Studienreise nach Umbrien und Rom im Juni 2016

Umbrien und Rom
9 Tage „Etrusker und Mittelalter – das grüne Herz Italiens“

 

 

 

 

Assisi

 


vom 13. bis 21. Juni 2016
unter Leitung von Brigitte Schiele
berichtet von den Teilnehmern

1.Tag: Montag, 13.06.2016

Heute sollte unsere Reise nach Umbrien und Rom beginnen.

Die Teilnehmer wurden ab 7.30 Uhr in Schriesheim und anschließend an verschiedenen Einstiegstellen eingesammelt. 

Kaum waren wir auf der A 5 Richtung Frankfurt-Flughafen, machte ein Pkw-Fahrer unsere Busfahrerin darauf aufmerksam, dass der Bus einen platten Reifen hätte. Oh Schreck!

Langsam rollten wir auf dem Standstreifen zum nächsten Parkplatz, ein Ersatzbus wurde angefordert, der auch nach ca. 45 Minuten kam. Koffer umladen und hoffen, dass kein Stau uns mehr aufhält. So kamen wir statt um 9.45 Uhr erst um 10.40 Uhr am Alitalia-Schalter im Terminal 2 an – es reichte noch zum rechtzeitigen Einchecken. Der Flug verlief ohne Probleme, und wir landeten pünktlich in Rom, wo uns unser Busfahrer Massimo erwartete. Die Fahrt nach Assisi sollte etwa 3 Stunden betragen.

Kurz vor Assisi an der Kirche Santa Maria degli Angeli trafen wir unsere Reiseleiterin für Umbrien, Elena Benuzzi, die gleich einen sehr guten Eindruck auf uns machte. Vor Betreten des Platzes vor der Basilika wurden wir auf Waffen, Messer usw. kontrolliert. Dann erzählte uns Elena einiges aus dem Leben des Hl. Franziskus.

Franziskus von Assisi hieß eigentlich Giovanni. Aber weil er von seiner Mutter Pica, einer gebürtigen Französin, schon früh deren Muttersprache erlernte, rief man ihn Francesco. Sein Vater war ein wohlhabender Tuchhändler in Assisi. Als Francesco heranwuchs, fielen bei ihm Sangesfreude, Gewandtheit und Lebenslust besonders auf. Mit Vaters Einverständnis gedachte er, sich zum Ritter hoch zu dienen. Die fromme Mutter freilich sah ein anderes Ziel für ihren Sohn. Im Kampf für seine Vaterstadt geriet Franziskus in Gefangenschaft. Als er einige Jahre später wieder in seine Heimat zurückkehrte, befiel ihn eine schwere Krankheit, die bereits seine Lebenswende vorbereitete. Zwar gab er sich noch einmal dem gewohnten Treiben seiner Jugend hin, aber er konnte dem keinen Reiz mehr abgewinnen. Allerdings wusste er zunächst diese Veränderung nicht zu deuten. Ein seltsamer Bettler. Die große Wende kam, als er sich einmal voll Ekel von einem Aussätzigen am Weg abwandte und ihn dann plötzlich heißes Erbarmen mit dessen Elend packte. Es trieb ihn nun, solche besonders Arme zu pflegen. Das bezeichnete er selbst als den Anfang seiner Bekehrung. Von da an ging er einsame Wege, fern von seinen früheren Gefährten. Alles wollte er nun hergeben. Sogar sein eigenes Pferd! Kostbare Stoffstollen seines Vaters verkaufte er und gab das Geld den Armen. Er baute sich selbst eine Hütte als Wohnung in der Nähe der verlassenen Portiunkula-Kapelle bei Assisi. Diese und andere verfallene Gotteshäuer besserte er aus.  All das brachte den Bruch mit dem Vater, der vergeblich versuchte, den Sohn von seinem Weg abzubringen. Als der Vater seinen Besitz zurückverlangte, zog Francesco sich vor allen Leuten nackt aus und gab dem Vater seine Kleider zurück. Nur dem himmlischen Vater wollte er noch leben. Im Gegensatz zu den Minnesängern seiner Zeit warb er um die „Donna Armut“ als seine Braut. Im Bettlergewand pflegte er Aussätzige und half mit bei den Dienstleistungen des Alltags. Nach diesem zweiten Beginn seines neue Lebens kam noch ein drittes Erlebnis hinzu: 

In der Portiunkula (=kleiner Fleck/Portiönchen)-kapelle hörte er das Evangelium von der Aussendung der Jünger, Matth. 10, 5-15. Das packte ihn so, dass er es dem Wortlaut getreu ausführen wollte. Nun kam zum Helfen mit der Hand das Helfen mit der Verkündigung des Evangeliums. In schlichter, herzgewinnender Weise predigte er von Christus und lud zur Umkehr ein. Sein Lebensunterhalt waren Früchte des Waldes und Geschenke, die man dem Bettelnden reichte. Spott und Hohn ertrug er ebenso demütig wie den Fluch seines Vaters. Die Legende schmückte den wandernden Heiligen mit einem Kranz von Erzählungen. Ein Bettelorden entsteht.  

Elf  Brüder fanden sich, die gleich ihm Christus nachahmen und sich mit der Armut vermählen wollten. Bald wurden es immer mehr, die sein Vorbild der Einfachheit und Sanftmut anzog.  So stellte Franziskus schließlich eine Lebensregel auf mit den Worten der Bibel über Armut, Selbstverleugnung, Kreuztragen und Wanderpredigt. Im Gegensatz zum üblichen Streben nach Reichtum sollten seine Brüder sich Minoriten nennen (Ordo fratrum minorum= O.F.M.). Von Almosen sollten sie leben und Liebe üben. Eine neue Form des Mönchtums entstand. Sie sollten sich nicht hinter Klostermauern zurückziehen, sondern zu praktischer Hilfe und Predigt zu den Menschen gehen, nicht in einsame Täler, sondern mitten in die Stadt. 1210 pilgerte Franziskus nach Rom, um seine Bruderschaft vom Papst bestätigen zu lassen.  In einer denkwürdigen Szene standen sich der mächtigste Papst aller Zeiten, Innozenz III. und der arme Bettelmönch gegenüber. Der Papst wies ihn zuerst ab, als er Franziskus im dreckigen Bettlergewand sah: „Geh wieder in die Hundehütte, wo du hergekommen bist!“ soll er gerufen haben. Franziskus besorgte sich daraufhin eine Hundehütte und legte sich damit vor den Eingang des Papstpalastes. Alle Besucher regten sich darüber auf, so dass der Papst ihn am dritten Tag rufen ließ und ihm die Erlaubnis zur Ordens-Gründung  gab. Der Legende nach – wie in der Kirche San Francesco von Giotto dargestellt, soll der Papst geträumt haben, dass ein Mann die einfallende Papstkirche am Umfallen hindern wird – nämlich  dieser Bettelmönch, der sich trotz des krassen Gegensatzes zum unbedingten Gehorsam gegen Rom verpflichtete.

Für die Portiunkula-Kapelle erhielt er die Erlaubnis vom Papst, hier einmal im Jahr einen kostenlosen Sündenablass zu gewähren. Damit wurde die Kapelle zur Pilgerstätte. Nach langer schwerer Krankheit stirbt Franziskus am 3. Oktober 1226 einige Meter von Portiunkula entfernt in der Krankenstube des primitiven Konvents. Hier wurde die Cappella del Transito errichtet  auf der rechten Seite in der Apsis der Basilika.

Nur zwei Jahre nach seinem Tod 1228 wird Franziskus von Papst Gregor IX., der ihn noch selbst gekannt hat, heiliggesprochen.

