Studienreise nach Venetien im Mai 2015


Venetien und Emilia Romagna

8 Tage „Glanzlichter italienischer Kunst und Geschichte“

Venedig

 

vom 04. Mai bis 11. Mai 2015

unter Leitung von Brigitte Schiele

berichtet von den Teilnehmern

1.Tag: Montag, 04.05.2015

Früh geht es los mit dem Einsammeln der Teilnehmer. Von Dossenheim bis Hemsbach geht es an der Bergstraße entlang. Alle sind pünktlich am Treffpunkt, so dass wir auch rechtzeitig am Flughafen in Frankfurt sind. Nach dem alle wieder am Abflugschalter zusammen sind, können sofort die Koffer aufgegeben werden. Mit dem Flugticket bzw. der Bordkarte in der Hand geht es nun durch die Handgepäck - und Personenkontrolle. Als auch diese überstanden ist, können wir uns in Ruhe unser Abfluggate suchen und uns auf den Flug vorbereiten.

Pünktlich erfolgt der Start, und nach einem ruhigen Flug landen wir auf dem Flughafen Verona-Villafranca. Nach dem Empfang durch die örtliche Reiseführerin bringt sie uns zum Bus, der uns die nächsten Tage durch Venetien fährt.

Als erstes besuchen wir die Basilika San Zeno Maggiore. Der Heilige Zeno selbst stammt wohl aus Afrika und wurde 362 zum Bischof von Verona gewählt. Er ist hier in der Kirche begraben. An seinem Grabe sollen einigen Wunder geschehen sein.

Die Kirche mit dem Campanile und dem Wehrturm sind die Reste einer einst großen Klosteranlage. Besonders schön ist die Fensterrose aus dem 12. Jahrhundert. Mit großer Mühe war es uns möglich, die berühmten Bronzetore aus dem 11. und 12. Jahrhundert zu besichtigen und zu fotografieren, so groß ist hier der Andrang der Touristen. Die aufgesetzten Bronzeplatten stellen alttestamentliche und neutestamentliche Erzählungen dar. Nach einer ausgiebigen Besichtigung der Basilika geht unsere Fahrt weiter zu einem Busparkplatz, wo wir in einen Pendelbus umsteigen, der uns in das Stadtinnere bringt.

An der Piazza Bra ist erst einmal eine Mittagspause angesagt. Aus den Straßengaststätten kann man direkt auf die Arena schauen. Jeder nutzt diese Pause zur eigenen Gestaltung.

Nach der Pause besichtigen wir die berühmte Arena. Natürlich ist hier ein großer Andrang. Geschickt bringt uns unsere Stadtführerin an der Eingangstüre vorbei.

Und entspannt lassen wir von der Zuschauertribüne aus die Arena auf uns wirken. Dann geht es weiter durch die Altstadt zur Piazza delle Erbe, dem Marktplatz. Hier stehen die Markussäule und der Brunnen Madonna Verona.

Das nächste Ziel ist der Dom Santa Maria Matricolare mit dem Gemälde „Mariae Himmelfahrt“ von Tizian aus dem Jahre 1530.

Nach der Besichtigung des achteckigen Taufbeckens in der Kapelle San Giovanni in Fonte geht unser Weg weiter zu den Scaligergräbern. Die Fürstenfamilie della Scala herrschte von 1259 bis 1387 über Verona.


An der Piazza dei Signori mit dem Dante - Denkmal vorbei gehen wir nun zum Haus der Julia. Hier ist das Gedränge noch schlimmer. Schon im Durchgang zum Hof mit dem berühmten Balkon stehen die Leute und schreiben die Wände voll mit ihren Namen. Auf dem Julia-Balkon selbst ist ein ständiges Kommen und Gehen von Frauen und Pärchen, die vom Hofe aus fotografiert werden wollen.

Noch ein Foto von der Statue der Julia (Platz schaffen mit den Ellenbogen), und wir machen uns auf den Weg zum Pendelbus bzw. zum Bus, der uns nach Abano Terme bringen wird. An der Arena bestaunen wir noch die riesigen Kulissenbauten für die Aufführungen in der Arena.


Im Abano Terme Internazionale – Hotel beziehen wir zunächst unsere Zimmer und bereiten uns auf das Abendessen vor. Im Speisesaal werden uns dann die verschiedenen Vorspeisen und Abendmenüs mit dem Servierwagen direkt am Tisch angeboten. Ein toller Service.

Nach diesem anstrengenden Tag geht wohl jeder früh in sein Bett.

