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ROM im Juli


"Schon vom 2.Jahrhundert an kamen die Gläubigen nach Rom, um die Siegeszeichen der beiden Apostel Petrus und Paulus an Ort und Stelle, dort, wo sie gehütet wurden, mit eigenen Augen zu sehen und zu verehren. Man pilgerte zur Kirche von Rom, um seine königliche Würde zu schauen und zu erleben. Im 4.Jahrhundert nimmt im Abendland die Pilgerfahrt nach Rom den hervorragendsten Platz ein unter den verschiedensten Wallfahrten, ähnlich und im selben Geist unternommen wie im Orient die Pilgerfahrt nach Jerusalem, wo man das Grab des Herrn hütete." So schreibt schon Papst Paul VI. in seiner Ankündigungsbulle des Heiligen Jahres 1975.

Pilgerfahrten symbolisieren das Leben, führen Menschen zu Orten, "deren Boden heilig ist", sie stärken die Gemeinschaft der Gruppe. Dies konnte auch eine 19 Personen starke Religionslehrer/innengruppe aus dem Bistum Speyer in der Zeit vom 15. Bis 20. Juli erleben. Die Pilgergruppe aus Speyer unter Leitung von Birgitta Greif hatte keine Probleme mit der Schwerpunktsetzung in Rom, denn das Programm folgte dem klassischen Pensum der Rompilger des 7. Jahrhunderts: San Pietro in Vaticano, San Giovanni in Laterano, Santa Maria Maggiore, San Paolo fuori le Mura, Santa Croce in Gerusalemme, San Lorenzo fuori le Mura und San Sebastiano fuori le Mura.

Wofür der mittelalterliche Pilger einen Tag Fußmarsch benötigte, brauchte die Gruppe fünf ganze Tage zu Fuß, per Bus und per Metro, was bei im Schnitt 33 Grad Celsius Temperatur eine sehr schweisstreibende Angelegenheit war. Trotz der Hitze musste aber niemand aus der Gruppe Durst leiden, denn in Rom ist ein ganz besonderer Luxus zu genießen. Kühles Trinkwasser wird überall in der Stadt frei Haus und in allerbester Qualität geliefert von den über 2500 Trinkwasserbrunnen, die sich über das ganze Stadtgebiet verteilen. Eine Abkühlung der ganz anderen Art gab es in der ältesten Eisdiele Roms im Palazzo del Freddo, in der Via Principe Eugenio, die mit unzähligen Eissorten jedes eisbegeisterte Herz höher schlagen lässt. Auch vom Pizza-, Pasta- und Aperol Angebot der örtlichen Gastronomie machte die Gruppe regen Gebrauch.

Keine andere Stadt der Welt war so lange, so mächtig und so glanzvoll Mittelpunkt der Welt wie Rom. Die gebräuchliche Bezeichnung als Ewige Stadt stammt bereits aus vorchristlicher Zeit und lässt sich bis Vergil zurückverfolgen. Heute ist Rom berühmt vor allem als Weltstadt mit internationalem Gepräge, als Metropole für Künste und Wissenschaften, sowie als Zentrum der katholischen Kirche. Rom bietet, wie keine andere Stadt, eine derart große Zahl an frühchristlichen und anderen Bauwerken, dass es in der Regel schwer fällt, das Programm für nur wenige Tage nicht überzustrapazieren.

Neben den 7 Hauptpilgerkirchen durften die einzige gotische Kirche, Santa Maria sopra Minerva, in unmittelbarer Nähe zum Pantheon und die beiden Jesuiten Kirchen San Ignazio und Il Gesu, die Mutter aller Barockkirchen nicht fehlen. Il Gesu zeigt mustergültig die barocke Idee der Herausarbeitung des Raumes. Neu an dieser, dem sogenannten Jesuitenstil begründeten Bauweise ist die Verbindung des Zentralbaus mit Langhaus zu einem längsgerichteten Kuppelbau.

Von kaum einem Rombesucher übersehen wird die Kirche San Pietro in Vincoli, oberhalb des Kolosseums. Gleich neben dem Eingang im linken Seitenschiff befindet sich das Grabmal des gelehrten Nikolaus von Kues, das aber leider wegen Renovierungsarbeiten nicht frei sichtbar war. Seine Berühmtheit verdankt die irche aber nicht dem deutschen Philosophen von Kues sondern in erstet Linie dem Grabmal Michelangelos für Papst Julius II. Die zentrale Gestalt des Grabmals ist die kolossale Sitzstatue des Moses, der als alter Mann mit immer noch muskulösen Armen dargestellt ist. Hörner krönen sein Haupt, die auf  Grund eines Übersetzungsfehlers zum Zeichen für die göttlich erleuchtete Stirn des Moses wurden. 

Für die Kunstliebhaber in der Gruppe durften die in verschiedenen Kirchen frei zugänglichen Bilder des Hell- Dunkelmalers Caravaggio auch nicht fehlen. Die Architekturinteressierten begeisterten sich insbesondere für das Jugendstilviertel Quartiere Coppedie mit der Piazza Minco, ihrem Fröschebrunnen, dem Spinnenpalast und dem Feenhaus. Dieser Platz stellt ein wirkliches Unikat dar. Selbstredend rundeten  berühmte Brunnen und Plätze, sowie das Nationaldenkmal, das Kapitol, das jüdische Viertel u.a.m. den besichtigungsmarathon mit täglichen ca 12km Fußmarsch ab.

Rom ist und bleibt eine Stadt voller Überraschungen, man muß nur die Augen öffnen. Am Ende der gemeinsamen Woche war sich die Gruppe einig, es muß eine Fortsetzung, Rom Teil II geben.

Link zur Bistumsseite: Ich muß nach Rom (Paulus in der Apg 19,21) | Bistum Speyer

Wir möchten uns bei unseren Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern sowie deren Teilnehmern ganz herzlich für die tollen und umfassenden Reiseberichte, Tagebücher, Gedichte und Gedanken zu den Reisen bedanken!