Die Basilika Santa Maria degli Angeli, ein 115 m langer und 64 m breiter Kuppelbau, wurde ab 1569 von Galeazzo Alessi für die riesigen Pilgerscharen errichtet, die zur Portiunkulakapelle (in der Vierung) und der Sterbezelle des hl. Franziskus (Cappella del Transito) strömten und es noch immer tun. Elena machte uns noch auf eine Besonderheit aufmerksam. In dem kleinen Garten östlich der Sakristei verloren – so die Legende – die Rosen bei einer Bußübung des Heiligen ihre Dornen. Es gibt sie immer noch, die Rosen ohne Dornen.

Nach der Besichtigung führen wir zu unserem Quartier für die nächsten 6 Tage: das Hotel „La Terrazza“ in Assisi, wunderschön gelegen.

Das Abendessen enttäuschte uns etwas, wir hatten uns typische italienische Köstlichkeiten erhofft. Ein Grappa an der Bar (wenigstens ein typisch italienischer Genuss)  musste uns dann etwas versöhnen.

Brigitte Schiele

 

Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne, welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:
Von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast du sie gebildet, klar und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteres und jegliches Wetter, durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Feuer, durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark.

Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns erhält und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.

Gelobt seist du, mein Herr, durch jene,
die verzeihen um deiner Liebe willen und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt.

Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.
Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobt und preist meinen Herrn
und dankt ihm und dient ihm mit großer Demut.

2. Tag: Dienstag, 14.06.2016

Besichtigung von Assisi 

Um 9 Uhr war Start bei schönem Wetter am Stadttor. Einige unserer Gruppe gingen zu Fuß zum Treffpunkt, die anderen fuhren mit dem Kleinbus dorthin. Es erwartete uns die Führerin Elena, wir gingen durch die Porta Nuova aus dem 14. Jh. in die Altstadt, wo die Gebäude nicht sehr hoch sind. Die Häuser sind einheitlich gebaut, und wir hatten eine schöne Panorama-Aussicht in die Landschaft mit vielen Olivenhainen.

Dort im Clara-Kloster nebenan leben heute  40  Clarissinen in Klausur, es sind junge Frauen und sie leben von der Welt abgeschieden. Am Kloster ist auch eine Kirche.

Clarissinen haben sich hier aus vielen Ländern niedergelassen, beeinflusst von Clara und Franziskus. Es ist ein Leben in Armut für Arme. Anhängerinnen bleiben eingesperrt,   aus religiösen Gründen. Franziskus war von Christus inspiriert, 

„Bau meine Kirche wieder auf“ – war das Motto der Gegenreformation – hier von Assisi aus.

Wir gehen von der Altstadt  500 m bergauf zur Burg, gebaut im 14. Jh, oben am Hügel befindet sich die Basilica di San Francesco. Vom Erdbeben 1997 wurde sie schwer beschädigt, beschädigt  wurde auch die Altstadt. Das Deckengewölbe der Oberkirche mit den berühmten Fresken war eingestürzt. Risse im Mauerwerk sind zu sehen. Kleine Kapelle erinnert an den hl. Franziskus aus seiner Lebenszeit. In  dieser Kapelle (Santa Chiara) sehen wir ein Kruzifix des Franziskus – Wechsel zwischen leidendem und triumphierendem Christus. Botschaft dahinter ist, der triumphierende Christus steht als Symbol der Auferstehung und Überwindung des Todes. In der Krypta ruhen die Gebeine von Clara.

Mit Franziskus und Clara, die historisch nachweislich lebende Personen waren, bekam der christliche Glauben menschliche Züge. Christus  ist in Verbindung mit Franziskus Mensch geworden, hat gelitten, sich dem Leben in Armut hingegeben. So ist er für die Kirche als wichtige Autorität der Glaubensvermittlung geworden, besonders in der Gegenreformation. In Einzelgeschichten und Legenden. Franziskus lebte  300 Jahre vor der Reformation!!

Die Gegenreformation stand im Zeichen der Marienverehrung 

 

Wir kommen zum Hauptplatz der Stadt Assisi, im 2. Jh. vor Chr. Römersiedlung, Tempel Minerva ist heute Marienkirche. Besichtigung von außen. Barockisierung hat aus Geldnot nicht geklappt. Minerva-Tempel ist Huldigung der Göttin des Sieges und der Weisheit. In der Stadt, wie auch hier vor der Kirche, gibt es viele Brunnen aus der Römerzeit, wie auch noch Gebäude.

Wir gehen weiter durch die Gassen, vorbei an einem Schuhgeschäft, in welchem einfache Ledersandalen hergestellt und im Schaufenster angeboten werden. Sie werden für die Brüder und Schwestern im Glauben gefertigt und sind gefragt.

Wir kommen zum ältesten Stadttor,  ganzes Viertel war historischer Check-Point, betreut von Franziskanern. Der  Orden war sozial engagiert zur Betreuung von Kranken, heue finden im Gebäude Ausstellungen statt.

Wir kommen und besichtigen die Basilica San Francesco aus der Wende 12./13. Jh. Ausgemalte Kirche mit vielen Fresken, in der unteren Kirche ist das Grab des hl. Franziskus im steinernen Sarkophag. Botschaft für Anhänger der Reformation und an Pilger:

Hier ist Christus Mensch geworden, im Franziskus-Kreuz, das aussagt:  Triumph und Freude, den Tod besiegt zu haben.

In der Kirche viele Fresken  mit Motiven, die  Leiden und  Kreuzigung Christi symbolisieren. Weiter Darstellungen des Franziskus mit Vögeln, mit denen er spricht, Vögel zeigen ebenfalls Leiden in ihren Gesichtern, Dichtung des Sonnengesangs. Künstler, die diese Kirche ausmalten, sind unbekannt, so Elena. Dass Giotto der malende Künstler gewesen sei, wie in unserem Programm steht, blieb ungeklärt.

Und wieder die Botschaft an Lutheraner, so Elena: Hier in der franziskanischen Darstellung der Schöpfung  ist Gott Mensch geworden, denn Franziskus war leibhafter Zeitgenosse

300 Jahre vor der Reformation. Diese bleibt ein Irrtum!

 

In der Kirche weiter können viele Fresken aus dem Leben des Franziskus bestaunt werden, es sind Bilder aus dem 14. Jh. Darstellung von  3 Gelübden des Franziskus als Passion Christi, 2 Jahre vor seinem Tod, Darstellungen weisen auf Leiden und Auferstehung Christi hin, Wundmale an Händen. Neuigkeit damaliger Zeit: Menschliche Kontakte  untereinander, Gefühle, menschliche Nähe werden nicht nur in Bildern ausgedrückt, sondern diese Zeit ist der Beginn der Gefühle im Umgang miteinander. So ist in einfacher Bildersprache damaliger Zeit die Lobpreisung der Schöpfung im Die Lossagung des hl Franziskus von seinem Vater Sonnengesang.

 Obere Basilika: Franziskus wird zum Hauptdarsteller neben Christus, in der Malerei lassen die Künstler Bilder sprechen. So ist die ganze Kirche ausgemalt in verschiedenen biblischen Szenen, aber auch in weltlichen – aus dem Leben damaliger Zeitgenossen rund um Franziskus und sein Leben. Darunter eine Szene, wo Franz seine Kleider auszieht und an seinen Vater zurückgibt; er wird vom Papst bekleidet, und er fängt an, das Evangelium zu predigen. Vom Papst wird verlangt, Armut (Ablass der Sünden ohne Geld) zu gewähren. Der hl. Franziskus predigt den Vögeln

 Nach der Mittagspause geht es im Fußmarsch ca. 1 km bergab nach San Damiano, dem kleinen Kloster, wo die hl Clara als Äbtissin lebte, wo Franziskus mit dem Kreuz gesprochen hat. Es ist eine schöne Landschaft mit vielen Olivenhainen und herrlichem Ausblick. Auch ein Ort, wo Franziskus seine innere Unruhe und Zweifel erlebte, von wo er zur Reise nach Jerusalem oder Apulien aufbrechen wollte. Seine innere Stimme sagte ihm, dass er nicht reisen soll. Er kniete vor dem Kruzifix und trat in die Kirche ein. In damaliger Gesellschaft herrschte große Armut. Offenbarung war, dass  Franziskus, aus reicher Familie geboren, nicht mehr zu den Reichen zählte, sondern sich den Armen widmete.