Buona notte – Gute Nacht

Siegfried Reinhard

2. Tag: Dienstag: 05.05.2015

Fahrt von Abano Terme vorbei am Brenta-Kanal nach Venedig

Nach der ersten von drei Übernachtungen im Hotel Terme Internazionale in Abano Terme starten wir nach einem ausgiebigen Frühstück bei herrlichem Sonnenschein pünktlich um 8:30 h in Richtung Venedig. Die Fahrt vorbei an Padua in Richtung Venedig führt uns zunächst entlang dem wunderschön in die Landschaft eingebetteten Brenta-Kanal; Eine wirklich sehenswerte Landschaft, die auch bekannt ist als sogenannte "Riviera del Brenta". Bereits im 16. Jahrhundert wurde der Kanal gebaut und in die Lagune von Venedig geleitet. Die idyllische grüne Landschaft um den Kanal verleitete daraufhin viele venezianische Adelige, ihre Villen entlang des Kanals zu bauen, in der Hauptsache als Sommerresidenzen - mitten im grünen Festland und doch nur einen Steinwurf von Venedig entfernt. So entstanden herrliche Villen und Landhäuser, deren Überreste noch heute zu bewundern sind. Viele sind immer noch bewohnt und sechs der Villen kann man auch besichtigen. Die sogenannte "Königin der Villen" ist die Villa Pisani mit einem eindrucksvollen französisch angelegten Garten und imposanten Gästehaus, eingebettet in einer weitläufigen parkähnlichen Anlage.

Auf unserem Besichtigungsprogramm steht die Villa Valmarana, die heute noch im Privatbesitz ist und für besondere Anlässe, wie z. B. Hochzeitsfeiern uvm. angemietet werden kann (natürlich gegen ein gewisses Honorar). Wir besichtigen 2 Säle, u. a. mit gemalten Landschaftsmotiven und Darstellungen Adliger mit Muranoglas (Sala di Capreci) und einen Festsalon. Im 18. Jh. waren die adligen Familien teilweise nicht mehr in der Lage, die vom Staat aufgelegte Luxussteuer zu zahlen, und somit begann der teilweise Verfall vieler großartig angelegter Villen und Parkanlagen.
Gegen 11 h geht unsere Besichtigungstour bei angenehmen Temperaturen weiter in Richtung Venedig, das nur noch ca. 15 km entfernt liegt. Das Treffen mit unserer Stadtführerin in Venedig ist auf 13h terminiert, und daher beschließen wir, direkt zum Busterminal (Busparkhaus) in Mestre, einem vorgelagerten Stadtteil zu fahren, um ggf. ein früheres Boot zu erreichen. Somit können wir vor unserem ausgedehnten Besichtigungsprogramm in der Stadt unsere Mittagspause einplanen. Angekommen am Parkhaus sind es nur wenige Schritte zu unserem Schiffstaxi, das uns in ca. 15 min. an die Anlegestelle in der Nähe des Markusplatzes transportiert. Natürlich sind die meisten Mitreisenden, mit Smartphones oder Digitalkameras bewaffnet, darauf aus, einen oder mehrere "Schnappschüsse" vom Wasser aus auf die Highlights der Stadt zu "ergattern". Zunächst betreten wir die Stadt, die rundherum von Wasser umgeben ist, und bewegen uns in Richtung Piazza di San Marco, dem religiösen als auch politischen Zentrum, durch einiges Menschengewimmel, das ein Vielfaches des Besucherandranges von Verona darstellt.

Dort angelangt, treffen wir unsere Führerin Lucia für den heutigen Nachmittag, die uns in ca. 2,5 - 3 Std. das wichtigste von Venedig nahe bringen möchte. Wir vereinbaren zunächst eine Mittagspause von ca. 1 Std., die jeder für sich verbringen kann, wie er möchte mit einem gemeinsamen Treffpunkt am Markusplatz gegen 14 h.

