m breiten Spielfeld in die zwei auf der Längsseite auf ca. 3-4 Meter Höhe angebrachten Ringe durchbuchsiert werden….nicht mit der Hand oder mit dem Fuß, nein mit der Hüfte?! Der Ringdurchmesser ist wohlgemerkt nicht viel breiter als der Ball. Man kann sich vorstellen, dass bei diesem Sport kaum „Tore“ gefallen sind! Es musste eigentlich ein todlangweiliges Spiel gewesen sein, wenn da nicht die besondere Regel bestanden hätte, das der Torschütze als Held ehrenvoll nach dem erfolgreichen Hüftstoß durch den Ring geopfert wurde! Dies war eine ganz besondere Ehre, die nur den Besten zu Teil wurde. Vielleicht würde diese Regel so manche todlangweilige Sportart auch heutzutage durchaus interessant werden lassen - man denke an Cricket, Baseball, Billard, Syncronschwimmen. Sie hätte auch den ein oder anderen nervenden Superstar längst ins Jenseits gebracht.…..wie oft hätte man etwa Mr CR7 - Cristiano Ronaldo schon ehrenvoll opfern können….

Wie gesagt, es gibt zu dem Maya-Ballspiel viele Erklärungsversuche, je nach Ort wurde es wahrscheinlich auch mit unterschiedlichen Regeln gespielt und war sicherlich auch weniger als Sport, sondern als kultisches Ritual gedacht.

Seitdem in den 1970er Jahren Kunststoff-/Nylonfasern, die aus der Agave gewonnen Sisalfaser ersetzt, ist die für Yucatan seit dem 18. Jh. so wichtige Sisalproduktion zum Erliegen gekommen. Die heutigen Touristen können sich jedoch in einer ehemaligen und sehr gut erhaltenen bzw. wiederaufgebauten Sisal-Hacienda einen Eindruck machen, unter welch harten Bedingungen, viel Schweiß und Manpower die Verarbeitung stattgefunden hat und zu wieviel Reichtum dies für die Besitzer geführt hat. Ein lohnender Besuch für unsere Gruppe, nicht zuletzt auch, weil wir uns in der haciendaeigenen Cenote, einem unterirdischem Frischwasserspeicher, der durch Erosion erstanden ist, erfrischen konnten.

Vom 18. Jh. ging es dann in die Gegenwart nach Merida. Es ist Samstagabend, Livemusik und pulsierendes Leben am Zocalo. Die Mexikaner nutzen den etwas kühleren Abend und gehen aus! Fröhliche Gesicherter und ausgelassenen Stimmung, wir mitten drin. Toll, dass wir ein Hotel gleich zwei Straßen vom Zocalo entfernt haben.

 

9. Tag: Celestun – das Mangroven-Naturparadies am Golf

Von Merida fahren wir ca. 1½ Stunden in das Naturschutzgebiet von Celestun. Das Wasser der Lagune ist hier so flach und vom Säure-Basengehalt und dem idealen Nährboden des Brackwassers und der speziellen Algen so beschaffen, dass hier von März bis August Hunderte und Tausende von Flamingos brüten. Mit dem Boot konnten wir relativ nah an die Tiere heranfahren. Die Lagune von Celestun ist ca. 100 bis 200 m breit und an den Seiten mit Mangrovenwäldern bedeckt. Für uns war die Fahrt durch den Mangrovenwald ein ganz besonderer Höhepunkt, wie ein Eintauchen in eine stille Fantasiewelt, die man so selten zu sehen bekommt…..ganz großartig!

Bei Magarita und gegrillten Fischköstlichkeiten verbringen wir dann die Mittagspause am Strand am Golfs von Mexiko. Die ca. 3½-stündige Busfahrt bis nach Chichén Itzá war mit den herrlichen Eindrücken der Flamingos, Pelikane, Kormorane, Fischreiher und dem Mangrovenwald sehr kurzweilig.

Wunderschön ist unser Hotel Mayaland gleich neben dem Ausgrabungsgelände von Chichén Itzá, das wie ein Botanischer Garten mit Bungalows gestaltet ist. Wir genießen den Abend hier sehr.