Gemeinschaft der Brüder wurde gegründet, eine kleine Kirche des Ortes Damiano, wohin das Kreuz der Auferstehung jetzt jeweils für wenige Tage ausgestellt wird.

Clara hat hier 29 Jahre lang – gelähmt – im Bett gelegen, oben im Schlafsaal. Sie starb im August 1253. Diese kleine Kloster-Gedenkstätte aus der Zeit Friedrichs II.  ist UNESCO – Welterbe seit dem Jahr 2000.

Nach der Besichtigung war Freizeit für unsere Gruppe, per Taxi ging es in die Stadt zum Eiscafé, wo dann ein heftiger Regenschauer niederging. Wohl alle überstanden dies trocken.

Einige von uns fuhren anschließend mit dem Linienbus – einem Kleinbus – zum Hotel. Der geübte Fahrer fuhr uns durch alle engen Gassen rund  20 Minuten lang durch die Stadt, auch am Friedhof vorbei, es war die reinste Panoramafahrt und ein kleines Abenteuer: und das für 2 EURO pro Person. 

Ein schöner Abschluss dieses Urlaubstages.

Erna Rebok

3. Tag, Mittwoch, 15. 06. 2016

Spoleto, Montefalco, Spello

Um 9:00 Uhr starteten wir mit dem Bus in Richtung Spoleto. Schon während des Frühstücks gratulierten wir unserer Mitreisenden Helga Simon, die an diesem Tag Geburtstag hatte. Im Bus brachten wir dem Geburtstagskind alle zusammen noch ein Ständchen. 

Die Fahrt ging zunächst nach Perugia, wo Elena, unsere italienische Reiseleiterin, zu uns in den Bus stieg.

Unsere Reiseleiterin Brigitte Schiele rezitierte den Sonnengesang des Franziskus, den er dichtete, als er krank in San Damiano lag. (wir besuchten diesen Ort am Tag zuvor). Der Heilige Franziskus schrieb das Lied in umbrischer Volkssprache, was zu dieser Zeit höchst ungewöhnlich war. Daher gilt das Lied auch als ein erstes Zeugnis italienischer Literatur.

Wir fuhren durch das umbrische Tal, das in früherer Zeit ein sehr sumpfiges Gebiet gewesen war.

Blick ins umbrische Tal

Dieser Sumpf war der Grund dafür, dass alle vor langer Zeit gegründeten Städte sich auf Bergen befinden, wo wir ihre derzeitigen, schön anzuschauenden Erscheinungsbilder bewundern konnten. Als Beispiele seien Trevi und Spello genannt. Auch unsere Ziele Spoleto und Montefalco sind dazu zu zählen.

In römischer Zeit entstand eine Straße, die Via Flaminia, die an den Hängen des umbrischen Tales verlief und an der Adriaküste endete. Ihr Zweck war die Ausbreitung Roms nach Norden. Erbaut wurde sie im Auftrag des römischen Konsul Flaminius, der vor allem dadurch bekannt ist, dass er 217 v. Chr. die Schlacht am trasimenischen See gegen Hannibal verlor. In diese Zeit fielen auch die ersten Versuche, die umbrischen Sümpfe trocken zu legen. Es ist jedoch überliefert, dass selbst in der Zeit des heiligen Franziskus diese Arbeit noch nicht abgeschlossen war.

Die Autobahn, auf der wir entlang fuhren, befindet sich nunmehr im Tal und durchquert die im Weg stehenden Berge durch Tunnel. Die Flaminia hingegen verlief vielfach durch die Städte auf den Bergen.

 Schließlich erreichten wir Spoleto, umfuhren jedoch die Stadt, um mit dem Bus einen Hügel zu erklimmen, der uns eine weniger anstrengende Wanderung durch die Stadt ermöglichen würde. Als wir ausstiegen, fiel unser Blick auf eine imposante Brücke, deren schmale Bögen nach unten ins Tal zu verschwinden schienen. Diese Brücke war früher ein Aquädukt, sie entstammt jedoch nicht der Antike, sondern dem Mittelalter (13. Jhdt.). Eine Tafel erinnert daran, dass auch Goethe bei seiner italienischen Reise diese Brücke bewunderte und sie irrtümlich für ein antikes Bauwerk hielt. Ihre Abmessungen betragen 76m in der Höhe und 230m in der Länge. 

Das Wasser, welches über die Brücke geleitet wurde, gelangt übrigens bis zur Burg (aus dem 14. Jhdt.). In ihr residierte der päpstliche Vertreter für die Region. Ein weiterer Teil des Wassers gelangte in die Stadt zur Versorgung der dortigen Brunnen.

Ponte delle Torri

Das Wasser, welches über die Brücke geleitet wurde, gelangt übrigens bis zur Burg (aus dem 14. Jhdt.). In ihr residierte der päpstliche Vertreter für die Region. Ein weiterer Teil des Wassers gelangte in die Stadt zur Versorgung der dortigen Brunnen.

 Unser Weg in die Stadt führte zunächst zum Rathaus, dessen Fassade gleich mit drei Uhren verziert ist. Eine davon ist eine Sonnenuhr, die linke die Uhr, die die normale Zeit anzeigt und die mittlere zeigt den Tag des Monats an. Weiter ging es zum Marktplatz, der seinen Reiz durch die an ihn grenzenden mittelalterlichen Bauten bekommt. In einem Verkaufswagen gab es auf spezielle Art zubereitetes Schwein. Elena empfahl uns, ein Stück davon zu probieren, es sei ein Delikatesse. Allerdings glaube ich nicht, dass es irgendjemand versucht hat.

Rathaus mit 3 Uhren

Schließlich gelangten wir zur Hauptsehenswürdigkeit des Ortes, dem Dom. Dazu erzählte uns Elena die folgende Geschichte. Friedrich Barbarossa bemerkte eines Tages, dass die Spoletaner ihre Steuern mit falschem Geld bezahlten. Daraufhin zerstörte er nicht nur die Häuser der Reichen, sondern auch die um 1000 n. Chr. erbaute Kathedrale, nur der 

Glockenturm wurde verschont. Während also die Kirche aus dem 12. Jhdt. stammt, sie wurde unter anderem mit Geld des Kaisers wieder aufgebaut, ist der Glockenturm, den wir heute bewundern können, noch der aus dem ersten Jahrtausend. 

Die eigentlich im romanischen Stil erbaute Kirche wurde im 17. Jhdt. innen in üppigem Barock ausgestattet. Auf der linken Seite findet sich ein Bild, das an die Geschichte der heiligen Eufemia erinnert. Sie wurde wegen ihres Glaubens den Löwen vorgeworfen, von diesen jedoch verschmäht. Stattdessen leckten die Löwen Ihre Füße. 

Die Apsis ist mit Fresken des Florentiners Lippi geschmückt, die Szenen aus dem Leben der Maria darstellen. Auf der rechten Seite findet sich ein Fresko von Pinturicchio: Maria mit Kind, Johannes der Täufer und Leonard.

Zur Mittagspause empfahl uns Elena ein Restaurant, wo wir sehr schön draußen auf einer Terrasse sitzen konnten. 

Auf dem Weg zum Bus kamen wir noch am römischen Theater vorbei, einem der Hauptveranstaltungsorte  für die musikalischen Festspiele von Spoleto. 

Weiter ging es nun durch die liebliche Landschaft des Umbrientals nach Montefalco. Der Bus musste auf den örtlichen Busparkplatz, so dass es diesmal nicht ohne Aufstieg abging. Durch ein Tor in der Stadtmauer, zu dem eine Treppe führte, gelangten wir auf eine leicht ansteigende, schmale Straße, die zum zentralen Platz des Ortes führt.