Nach typisch touristischer Stärkung und Labung beginnt das Besichtigungsprogramm mit einigen Ausführungen über die Stadtgründung um 810 n. Chr., den Dogenpalast, der in seinen Anfängen eine Burg aus Holz war sowie San Marco, dem Stadtpatron. Heutzutage besitzt die Altstadt von Venedig ca. 60.000 Einwohner. Nun zum Markusdom, die erste dem heiligen Markus geweihte Kirche wurde 828 gestiftet und in den Jahren 829 bis 832 als Palastkapelle des Dogenpalastes unter dem Dogen Giovanni I. Partecipazio erbaut. Der heutige Markusdom wurde 1063–1094 als Stiftung des Dogen Domenico Contarini errichtet. Der Legende nach wurden die Gebeine des hl. Markus durch ein Wunder am 25. Juni 1094 wiedergefunden. San Marcos Baugestalt folgt Vorbildern aus der byzantinischen Architektur. Ein ungleichmäßiges griechisches Kreuz bildet den Grundriss. San Marco hat den Baugedanken des großen überkuppelten Zentralbaues nach Italien gebracht und wurde damit seinerseits vorbildlich für die wesentlich späteren Großkuppelbauten von Bramante und Michelangelo. Die Anbauten des 13. Jahrhunderts erfolgten noch im byzantinischen, die des 14. Jahrhunderts im gotischen Stil.

Der Kirchenraum wird von vier mächtigen Pfeilern und sechs Säulen in drei Schiffe geteilt. Auf den Pfeilern ruhen die fünf Kuppeln. Auch die Querhausarme sind dreischiffig angelegt. Die Raumwirkung ist beeindruckend, jedoch sehr dunkel. Während der Boden übersät ist von ornamentalen Mosaiken aus Marmor und die Wand in den unteren Bereichen verkleidet mit Platten aus Marmor aller Art, sind die oberen Wandzonen sowie die gesamte Decke mit Mosaiken mit Goldgrund bedeckt. Der gesamte Innenraum von San Marco bildet einen Höhepunkt der Mosaikkunst des Abendlandes.

Nach Beendigung der Besichtigung der Basilika di San Marco geht unser Stadtspaziergang über den 3-tlg. Markusplatz, weiter durch die vielen Gassen der Altstadt in Richtung Rialtobrücke, vorbei am sogenannten Parkplatz der Gondeln. Übrigens besitzt Venedig insgesamt 177 Kanäle.

Mittlerweile haben wir einige "Fußkranke" in unserer Gruppe, so dass sich 2 Personen mit einem "Taxiboot" bis zum nächsten Besichtigungspunkt, der Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari fahren lassen. Als sämtliche "Hinkebeine" einigermaßen wohlbehalten ankommen, beginnt die Führerin mit den Ausführungen. Sie ist neben Zanipolo der größte und bedeutendste gotische Sakralbau Venedigs. Die Kirche ist der Aufnahme Mariens in den Himmel gewidmet. Sie ist mit zahlreichen hervorragenden Kunstwerken ausgestattet, darunter zwei Hauptwerken Tizians. Die Frarikirche ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit großem Querhaus und einer Gruppe von sechs kleinen und einer zentralen großen Chorkapelle, die alle einen polygonalen Abschluss haben. Alle Raumteile haben ein Kreuzrippengewölbe. Das außerordentlich hohe Querhaus ist einschiffig. In der Sakristei befindet sich ein 3-teiliges Altarbild (Triptichon) von Bellini. Das Grab von Tizian, das erst später eingebettet wurde, findet man direkt am Eingang.
Direkt westlich neben der Frari-Kirche befindet sich die Chiesa San Rocco und die Schule des Hl. Rochus, die Scuola di San Rocco. Hier kann ein Großteil des Werkes von Tizians größtem zeitgenössischen Konkurrenten Tintoretto besichtigt werden. Beide Gebäude wurden ab 1515 errichtet und bilden heute auf dem engen Platz eine reizvolle architektonische Einheit. Das mächtige Bauwerk der „Schule“ wurde 1549 vollendet. Es erinnert sehr an den triumphalen Charakter der antiken römischen Architektur. Kräftige Säulen, Pilaster und Gesimse heben im unteren Teil die sogenannten „Codussi-Fenster“ und im oberen die lange Reihe von Zwillingsfenstern mit ihren Dreiecksgiebeln stark heraus.
Die Codussi-Fenster zeigen die typisch venezianische Verbindung zwischen der traditionellen Rundbogenform und dem Renaissance-Ideal der rechteckigen Fensterumrahmung.
Nach diesem ausgedehnten Stadtspaziergang durch Venedig mit vielen neuen Eindrücken, Ein- sowie Ausblicken endete unser heutiges Besichtigungsprogramm.
Nun ging es langsameren Schrittes und nicht mehr im "Dauerlaufschritt" an die Anlegestelle des Linienbootes und zurück zum Busterminal in Richtung Abano Terme. Gegen 18 h erreichen wir nach einem erlebnisreichen Tag wohlbehalten unser Domizil. Nach einer kleinen Erholungsphase auf den Zimmern nehmen wir unser Abendessen ein und begeben uns bald danach zur wohlverdienten Nachtruhe. Viele interessante Sehenswürdigkeiten haben starke Eindrücke bei allen Teilnehmern hinterlassen.