 

10. Tag: Die Maya konnten nicht schwimmen…

…und wurden als Opfer für die Götter in die tiefen Cenoten geworfen. Der poröse Kalksteinuntergrund Yucatans ist durch ein endloses Höhlensystem miteinander verbunden, in dem das Grundwasser steht. An einigen Stellen gibt es Durchbrüche, die von der Oberfläche bis zu 20 Meter in die Tiefe reichen, die sogenannten Cenoten. Für die alten Völker Yucatans praktische Trinkwasserspeicher und Opferstellen zugleich, für Höhlenforscher und Taucher spannende Unterwasserwelten und für die einfachen Touristen eine spektakuläre Badeattraktion. Bevor unsere Gruppe allerdings das Vergnügen hat, steht uns eine ca. 3-stündige, ausführliche und schweißtreibende Besichtigung von Chichén Itzá bevor. Eine bombastische Ausgrabung und durch die Nähe zu Cancun und Playa del Carmen, der archäologische Touristen-Hotspot Mexikos!

Was auch in Chichén Itzá auffällt: hier gibt es keine große Identifikationsfigur, keinen großen Herrscher. Bis auf Palenque mit Pacal und den Aztekenherrscher Moctezuma II gibt es im antiken und mittelalterlichen Mexiko keine ganz großen Namen der hier ehemals ansässigen Völker. Keine Namen wie Ramses II, Darius, Alexander der Große, die der vielen römischen Kaiser oder die der vielen Königsgeschlechter im europäischen Mittelalter, kein Name wie Dschingis Khan oder der bekannten Namen unserer vorchristlichen Hochkulturen im mesopotamischen Raum. Nada! Die Könige haben (fast) keine großen Grabmäler und Inschriften mit ihren Taten hinterlassen. Keine großen dynastischen und über viele Jahrzehnte und Jahrhunderte herrschenden Familiengeschlechter, trotz herrlicher und überwältigender Städte der vergangenen Olmeken-, Mixteken-, Azteken- und Maya-Kulturen. Auch an dieser Stelle für uns ein mexikanisches Kuriosum, das vielleicht darauf hindeutet, dass die damaligen Götter für alle Menschen, auch für den König, die wichtigste Instanz waren.

Für unsere Gruppe soll es das nun mit den Kulturdenkmälern während unserer spannenden Mexikoreise gewesen sein! Wir danken unserer kompetenten, einfühlsamen, humorvollen und auf alle unsere Wünsche eingehenden Führerin Costanza sehr! Ohne sie wäre unsere Reise nur halb gelungen, keine Frage blieb offen.

Gerne würden wir in Zukunft auch nach Guatemala, Honduras, Belize, El Salvador und die anderen Regionen Mexikos reisen, um noch mehr von der Maya-Kultur kennenzulernen. Aber jetzt geht es erst einmal nach Playa del Carmen in unser Strandhotel, wo wir einige freie Tage und das karibische Meer genießen wollen.

 

11-14. Tag: Karibikträume in Playa del Carmen

Von Cancun bis nach Playa del Carmen werden für die Touristen in den hunderten von Hotels Karibikträume wahr. Was für uns Europäer Mallorca, die Kanarischen Inseln, Antalya oder das Rote Meer, ist für die Amerikaner der ca. 60 km lange Küstenstreifen am nordöstlichen Ende Yucatans an der Karibik. Weißer, feinsandiger Strand, türkisfarbenes Wasser mit wunderschönen bunten Fischen, garantierte 30 Grad (mit hoher Luftfeuchtigkeit), üppige Vegetation, hervorragendes Essen und exotische Cocktails. Wir genießen unsere freien Tage und arrangieren uns mit der Badetouristenanimation und dem Savoir-Vivre á la Americaine.

Die Mexikaner sind perfekte Gastgeber, die uns in ihrem abwechslungsreichen und interessanten Land auf das Herzlichste willkommen geheißen haben. Von der innenpolitischen, für viele Mexikaner bestimmt auch schwierigen Situation, haben wir während unserer Gruppenreise nichts gespürt und konnten uns auf die kulturellen, landschaftlichen Schönheiten und kulinarischen Spezialitäten konzentrieren. Wir kehren mit tollen Eindrücken eines spannenden Landes nach Hause!