Montefalco wirbt für sich selbst als der Balkon Umbriens, was, wie wir dann noch sahen, eine durchaus zutreffende Bezeichnung ist. Nach einem kurzen Zwischenstopp auf dem zentralen Platz Piazza del Commune, in dessen Mitte sich auf einer Steinplatte eingraviert das Wappentier des Ortes, der Falke, befindet, besuchten wir die  zum Museum umfunktionierte Kirche San Francesco. An ihren Wänden befindet sich ein Freskenzyklus mit Stationen aus dem Leben des heiligen Franziskus, gemalt von Benozzo Gozzoli, einem Schüler Fra Angelicos, einem in Florenz geborenen Maler der Frührenaissance.

 

 

Dom Santa Maria Assunta

Von hier aus ging es zu der Aussicht, die dem Ort den Namen Balkon Umbriens gibt. Tatsächlich hat man von hier einen weiten Blick in die Ebene des Umbrientals. 

  Nun versuchten wir, einer weiteren Attraktion des Ortes auf den Grund zu gehen, dem Rotwein aus der hier gezogenen Rebe Sagrantino. Das war leider nicht so einfach, da fast alle Lokalitäten in Italien zwischen Mittag- und Abendessen geschlossen haben. Nach langem Suchen fanden wir aber dann doch ein kleines Weingeschäft, in dem wir den Rebensaft probieren konnten. Tatsächlich schmeckte er hervorragend, so dass einige Flaschen dann den Weg nach Deutschland fanden. 

Blick vom 'Balkon Umbriens' ins Tal

Der Bus fuhr uns weiter durch die Landschaft mit sanften Hügeln, Weinfeldern und Ansiedlungen auf Bergrücken,  bis wir dann Spello erblickten. Wir machten einen Fotostopp, um das mittelalterliche Städtchen auf die Platte zu bannen und fuhren dann weiter zur Ölmühle, wo eine Olivenölverkostung stattfand. Zu dieser Verkostung standen geröstete Weißbrotscheiben mit den verschiedenen Ölsorten bereit, ebenso Wasser, Rot- und Weißwein, um den Geschmack wieder zu neutralisieren. 

Es gab eine Führung durch die Produktionshalle, wo wir entdeckten, dass die betreibende Genossenschaft mit EU-Mitteln unterstützt worden war. Die Erklärungen zur Ölproduktion waren leider etwas mühsam, da auf Italienisch, so dass sie von Elena erst übersetzt werden mussten.

Blick auf Spello

Da bis zum Abendessen in einem Restaurant hier in Spello noch etwas Zeit war, fuhr uns der Bus auf die andere Seite der Stadt so hoch hinauf wie es möglich war und eröffnete uns dadurch einen anderen, neuen Blickwinkel auf die schöne, mittelalterliche Stadt. Zurück unten an der Stadtmauer stiegen wir aus dem Bus, um zu Fuß zum Restaurant zu gehen, dessen Lage uns vorher genau von Elena erklärt worden war.

Unsere Gruppe nahm an einem großen, langen Tisch Platz, und alsbald wurden wir mit regionalen Spezialitäten verwöhnt. Rot- und Weißwein sowie Wasser standen ebenfalls in ausreichender Menge zur Verfügung. Gegen 21:00 Uhr bestiegen wir wieder unseren Bus, um nach Assisi zurückzukehren.

Manfred Löher

4.Tag: Donnerstag, 16.06.2016

Perugia

Massimo holt uns um 9.00 h vom Hotel ab. Wir fahren in Richtung Perugia und kommen nach gut einer halben Stunde bei einem kleinen Museum an. Hier treffen wir Elena, die uns das Grabmal  der vermutlich begüterten Familie Volumni zeigt. Es stammt aus der etruskischen Zeit, 2. Jh. v. Chr., und war Teil einer größeren Nekropole, von der nur noch diese einzige Gruft erhalten ist.

Zur geräumigen Grabkammer, bestehend aus mehreren Einheiten, führt eine Steintreppe in  ca. 10 m Tiefe. Hier wurden die Urnen der Verstorbenen beigesetzt. Nach jeder Bestattung wurde die Grabkammer wieder zugedeckt. Die Ruhestätte sieht wie ein kleines Haus mit spitzem Steindach aus. Per Zufall wurde dieses Grab seinerzeit bei Straßenbauarbeiten entdeckt. Eine Straße sowie die Eisenbahn führen heute hier vorbei. Das Museum beherbergt im oberen Teil eine Vielzahl von Urnen und Grabbeigaben, die aus dem Umfeld des Grabmales stammen. Die mit  Reliefs versehenen Urnen aus Sandstein sowie die Grabbeigaben zeugen vom hohen kulturellen Stand der Etrusker sowie ihrer Wertschätzung für die Toten.

Die Außentemperatur liegt mittlerweile bei 24° C. Wir fahren in Richtung Zentrum Perugia. Vom großen Parkplatz gehen wir kurze Zeit bergan zur “Scala mobile”, die uns nach oben in die Altstadt bringen soll. Es handelt sich um ein System von miteinander verbundenen, überdachten Rolltreppen.

Am Ende landen wir plötzlich in einer Art von Katakomben, die im Halbdunkel liegen. Elena erklärt uns, wo wir uns befinden. Wir sind unterhalb der ehemaligen Festung “Rocca Paolina”. Hier befand sich ursprünglich ein altes Stadtviertel, das im Zuge von Auseinandersetzungen zwischen den Bürgern und dem Papst  Paul III. auf dessen Geheiß zugeschüttet wurde. Darauf ließ er die Festungsanlage bauen, die nach ihm benannt wurde. 

Erst in neuerer Zeit wurde das Viertel in jahrzehntelanger mühevoller Arbeit freigelegt und 1983 mit den Rolltreppen verbunden. Heute finden hier manchmal Veranstaltungen statt. Besonders stimmungsvoll soll der Weihnachtsmarkt sein.

Wir treten kurz ins Freie, um einige Fotos von der Porta Marzia zu schießen. Dieses Stadttor aus etruskischer Zeit wurde seinerzeit beim Bau der Festung einfach mit eingemauert.

Wir sind jetzt auf einem Hochplateau angelangt. In der Ferne sehen wir den Monte Subasio und schemenhaft Assisi. Wir umrunden die Piazza Italia, um dann in den Corso Vannucci einzubiegen. An dieser Flaniermeile befinden sich viele Cafés, Restaurants und Geschäfte. Es ist schwül, ab und zu ein paar Regentropfen. 

Porta Marzia

Am Ende des Corso erreichen wir den Dom San Lorenzo. Er wurde zwar im 15. Jh. fertiggestellt, wirkt aber unvollendet. Hierzu trägt bei, dass die Fassade grau und schmucklos ist.

Elena führt uns durch den Dom. Sie erläutert uns die Deckenmalereien und bunten Glasfenster. Wir besichtigen den Schrein, in dem eine Reliquie aufbewahrt wird: Ein Ring, den Josef Maria zur Verlobung geschenkt haben soll. 

Dom San Lorenzo

Gegenüber dem Dom steht der Brunnen “Fontana Maggiore”. Es ist ein 3-stöckiger Brunnen aus Marmor, verziert mit vielen Skulpturen und Reliefs. Elena erklärt uns im Detail deren Bedeutung. 

Erbaut wurde der Brunnen im 13. Jh.. Bereits damals war er vergittert, so dass die Bürger außerhalb das Wasser entnehmen mussten. 

 

Fontana Maggiore

Anschließend haben wir Mittagspause. Vor den zahlreichen Osterias, Pizzerias, Cafés und Restaurants können wir Platz nehmen und bei einer Pasta  sowie einem Glas Wein das rege Treiben um uns herum beobachten. 