Corinna Galle

3. Tag: Mittwoch, 06.05.15

Fahrt nach Padua, der Hauptstadt Venetiens und Weiterfahrt nach Vicenza, der Stadt der Paläste des großen Architekten und Baumeisters Andrea Palladio.

Abfahrt ab Hotel 8 Uhr 30 bei Sonnenschein, Temperatur bis 28 Grad.

In Padua, der von mittelalterlichen Mauern umgebenen Hauptstadt Venetiens, besichtigen wir die Eremitani-Kirche, eine Basilika mit Fresken aus dem Leben des hl. Christophorus, des hl. Jakobus. Es sind dort Fresken von Mantegna, die er mit 17 Jahren gemalt habe. Die einschiffige Basilika, im romanischen Stil erbaut, ist riesengroß. 2 Sarkophage der Prinzen Carrara, die hingerichtet wurden, befinden sich dort.

Im Eilschritt gehen wir weiter zur Scrovegni-Kapelle, erbaut 1303 – 1305 auf den römischen Ruinen des Amphitheaters mit Resten aus der Römerzeit, die 3000 Jahre alt sind. Erbaut als Hauskapelle des Enrico Scrovegni, dessen Vater Reginaldo Scrovegni durch Wuchergeschäfte reich geworden sei und den Dante in der Hölle getroffen habe. Der Sohn Enrico baute diese Kapelle als Sühne für die Sünden seines Vaters.

Diese Kapelle, von dem Universalkünstler Giotto ausgemalt binnen von 2 Jahren, ist die gemalte Erzählung der Lebensgeschichte Marias, Allegorien einer Begräbniskapelle zur Sündenbefreiung, weiter die Lebensgeschichte Jesu, Leidensgeschichte und Jüngstes Gericht.

Nach schweren Schäden an der wundervollen Malerei erfolgte aufwendige Restaurierung im Jahre 1824?

Giotto hatte die 38 Fresken allein und ohne Hilfe ausgemalt. Er war damals 40 Jahre alt.

Es sind dreidimensionale optische Täuschungen, gemalte Bibelgeschichten für die, die die Bibel nicht lesen konnten. Beim Betreten der Kapelle fällt das tiefblaue Gewölbe mit Sternen auf, Symbol für das Universum.

2000 Besucher kommen täglich, um dieses Meisterwerk der Kunstgeschichte zu besichtigen. Um die Kapelle herum befindet sich eine feine Ziegelsteinmauer.

Es folgt in Padua ein Stadtrundgang durch viele Gassen, vorbei an Obst-, Gemüse- und Blumenmarkt, vielen Kneipen, vorbei am Stadttor, den beiden Türmen, dem historischen Cafe Pedrocchi, ehemaligem Treffpunkt der Dichter, Künstler und Studenten aus ganz Europa (Garibaldi, Stendal, Rossini und Thomas Mann, um nur einige zu nennen).

Padua ist seit 1222 Universitätsstadt, hat schon im Mittelalter Gelehrte und Künstler angezogen, (im Jahre 1460 wurden bereits Leichen seziert), und hat derzeit 13 Fakultäten. Im Innenhof des Universitätsgebäudes, das wir besichtigen, befinden sich viele Wappen, Gedenktafel u.a. an Galilei, der 20 Jahre hier lebte, Dante, der 20 Jahre hier im Exil lebte und mit Giotto befreundet war, stammte aus Padua. Er war Professor für die italienische Sprache, die er auch unterrichtete. Wir besichtigen ein Denkmal, das an diesen bedeutenden Dichter erinnert. Padua ist älter als Rom.

Wir gehen durch die Altstadt, vorbei an der Reiterstatue von Donatello, die die Renaissance eröffnet haben, (Gattamelata) und kommen zur Basilika St. Antonio, einem riesigen Kirchenensemble aus roten Ziegeln, phantastischem Mauerwerk, einem Unikat der Kunstgeschichte im Baustil der Romanik und Gotik, einem Komplex mit 9 Kapellen. In der Decke der Antonius-Kapelle allein ist 1 Tonne Blattgold verarbeitet, Schüler von Giotto haben diese Kapelle ausgemalt, 3 dimensionales Malen, Sehen und Staunen, Jesus wird von Donatello wie ein Held dargestellt, die Kreuzigung stammt von Schülern Giottos.

Jede Stunde finden Gottesdienste statt. Die Kapelle des hl. Geistes mit verschiedenfarbigem Marmor, Statuen mit Hintergrund des hl. Geistes in Blau, 8 Kuppeln sind dreischiffig. Das fantastische Bauwerk ist fast so groß wie die Peterskirche in Rom, die Baustile sind in Romanik, Gotik und Renaissance, mit Kuppeln und Minaretten, eine riesige und einzigartige Stätte des Glaubens und des Gebetes.

Wir fahren weiter Richtung Vicenza, unterwegs bringt unsere Gruppenleiterin Brigitte ein Gedicht zum Thema „Reisen“ zu Gehör mit dem Tenor: „Gönn dir was!“

In Vicenza ist Mariella unsere Führerin.

Diese Stadt der Paläste, erbaut von seinem herausragenden Baumeister Palladio, ebenso geprägt von ihm, der dort 26 dieser Gebäude errichtete, und so ist diese Stadt UNESCO Weltkulturerbe mit seinen derzeit 110 000 EW.

Palladio war ursprünglich Steinmetz, 1524 geboren. Vicenza wurde von außen dominiert, das Stadtzentrum mit dem Schloss von Herrschern aus Verona. Die Stadt liegt an einer alten römischen Straße, von beiden Seiten des Stadttores. Das Geld kam aus der Landwirtschaft sowie auch von Banken. Bei allen Palästen befinden sich ein Garten und ein Innenhof. Wir werden durch die Stadt geführt. Römische Städte entstanden wie auf dem Schachbrett; mit langer Straße als Hauptachse, Nebenstraßen und Säulen. Ursprünglich war die Stadt gotisch geprägt, mit Spitzbögen, und als Palladio hierher kam, kam auch der Glanz in die Stadt, - von den Reichen und den Banken präsentiert. Palladio, 1508 in Padua geboren, kam bereits 1524 nach Vicenza.

Wir besichtigen die berühmte Basilica von außen, ein öffentliches Gebäude mit gotischen Elementen, ein Teil sei eingestürzt, Korrektur erfolgte mittels verschiedenen Säulen, keine einheitliche Bauweise oder Entwürfe, heute befindet sich ein Ausstellungsraum im 1. Stock der Basilica, auch religiöse Aufgaben erhielt das Gebäude zwischendurch. Sinnbild der Zeit war: Macht und Geld in einer Hand zu halten. Die Venetianische Republik hat 400 Jahre hinein regiert; von Juden kam das Geld, auch von Pfandleihern.

Vicenza wurde von außen regiert und sie ist eine reiche Stadt bis heute

  • durch Goldverarbeitung
  • Bekleidungs-,
  • Handwerks- und Mittelstandsbetriebe.
  • Einer der ältesten Paläste stammt aus dem 12. Jh.

Letzter Palast ist heute Museum.

Am Ende unserer Stadtführung besichtigen wir das Teatro Olimpico als der Akademie für Gelehrte, erbaut 1580 aus Holz und Stuck von Palladio als sein letztes Werk und eines der schönsten Bauten, vermutlich der erste überdachte Theaterraum Europas.

Die Gesellschaft der Reichen und Begabten, sie wollten sich dort der Kultur widmen, der Architektur wie dem Theater. Die Besucher und Mitglieder wollten mit Statuen verewigt werden. Die Bühnenkulisse ist in einem Halboval errichtet, und täuscht mit Struktur der Kulissen und 3 Toren Raumtiefe vor.

Im Mittelalter wurden Tragödien von Sophokles repräsentativ aufgeführt, und so ist das Theater im Stile der Antike erhalten geblieben. Sein Ruhm erreichte ganz Europa, heute ist sein Glanz aus Holz erhalten geblieben, es werden dort Musikaufführungen und Konzerte dargeboten. Die Theatergesellschaft blieb bis zum 18. Jh. erhalten. Palladio verstarb wenige Monate nach Errichtung des Theaters. In der Zeit nach ihm wurden ca. 4000 Villen außerhalb der Stadt nachgeahmt gebaut.

So weit die Sehenswürdigkeiten von Vicenza.

Wir fahren erschöpft und voller Eindrücke zurück in unser Hotel nach Abano Terme. Auch die Fotografen sind heute auf ihre Kosten gekommen.