 

Um 14.30 h treffen wir uns vor dem Palazzo dei Priori (Rathaus) mit seiner langgestreckten Fassade am Corso Vannucci. Der mittelalterliche / gotische Bau beherbergt auch die umbrische Nationalgalerie sowie das Collegio del Cambio. Wir betreten dieses Museum mit dem Versammlungssaal, der zu den schönsten Räumen der Renaissance zählen soll. Hier hielten die Geldwechsler (Bankiers) seinerzeit Rat, hatten sogar eine eigene Gerichtsbarkeit.

Elena erläutert die vielen Fresken, u.a. von dem berühmten Maler  Perugino (“aus Perugia“). Im zweiten Raum befindet sich  eine Kapelle, die ebenfalls mit Fresken verziert ist. 

 

Wir gehen mit Elena zurück zum Dom und weiter zum  nördlichen Ausblick. Von hier können wir  auch die Ausländeruniversität sehen, die im Kurssystem die Möglichkeit bietet, die italienische Sprache zu verbessern. Nicht weit davon wohnt Elena. 

 

 

Blick auf Perugia

 

Wir bummeln den Corso zurück zur Piazza Italia. Von dort geht es mit den Rolltreppen abwärts zum Busbahnhof. 

Gegen 17 h treffen wir wieder im La Terrazza ein. Nun haben wir genügend Zeit, nach Regeneration und Abendessen gemeinsam das Fußballspiel Deutschland : Polen zu erleben. Anfangs in italienischer Sprache.  Ergebnis: 0 : 0.

Uwe Janßen

5. Tag: Freitag, 17.06.2016

An diesem bewölkten Morgen fuhren wir mit dem Bus nach Perugia, wo Elena zustieg. Weiter ging es entlang des Tibers in Richtung Orvieto. 

Elena nutzte die Busfahrt für einige Erklärungen. Der Tiber trennte früher die Etrusker (rechts vom Fluss) und die Umbrier (links vom Fluss). Der Ort Todi jedoch wurde von beiden Völkern gegründet, und es hat nie Auseinandersetzungen zwischen den beiden Völkern gegeben.

Das etruskische Volk von Orvieto wollte gegen die Herrscher revoltieren. Daher gelang den Römern die Eroberung. Die mittlere Klasse von Orvietos Bevölkerung wollte sich mit den Römern gegen die Oberklasse verbünden. Allerdings verhandelten die Römer auch mit der Oberschicht, und so wurde die Mittelklasse unterdrückt, und sie erhielt die erhofften Privilegien nicht. Allerdings interessierte die Römer die Stadt nicht. Die Bevölkerung sollte nach Bolsena gehen, und so wurde Orvieto verlassen. In der Zeit der Völkerwanderung wurde Bolsena jedoch stark bedroht, und die Menschen zogen wieder nach Orvieto zurück, wo sie auf den Tuff-Felsen besser geschützt leben konnten. Die Stadt entwickelte sich somit wieder im 6. und 7. Jahrhundert  n. Chr. und erfuhr ihre Blütezeit während der Blütezeit der Päpste in Rom (1000 n. Chr.).

Die Fahrt führte uns an einem Stausee, der in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden ist und zur Stromgewinnung von Rom dient, vorbei. Um den Stausee herum ist ein enges Tal, ein Naturschutzgebiet,  gelegen,  in welchem viel Trüffel wächst. Trüffelsucher benötigen eine Lizenz. Sie werden ganzjährig mit Hilfe von Hunden gesucht. Die besten Jahreszeiten sind allerdings Herbst und Winter.

In Orvieto angekommen, gingen wir zusammen zum Dom,  welcher nach dem Wunder von Bolsena, welches zur Einführung des Fronleichnamsfestes in der katholischen Kirche führte, erbaut wurde.

Der Dom ist im Stil des Doms von Siena gebaut. Die Mosaiken stellen Episoden aus dem Leben Marias dar und wurden von verschiedenen Künstlern gefertigt. 

Innen konnten wir feststellen, dass der Dom in Basilika-Form erbaut wurde und die Fenster aus Alabaster sind.  Die Orgel stammt aus dem 16. Jahrhundert und hat 2.558 Pfeifen. Die Seitenkapelle ist ein Renaissancekunstwerk. Vollendet wurde die Kapelle erst 50 Jahre nach Baubeginn, da der Künstler nach Rom abberufen wurde und man erst einen neuen Künstler finden musste. Das Thema der Wandbemalung ist die Predigt des Antichristus. Im Altarraum werden Episoden aus dem Leben Mariens dargestellt. Gegenüber der Kapelle befindet sich die Tuchreliquie im heiligen Schrein.

 

 

Nachdem wir die Gelegenheit  zu einem kleinen Stadtbummel genutzt hatten, gingen wir gemeinsam zu einem Tuffsteinkellerrestaurant zum Mittagessen. Vor dem Essen führte uns die Restaurantbesitzerin durch ihren Tuffsteinkeller, der vor 40 Jahren entdeckt wurde, als man eine Zisterne bohrte. 22 Meter unter der Stadt herrschen konstant 13 Grad Celsius. Teilweise kann man noch die etruskische Bearbeitung der Steine erkennen.  

Das Mittagessen wurde auf einem Monoteller angerichtet, auf welchem wir Kostproben von hausgemachter Pasta, Bohnen mit Wildschwein, Braten vom Schwein, Schinken mit Käse, Zucchini sowie Auberginen angeboten bekamen. Dazu wurde Salat und Gebäck gereicht.

Nach dem Mittagessen nutzten einige noch die Gelegenheit, in der zum Restaurant gehörenden Pasticceria einen Espresso oder Grappa zu trinken.

Mit dem Bus fuhren wir anschließend nach Todi. Vom Busparkplatz aus fuhren wir mit einer Seilbahn in die Stadt. Zunächst konnten wir die Kirche San Fortunato von außen besichtigen, deren Fassade unvollendet blieb.  Schutzpatron der Stadt ist Iacopone von Todi, der den Text „Sabat Mater“ geschrieben hat, der in der Musik Verwendung fand.

Wir gingen weiter zum Hauptplatz der Stadt. Der Legende nach hat hier ein Adler eine Tischdecke auf einem Bankett „gestohlen“, weshalb der Adler das Stadtwappen von Todi wurde. Direkt am Hauptplatz befindet sich die Kathedrale, welche die gleiche Form wie der Dom in Orvieto hat. Sie hat eine romanische Struktur mit einer halbrunden Apsis. Die Kirche wurde direkt an die Abtei  gebaut, damit man in ihrem Inneren Schutz suchen konnte. Deshalb wurden auch die Fenster so schmal gebaut, dass niemand durch sie hindurchsteigen konnte. Im Inneren ist es daher auch verhältnismäßig dunkel. Der Bau wurde im gotischen Stil fortgesetzt. Die Glasmalereien der Fenster sind nicht mehr original. Auf der Gegenfassade befindet sich eine Freskenmalerei, die an das Jüngste Gericht von Michelangelo erinnert und  aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, der Zeit der Gegenreformation, stammt.

Nach der Besichtigung ging es zurück zur Seilbahn und hinunter zum Bus, mit welchem wir uns auf den Rückweg nach Assisi machten.

Barbara Schnaidt

6. Tag: Samstag,18.06.2016

Lago Trasimeno

Heute starten wir um 8.30 Uhr mit unserem Bus zum Lago Trasimeno. Das Wetter ist ideal für diesen Ausflug, denn wir haben blauen Himmel, ohne Wolken und ca. 25°C.

Unterwegs bei Perugia treffen wir Elena, die uns, wie gewohnt, begleitet.

Wir erfahren, dass der Trasimenische See der viertgrößte See Italiens ist und einen Umfang von 45 km und eine Tiefe von 7 m hat. Früher war er größer, jedoch waren die Ufer teilweise versumpft.

Geschichtlich erlangte der See Berühmtheit durch die Schlacht bei Sanguineto, bei der 217 v. Chr. die Legionen des römischen Feldherrn Gaius Flaminus von Hannibal vernichtend geschlagen wurden.