Erna Rebok

4. Tag: Donnerstag, 07.05.2015

Heute geht es zuerst nach Ferrara. Bruno startet um 8.30 h den Bus und nimmt die A 13 in Richtung Bologna. Es ist ein schöner, sonniger Morgen. Links und rechts von uns sehen wir fruchtbare Felder, zu Anfang noch einige Hügel, bis wir in die Po-Ebene kommen.

Frau Schiele spricht die Losung des Tages, wir singen gemeinsam ein Lied. Anschließend gibt Frau Schiele einen Überblick über weitere mögliche Reisen.

Wir überqueren den Po. Gegen 10 h treffen wir die Stadtführerin Marie-Theresa. Sie gibt anhand eines Stadtplanes einen kurzen Überblick über unsere Route. Früher floss der Po mitten durch den Ort, mit eigenem Hafen und geschäftigem Treiben. Mittlerweile befindet sich im ehemaligen Flussbett eine breite Straße.

Wir gehen durch die engen Gassen des ehemaligen jüdischen Viertels mit typischen Holzbalken-Häusern. Am Hintereingang einer Backstube lernen wir per Zufall die heimische Spezialität “coppia ferrarese” kennen, Weißbrot in Hörnchenform (“das beste Brot der Welt”).

Wir kommen durch die Hauptstraße, die mit bunten Regenschirmen geschmückt ist. Hier müssen wir uns vor den vielen (meist jugendlichen) Radfahrern in Acht nehmen, denn Ferrara wird auch “Hauptstadt der Radfahrer” genannt.

Beim Besuch der Kathedrale fallen uns die Netze im Gewölbe auf. Es handelt sich um eine Sicherung gegen Steinschlag als Folge eines Erdbebens vor 3 Jahren. Die Kathedrale wurde während des 2. Weltkrieges von Bomben getroffen - ein Seitenflügel fehlt seitdem.


Gegenüber, am ehemaligen Palast der Herzöge von Este, gehen wir vorbei zur Wasserburg Castello Estense. Ursprünglich als militärische Festung gebaut, hatten sich hierhin die Estes zurückgezogen, als das eigene Volk gegen sie rebellierte. Der Wassergraben soll heute noch eine Verbindung zum Po haben.

Wir gehen durch die zahlreichen Räume der Burg, die leider fast alle leer sind. Einige geschickt angebrachte Spiegel lassen uns die an den Decken befindlichen Fresken besser betrachten. Auch hier sehen wir noch die Auswirkungen des Erdbebens, da die Fresken zum Teil mit Japan-Papier an den Decken verklebt wurden. Gruselig ist auch der große Kerker, der uns ein wenig an den Grafen von Monte Christo erinnert. Hier soll auch der Dichter Torquato Tasso sieben Jahre eingesessen haben.

Die Estes sind später nach Modena umgezogen (geflüchtet?). Der männliche (erbberechtigte) Zweig starb aus trotz des Mottos von Niccolo III “Jenseits und diesseits des Po sind wir alle Kinder von Niccolo”.

Abschließend erfahren wir noch, dass Lucrezia Borgia hier im 15./16. Jahrhundert lange Jahre mit dem Herzog (Alfons I d`Este) verheiratet war (und in Ferrara vom Volk auch geachtet wurde).

Gegen 13h machen wir Mittagspause. Wir verteilen uns auf die zahlreichen Bistros / Bars / Restaurants in der Nähe, vor denen wir schön in der Sonne sitzen können (aber: Achtung, Radfahrer). Über uns segeln die Schwalben.

Um 14.30 h fahren wir weiter zur Benediktiner-Abtei nach Pomposa. Es geht jetzt durch die Ebene in Richtung Po-Delta. Überall Felder, Obst-Plantagen, ab und zu Büsche, vereinzelt Bäume, aber keine Wälder oder Weiden, einzelne Gehöfte. Die Landschaft wird amphibisch, von Teichen und Flussläufen durchsetzt, hier und da ein Reiher.

Gegen 16 h kommen wir an der Abtei an. Frau Schiele gibt Erläuterungen zu den bunten Fresken an Wänden und Decken (kein separater Führer). Wir besuchen auch das angeschlossene Museum, in dem u.a. originale Fresken ausgestellt sind. Die Abtei musste im 15. Jahrhundert wegen Malaria aufgegeben werden. Gegen 17 h schließen wir unseren Besuch ab. Nach einer Stunde Fahrt treffen wir in Marina Romeo, nördlich von Ravenna, im Hotel Corallo ein. Einige von uns nutzen die Zeit bis zum Abendessen zu einem Spaziergang am nahe gelegenen Adria-Strand, wo gerade der Frühjahrsputz stattfindet.

Uwe Janßen

5. Tag Freitag, 08.05.2015

Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir mit dem Bus von unserem Hotel in der Ferienanlage Marina Romeo, direkt an der Adriaküste einige Kilometer von Ravenna entfernt gelegen, nun in Richtung Ravenna. Die Landschaft, früher ein Sumpfgebiet, wird durchzogen von vielen kleinen Flüssen, in denen Fischer mit sehr großen, ins Wasser abge- tauchten Fangnetzen fischen. Auf der Fahrt nach Ravenna wollten wir zunächst die frühchristliche Basilika Sant‘ Apollinare in Classe besichtigen. Sie steht ein bisschen außerhalb im Bereich des ehemaligen Hafens. Obwohl die Basilika schon von weitem gut zu sehen war, fuhr unser unkundiger Busfahrer Bruno eine halbe Stunde im Kreis herum.

Die Basilika Sant’ Apollinare wurde im 6. Jahrhundert von dem ostgotischen König Theoderich erbaut. Sie ist dem Schutzpatron von Ravenna, dem heiligen Apollinarius, geweiht. Der Bau ist sehr groß, dreischiffig und lichtdurchflutet. Der Glockenturm steht ganz typisch außerhalb der Basilika: ein 37 m hoher Backsteinturm, der schönste Campanile von Ravenna. Die Wandfriese im Hauptschiff bestehen aus herrlichen Mosaiken und stellen den Bischof in den Mittelpunkt. Unsere Stadtführerin ist an diesem Tag Almuth, eine deutsche Kunsthistorikerin mit dem Spezialgebiet Mosaik. Sie erklärte uns kenntnisreich die Ausführung der Mosaikarbeiten. In der reichhaltig geschmückten Apsis sehen die feinen Mosaikbilder wie Gemälde aus. Auch der Boden der riesigen Basilika war früher mit Mosaik geschmückt, wurde aber inzwischen durch Steinplatten ersetzt.


Weiter führt uns der Weg nach Ravenna zum Mausoleum des Theoderich.

Theoderich selbst hat dieses wuchtige Kalksteingebäude in der Gegend der Gräberfelder der Ostgoten erbauen lassen. Die Struktur des Baus ist 10-eckig, ähnelt einem großen Gräberturm und schließt mit einem mächtigen Kuppelstein ab, einem Monolith von 11 m Durchmesser. Der Innenraum ist kaum verziert und auch heute leer. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Bau verschiedentlich genutzt und auch immer wieder restauriert.

In diesem Zusammenhang erzählte uns Almuth, dass Ravenna die Oberherrschaft über alle Restaurationen in Italien hat. Das erklärt den hervorragenden Zustand aller Sehenswürdigkeiten in und um Ravenna.

Zu Fuß ging es weiter zur Basilika Sant‘ Apollinare Nuovo. Diese Basilika wurde um 500 von Theoderich als arianische Palastkirche erbaut. 300 Jahre später wurde sie dem heiligen Apollinarius geweiht. Erst dann wurde der Glockenturm gebaut. Fassade und Bogengänge wurden immer wieder verändert. Im dreischiffigen Innenraum sind auch hier wieder die Seitenwände mit Mosaiken aufwendig verziert und stellen Szenen aus dem Neuen Testament dar. Der Apsiskomplex ist barock gestaltet.

Nach der Besichtigung erreichen wir mit dem Bus die Stadt Ravenna, wo wir im Innenhof eines Speiselokals eine kleine Mittagspause einlegen.

Ein Spaziergang durch die Altstadt von Ravenna führt uns vorbei an Dantes Grabmal zur Hauptsehenswürdigkeit in Ravenna, der Basilika San Vitale.

Wegen der uns zugeteilten Besuchszeiten besichtigen wir zunächst aber das direkt daneben liegende kleinere Mausoleum der Galla Placidia. Es wurde in den Jahren 425 – 450 für die Tochter des oströmischen Herrschers Theoderich I errichtet. Über den vier Flügeln des Mausoleums im Grundriss eines lateinischen Kreuzes ragt ein quadratisches Türmchen auf. Im Kontrast zu dem schlichten Backsteinbau glänzt das kleine Mausoleum innen mit den herrlichsten Mosaiken und funkelnden Sternen auf blauem Hintergrund. Alle Wände inclusive der Kuppel sind vollständig verkleidet. Der eingestellte Sarkophag ist nur symbolisch. Das vorherrschende Thema der Mosaikbilder: sie stellen den Triumph des Lebens über den Tod dar. Es sind die schönsten und besterhaltenen Mosaiken, ein wahres Meisterwerk. Wie bei anderen Sehenswürdigkeiten in Ravenna ist auch hier die Besichtigungszeit leider begrenzt.