Wir kommen nach Tuoro am Nordufer des Sees, der von Olivenhainen und bewaldeten Hügeln umgeben ist. Hier setzen wir mit der Fähre über zur Isola Maggiore, die als einzigste der 3 Inseln im See noch ca. 20 Einwohner zählt. Ein kleines, hübsches Fischerdörfchen empfängt uns, das den städtebaulichen und architektonischen Charakter aus dem 15. Jh. bewahrt hat.

Nun führt ein Spazier- bzw. Wanderweg auf eine Anhöhe zur Kirche San Salvatore aus dem 12. Jh., die Barbarossa gestiftet hat. Der Innenraum ist einschiffig mit Querschiff und halbkreisförmiger Apsis. Von den Malereien sind nur noch Spuren vorhanden.

Weiter auf steinigem Weg erreichen wir den höchsten Punkt der Insel mit der gotischen Kirche San Michele Arcangelo aus dem 13. Jh., die dem Erzengel Michael geweiht ist. Man sieht zahlreiche Fresken aus dem 13. bis 15. Jh., von örtlichen Künstlern gestaltet.

 

Von dort geht es wieder bergab zum Seeweg, wo noch eine kleine Kapelle und eine neuzeitliche Bronzestatue (1982) an den heiligen Franziskus erinnern, der als Einsiedler im Jahre 1211 auf der Insel die Fastenzeit verbracht hat.

Zurück im Dörfchen essen wir zusammen in "La Cantina", einem hübschen Lokal mit einer großen Gartenterrasse mit herrlichem Blick auf den blauen Trasimeno-See und genießen hausgemachte Pasta, Barschspieße, im Ofen gebacken, Salat und Panna cotta mit Himbeersoße und einen guten Hauswein.

Um 14 Uhr geht es dann wieder mit dem Schiff zurück zum Bus, wo wir von Massimo noch einen guten Espresso bekommen. Mit einem kleinen Umweg über Passignano erfreuen wir uns nochmal an der schönen Seenlandschaft und fahren zu unserem Hotel zurück.

Es war ein sehr schöner, erholsamer Ausflug, und den Rest des Tages verbringt jeder, wie es ihm beliebt. 

Gerhild Rindermann

7. Tag: Sonntag, 19.06.16

Ein kurzer Rückblick auf Assisi:

Das Hotel hatte eine sagenhafte Lage. Vor den Zimmern schöne Terrassen mit Rundblick über Assisi. Unten ein azurblaues Schwimmbecken und das Ganze eingebettet in Olivenhaine und oben Steineichenwälder.

Ca. 1200 m entfernt war das Klarissenkloster mit der Kirche der heiligen Clara, wo in einem Seitenraum jeden Abend um sieben Uhr die Nonnen vom Kloster engelhaft gesungen haben. 

Durch die klare Luft und die bezaubernde Umgebung fiel es uns schwer, diesen Ort zu verlassen. Pünktlich um acht Uhr in der Früh ging es Richtung Rom. Auf dem Weg dahin sind wir  an der Kirche Santa Maria degli Angeli mit der Portiunkola (das Kirchlein vom Hl. Franz von Assisi) vorbeigefahren.

Die Klosterkirche San Pietro in Valle war unser nächstes Ziel. Gelegen im nationalen Naturpark des Flusses Naro. Von dichtem Wald umgeben und mit wunderbarem Blick auf das Tal. Die Legende erzählt von zwei Eremiten, Lazzaro und Giovanni, die sich im Jahre 535 in dem umbrischen Tal Valle Suppengna ansiedelten. So entstand die erste Einsiedelei, später bekannt unter dem Namen Abbazia di San Pietro in Valle, ein Ort von bemerkenswerter historischer, künstlerischer und kultureller Bedeutung.

Was die beiden Eremiten betrifft, so wurde Lazzaro der erste Abt des neuen Klosters. Ihm wurde vom langobardischen Herzog Faroaldo I. (575) das Recht verliehen, jedwedem Gastrecht im Kloster zu gewähren, der ein Leben nach der Benediktinerregel „Ora et labora“, also „Bete und arbeite“ zu führen gewillt war.

 Der Legende nach erschien Faroaldo II., dem Herzog von Spoleto im Traum der Apostel Petrus und bat ihn, ihm zu Ehren neben dem Kloster eine Kirche zu bauen. 

Ende des 12. Jh. wurde, wahrscheinlich unter Gregor II, das Kloster an San Giovanni in Laterano in Rom angegliedert, worauf etliche Restaurationen außen und der Fresken im Kirchenschiff durchgeführt wurden.

Die Kirche selbst, im 7. Jh. im romanischen Stil erbaut, blieb unverändert bis heute, abgetrennt vom übrigen Kloster, das zu einem Hotel umgebaut wurde.

Das Innere der Kirche bietet zahlreiche verschiedenartige Skulpturarbeiten, u.a. ein Sarkophag mit Marienmotiven, ein Sarkophag mit Jagdszenen, Wildschwein und Antilopen und ein weiterer Sarkophag mit der Darstellung „Amor und Psyche“.

Auf dem Gebiet der Malerei finden sich etliche Fresken aus dem Alten und Neuen Testament. Die aus dem Alten Testament befinden sich auf der linken Wand: u.a. Erschaffung der Welt, Erschaffung Adams und Evas, Vertreibung aus dem Paradies, Kain und Abel, Arche Noah, Abraham mit den drei Engeln.

Auf der rechten Wand finden sich Episoden aus dem Neuen Testament: u.a. Anbetung der Hirten, Drei Könige, Kindermord, Taufe Jesu, Einzug in Jerusalem, das letzte Abendmahl, Fußwaschung, der Kalvario.

Unter kunstgeschichtlichem Aspekt besteht kein Zweifel, dass es sich bei San Pietro in Valle um ein absolutes Unikum handelt wegen der Darstellungen aus so verschiedenen Epochen wie der langobardischen Zeit bis hin zu Renaissance und darüber hinaus.

Mit dem Bus ging es weiter nach Rom.

Nach einer kurzen Mittagsrast an der Autobahn Roma-Norte trafen wir vor der Laterankirche unsere Reiseleiterin für Rom, Laura.

 

 

 Die Kirche San Giovanni in Laterano wurde 313 n.Chr. von Kaiser Konstantin über den Mauern des Palastes der Laterani gegründet. Die Inschrift „Mater et caput omnium ecclesiarum urbis et orbis“ an der Hauptfassade weist sie als „Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises“ aus. Zusammen mit S. Paolo fuori le Mura, S. Pietro und S. Maria Maggiore gilt sie als einer der vier Patriarchalbasiliken von Rom. Wir betraten die Kirche durch die Heilige Pforte.

Die heilige Pforte wird nur für das heilige Jahr geöffnet (alle 25 Jahre).

2016 feiert die katholische Kirche ein Sonderjubiliäum, das Heilige Jahr der Barmherzigkeit .

Eine Pilgerreise sieht die Besichtigung der vier Hauptkirchen mit der heiligen Pforte vor. Die Haupttür der Laterankirche ist die älteste Bronzetür der Stadt. 1700 Jahre alt. Sie war früher die Haupttür der Kurie, Senat im Forum Romanum, aus der Zeit des Kaisers Diokletian.

Die Scala Santo - Heilige Stiege – war der Überlieferung nach früher die Treppe aus dem Palast  von Pilatus in Jerusalem und wurde von der hl. Helena nach Rom gebracht. Im Gedenken an das Leiden Christi steigen die Gläubigen die Heilige Treppe auf Knien hinauf zur Kapelle Sancta Sanctorum. Aus dem Mittelalter sind hier noch wunderbare Mosaikwerke zu sehen.

 

Um den Spuren der antiken Stadt nachzugehen, besichtigen wir die Kaiserforen und das Forum Romanum. Der gewaltige Bau ist das im Jahre 80 eingeweihte Kolosseum auf der linken Seite des Tibers. Das Forum Romanum war von der Via Sacra, die die siegreichen Feldherren bei ihren Triumphzügen von Karren mit ihrer Kriegsbeute und ihren Scharen von Gefangenen, genutzt haben.

An der Via Sacra steht auch der Triumphbogen des Titus.

Der nächste Platz, den wir besichtigten, war der Kapitolsplatz. Michelangelo schuf den trapezförmigen Renaissanceplatz mit dem alten römischen Rathaus und der Kirche Aracoeli. In der Mitte ist eine Kopie des Reiterstandbilds von Marc Aurel. 

Wo heute die Kirche Santa Maria in Aracoeli steht, wurden früher die Gänse des Kapitols gehalten. Ihr lautes Geschnatter sollte die Römer vor nächtlichen Gallierüberfällen warnen.

 

Danach bezogen wir unser Romquartier in der Vatikanstadt, ein gepflegtes Gästehaus "Casa Bonus Pastor". Zuvor verabschiedeten wir uns noch von unserem netten, immer freundlichen Busfahrer Marcello, der uns sicher und clever durch Umbrien gefahren hat.

Forum Romanum

Kolosseum

Kapitol

8. Tag: Montag, 20.06.2016

VATIKAN und ROM

Obwohl heute ein Mammutprogramm ansteht, beginnt unser Besichtigungstag erst um 10:00 h. Wir spazieren entlang der nordwestlichen Vatikanmauer zum Eingang der Vatikanischen Museen. Wir sind nicht die einzigen Besucher. Für 10:45h ist unser Gruppeneintritt geplant. Der Museumsbereich ist riesig: wollten wir alles sehen, müssten wir 6,5km im Museum zurücklegen. Daher beschränken wir uns auf wesentliche Höhepunkte. Im Garten Cortile della Pigna gibt Laura an Hand von fest installierten Fotoschautafeln eine Einführung in die Entstehung und den Inhalt der Wand- und Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle. 

 

Zuvor besichtigen wir jedoch einige der anderen Sehenswürdigkeiten: das Oktogon mit der Laokoongruppe, der Statue von Venus und Amor und zahlreichen antiken Badewannen, die Sala Rotonda mit einem Fußbodenmosaik und einer riesigen Porphyrschale, oder die beiden Porphyr-Sarkophage in der Sala a croce greca, Statuen und Vasen in der Galerie der Lampen, eine Galerie mit Wandteppichen nach Entwürfen von Raffael, und die 160m lange Galerie der Land­karten, die Italien und seine wichtigsten Städte und Regionen dokumentieren. 

Schließlich erreichen wir die Sixtinische Kapelle, die wir zusammen mit gefühlt 10.000 weiteren Besuchern bewundern. Die Kapelle wurde zwi­schen 1475 und 1483 unter Papst Sixtus IV erbaut und ist vollständig mit Fresken geschmückt. 

 An den Nord- und Südwänden befinden sich Fresken von Perugino und anderen Malern mit Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament.  Die Decke mit Bildern von der Genesis über die Erschaffung Adams bis zur Sintflut wurde zwischen 1508 und 1512 von Michelangelo im Auftrag von Papst Julius II gestaltet. Das kolossale Altargemälde, ca. 30 Jahre später ebenfalls von Michelangelo in sechs Jahren geschaffen, stellt auf etwa 200 m2 mit über 390 Figuren das Jüngste Gericht dar. Es zeigt als Signatur u. a. ein Bild Michelangelos in der Person des St. Bartholomäus. Fotografieren ist in der Sixtina leider nicht erlaubt. 

 Wir besuchen die Grotten mit den Sarkophagen und den Gräbern einiger Päpste. Hier wartet auch bereits ein leerer Sarkophag für den als nächsten versterbenden Papst. Über eine Treppe erreichen wir schließlich den Petersdom und sind überwältigt von den riesigen Dimensionen. Der Petersdom fasst 20.000 Menschen und ist mit einer überbauten Fläche von 15.000 m² eines der größten Kirchengebäude der Welt. Er entstand im Zeitraum von 1506 bis 1626. Laura zeigt uns den Altarbereich mit dem Baldachin, der auf 4 gewaltigen Bronzesäulen ruht (hierfür wurden die bis dahin erhaltenen Bronzeplatten über der Vorhalle des antiken Pantheons eingeschmolzen). 

 In einer Seitenkapelle zeigt uns Laura eine Mosaikkopie der „Verklärung Christi“ nach einem Originalbild von Raffael.  Aufmerksam macht uns Laura auch auf die große Bronzestatue des heiligen Petrus. Dass der rechte, leicht vorstehende Fuß tausendfach zur Berührung einlädt, er­kennt man leicht an der blitz­blank abgefingerten Fußbe­kleidung des Heiligen. 

Laura weist uns nun noch auf viele Kunstwerke im Dom hin; bestimmt hat dazu jeder seine eigenen Gedanken gesammelt und behalten! - Wir sind beeindruckt von der Pracht, der Harmonie und der Größe des Petersdomes und bewegen uns unter Lauras fundierten Ausführungen langsam entlang des Mittelgangs zum Ausgang hin. 

 Da wir uns in einem "Heiligen Jahr" befinden, ist die Heilige Pforte geöffnet. Nach dem Verlassen des Domes können wir sie durchschreiten und – wieder zurück im Petersdom – die Pietà des jungen Michelangelo bewundern. 

Wir verlassen den Petersdom bei Regen um 14:20h. Fliegende Händler machen ihr Geschäft mit Regenumhängen und billigen Schirmen. Wir haben eine knappe Stunde Zeit für die Mittagspause in einem der zahlreichen Lokale in der Nachbarschaft. Nachdem wir vergeblich 25 Minuten auf zwei Mitreisende gewartet haben, setzen wir unsere Tour ohne sie fort. 

Wir kommen zur Engelsburg, ursprünglich als Mausoleum für den römischen Kaiser Hadrian (117–138 n. Chr.) und seine Nachfolger errichtet und später von verschiedenen Päpsten zur Kastellburg umgebaut. Seit 1906 ist die Engelsburg ein Museum. Sie wird gekrönt von einer Statue des Erzengels Michael. 

Gegenüber führt die im Jahr 134 errichtete Engelsbrücke über den Tiber zur römischen Altstadt. Sie wird von 10 barocken Engelsstatuen von Bernini geschmückt. Wir bleiben jedoch am rechten Tiberufer und gehen entlang von Buchständen bis zum kolossalen Justizpalast aus der Jahrhundertwende 1900. Hier überqueren wir den Tiber über die Ponte Umberto I. und erreichen nach wenigen Minuten, vorbei an Mauerresten eines römischen Stadions, die lebhafte Piazza Navona. Trotz des fröhlichen Treibens dort entdecken wir sofort unsere beiden vermissten Mitreisenden. Wieder froh vereint, setzten wir unsere Besichtigungstour vollzählig fort. 

Dieser belebte Platz war zur Römerzeit ein Stadion, daher der ovale Grundriss. Er wird domi­niert von zahlreichen Palästen und der Barockkirche Sant'Agnese in Agone von Borromini und ist geschmückt mit drei Brunnen: dem Neptunbrunnen im Norden, dem Mohrenbrunnen im Süden, und in der Mitte dem Vier-Flüsse-Brunnen von Bernini. Vier kolossale männliche Figuren symbolisieren die größten Ströme der damals bekannten vier Kontinente (Donau, Nil, Ganges und Rio de la Plata). Sie werden überragt von einem Obelisken

 

Wir gehen weiter zum Pantheon. Das Gebäude besteht aus zwei Hauptelementen: einem Vorbau mit rechteckigem Grundriss und Tempelfassade im Norden sowie einem kreisrunden, überkuppelten Zentralbau im Süden. Das um 118 n. Chr. unter dem Kaiser Hadrian fertig gestellte Pantheon besaß für mehr als 1700 Jahre die größte Kuppel der Welt mit 43m Innendurchmesser (sie ist größer als die Kuppel des Petersdoms!), und gilt allgemein als das am besten erhaltene Bauwerk der römischen Antike. Die aus einer frühen Art Beton aus einem Stück gegossene Kuppel hat eine kreisrunde Öffnung von 9 m Durchmesser und sorgt so für einen erstaunlich hellen Innenraum. Bei Sonne entsteht so eine Art Sonnenuhr. Im Marmorboden befinden sich Abflusslöcher für das Regenwasser. 

 Seine weitgehende Unversehrtheit verdankt das Pantheon auch der Tatsache, dass es im 7. Jh. in eine Marienkirche umgewandelt wurde.

Vorbei am Hadrianstempel mit seinen 13 weißen Marmorsäulen (im Inneren befindet sich ein modernes Kongresszentrum) führt uns der Weg zum Trevi-Brunnen, der nach seiner Sanierung im Vorjahr wieder in hellem Glanz erstrahlt. Die Fontana di Trevi ist der populärste und mit rund 26 Meter Höhe und rund 50 Meter Breite größte Brunnen Roms. Er wird über ein Aquädukt, das seit dem Altertum in Betrieb ist, mit Wasser aus den Bergen versorgt. Der Brunnen ist ein großer Touristenmagnet, und so sind wir auch hier nicht die einzigen Besucher. 

Vorbei am Haus der PD, der Partei von Premier Renzi, führt uns der Weg zur Piazza di Spagna mit ihrer Mariensäule. Hier liegt die spanische Botschaft. Ein paar Schritte weiter erreichen wir die spanische Treppe, die jedoch zur Zeit wegen Restaurierungsarbeiten gesperrt ist. Trotzdem ist der Platz mit der barocken Fontana della Barcaccia, der die Form eines Kahns hat, voller Touristen. Wir fahren mit einem Fahrstuhl hinauf zur Kirche Santa Trinità dei Monti, um von oben einen Blick auf die Treppe zu werfen. – Zur offiziellen Bekanntgabe, wann die Treppe wieder zu besichtigen sei, fanden wir ein bemerkenswertes Hinweisschild der Stadtverwaltung in dem Sinne: „Die Treppe wird für den Publikumsverkehr wieder begehbar sein, sobald die Arbeiten beendet sind.“ (Das wäre auch eine klare Aussage zur Fertigstellung unseres Hauptstadtflughafens: „Der Flugbetrieb wird aufgenommen, sobald die Bauarbeiten beendet sind.“). 

Nun ist es nicht mehr weit bis zu einer Straße, in der (endlich!) der Bus auf uns wartet, der uns zurück zum Hotel bringt. Wir fahren zunächst vorbei an der Villa Borghese mit ihren ausgedehnten Parkanlagen, die die berühmte private Kunstsammlung Galleria Borghese beherbergt, bevor es hinunter zum Tiber geht und - vorbei am Petersplatz und weiteren Sehenswürdigkeiten - zum Gästehaus Casa Bonus Pastor. Ca. 18:45h erreichen wir - ziemlich erschöpft - unser Ziel nach einem langen Tag mit einem Fußmarsch von wenigstens 10km und mit vielen neuen Eindrücken von Rom und seinen Sehenswürdigkeiten. 

Nach dem Abendessen im Gästehaus sitzen wir noch beisammen, um den Termin und die Einzelheiten für das Nachtreffen am 20.8.2016 zu besprechen. 

Renate und Rainer Sindlinger

9. Tag: Dienstag, 21.06.2016

Der letzte Tag in Rom. Nach dem Frühstück im Pilgerhotel "Casa Bonus Pastor" treffen wir uns kurz vor 8.00 Uhr zum Koffer verladen und achten darauf, dass nichts zurück bleibt. Wir fahren zur Via Appia Antica - der Königsstraße -und werden die Katakomben auf der anderen Seite der Stadt besuchen.

Da wir zeitig dort ankommen, können wir uns in der schön gepflegten Außenanlage aufhalten und uns umsehen. Die schönen Palmen sind leider zum Teil vom Palmenrüssler befallen.

 Pünktlich um 9.00 Uhr wird der Eingang zu den Katakomben geöffnet. Die Eintrittskarten werden verteilt, eine Karte fehlt. Als Ersatz gibt es eine Freikarte. Der Führer ist schon gekommen und beginnt an der Schautafel mit seinen Erklärungen. Er ist übrigens Deutscher und kommt aus dem Schwabenland. Das Gelände umfasst 30 ha. mit ca. einer halben Million Gräbern. Wir steigen hinab ins kühle Labyrinth der Katakomben aus der Zeit zwischen dem 1. und ca. 9. Jh. n. Chr. Dort befinden sich die Friedhöfe der ersten Christen. Die Krypta der Päpste wurde 1854 entdeckt, dort ruhen 9 Päpste. Die Krypta der hl. Cäcilia: Die Statue, die das Grab bedeckt, ist eine Kopie des berühmten Werkes von Stefano Maderno (1566 - 1636), das sich in der Basilika der hl. Cäcilia befindet. Wir sehen viele Nischengräber, verziert mit christlichen Symbolen: Taube, Fisch, Anker, Öllampen etc., Fresken mit biblischen Szenen - und viele Kindergräber. Es herrschte eine sehr hohe Kindersterblichkeit. 

Um 10.00 Uhr ist die Führung zu Ende.

Wir fahren ca. 2 km weiter, vorbei an der Porta Ostiense zur Grabeskirche des hl. Paulus - St. Paul vor den Mauern - mit dem Grab des Apostel Paulus, das erst im Dezember 2006 entdeckt wurde. Paulus wurde im Jahr 67 n. Chr. unter Kaiser Nero enthauptet. Papst Sylvester weihte die Basilika um 330 n. Chr. ein.

 

Der Kreuzgang, ein Höhepunkt der Kosmatenkunst des 12. - 13. Jh., wird der Familie Vasalletto zugeschrieben. Gedrehte Säulen dekoriert, aus weißem und mehrfarbigem Marmor. Laura, unsere Führerin, erwähnt den großen Brand von 1823, als bei 1000 Grad Hitze der Marmor brannte. Hundert Jahre später erfolgt der Wiederaufbau. Nun wird Granit aus der Lombardei verwendet. Wir gehen durch die heilige Pforte, sind sehr beeindruckt von den 272 Papstmedaillons. Das bisher letzte zeigt das Portrait des Papstes Franziskus neben dem von Benedikt XVI. Erwähnenswert sind der Osterleuchter, Szenen aus dem alten Testament, Reliquien (Kette).

In der Apsis der päpstliche Stuhl, links die Apostel Lukas und Paulus, in der Mitte Christus, rechts Petrus und Andreas, Altäre aus Lapislazuli und Malachit. Während unserer Führung findet eine Messe statt.

 

Wir beenden die Besichtigung und gehen zur Mittagspause in die nahe Cafeteria, denn unser Flieger startet um 15.35Uhr.

Auf der Fahrt zum Flughafen Fiumicino meint Laura: Das nächste Mal müssten wir noch mehr Zeit mitbringen. Noch einmal fahren wir über den Tiber. Frau Schiele bedankt sich bei Laura für die zwei schönen Tage in Rom und die gute, umfangreiche Führung.

Chiao, Arrivederci,Grazie Mille. 

Das Einchecken im Flughafen sollte Dank der Computer eigentlich ganz einfach sein, ist aber doch recht kompliziert gewesen, schließlich sitzen wir alle auf unseren Plätzen und genießen den Rückflug. In Frankfurt erwartet uns bereits der Bus, inzwischen wieder voll funktionsfähig und bringt uns wohlbehalten in die verschiedenen Wohnorte.

Vielen Dank an Brigitte Schiele für diese erlebnisreiche Reise.

Mille Grazie

Helga Simon 

Gruppenbild vor der Kirche St. Paul vor den Mauern