Anschließend wenden wir uns direkt daneben zur Basilika San Vitale, benannt nach dem heiligen Vitalis, einem römischen Soldaten, der zum Märtyrer wurde. Diese Basilika ist ein wuchtiger, 8-eckiger Zentralbau, überragt von einem ebenfalls 8-eckigen Kuppelbau. Auch hier überraschen wieder neben dem schlichten Äußeren die farbenprächtigen, aufwendigen Mosaiken im Innenraum. Neben den religiösen finden sich auch historische weltliche Darstel- lungen. Schließlich wurde die Kirche in der Zeit des Wandels der frühchristlichen zur byzan- tinischen Religion erbaut und 548 geweiht. Die Kuppel wurde viel später bemalt, teilweise mit Stuck verziert. Dank der für den Bau verwendeten Terrakottaröhren wirkt die Kuppel leicht und lichtdurchflutet. Der Boden war ursprünglich auch mit Mosaik verziert. Aber da er unter dem Grundwasserspiegel liegt, gab es immer Probleme. Ein neuer Zugang führt heute über eine Treppe zum ältesten, feierlichen Eingang des Sakralbaus.

Als letztes Bauwerk besichtigen wir das Baptisterium der Orthodoxen neben dem Dom. Der Ziegelbau mit dem 8-eckigen Grundriss wurde in der späten Kaiserzeit Anfang des 5. Jahrhunderts errichtet. Auch hier zeigt sich wieder im Kontrast zu dem Ziegelsteinbau ein mit Mosaiken reich verzierter Innenraum. Über zwei Arkadenseiten wölbt sich die mit einem wunderschönen Medaillon verzierte Kuppel: Es stellt die Taufe Christi durch Johannes im Jordan dar. Das Taufbecken in der Mitte wurde allerdings erst im 16. Jhdt. errichtet.

Beate Hofmann-Friebe

6. Tag: Samstag 09. Mai 2015

Nach einem guten Frühstück im Hotel Corallo in Marina Romean, fünf Minuten vom Meer, starten wir nach dem Frühstück-Koffer verladen, und bei herrlichem Sonnenschein auf der viel... mehr Zapoczątkowuje pobieranie pliku

 

7. Tag: Sonntag: 10.05.15

P a r m a

Kurz nach 8 Uhr starteten wir in Bologna, wo wir übernachtet hatten, mit unserem Bus Richtung Parma. Im Bus hielt Frau Schiele eine kleine Andacht zur Tageslosung (Apg. 10,36). In Parma wurden wir von der lokalen Stadtführerin Cristina erwartet, die uns schon unterwegs zur Innenstadt von der bewegten Geschichte der Stadt erzählte. Bereits die Etrusker siedelten an der Stelle der heutigen Stadt. Aber erst die Römer haben 184 v. Chr. am rechten Ufer des Flusses Parma die heutige Stadt Parma gegründet. In der Folgezeit, besonders nach dem Untergang des Weströmischen Reiches, wurde es von verschiedenen Mächten beherrscht, nach den Langobarden wechselte die Macht zwischen verschiedenen Herrscherfamilien: Farnese, Bourbonen, Habsburger. Ab dem frühen Mittelalter Herzogtum, später Doppelherzogtum Bourbon-Parma. Die weitere wechselvolle Geschichte endete nach Aufständen und Revolutionen 1861, als das Doppelherzogtum Parma im neuen Einheitsstaat Italien aufging.

Parma, eine Großstadt in der westlichen Poebene mit etwa 190.000 Einwohnern ist ein Wirtschaftszentrum besonders in der Nahrungsmittelindustrie und eine alte Universitätsstadt. Der Fluss Parma, ein Nebenfluss des Po, teilt die Stadt in das Alte und Neue Parma. Wir starteten am Fluss Richtung Zentrum (Alte Stadt) zunächst durch die politische Stadt mit Theater und Rathaus, anschließend zum geistigen Zentrum am Domplatz, mit Dom, Baptisterium und Bischofspalast - einem der schönsten mittelalterlichen Plätze Italiens.

Der Dom von Parma ist die Kathedralkirche des römisch-katholischen Bistums Parma. Nach der Zerstörung der ersten frühchristlichen Kirche (ab 860) durch Brand wurde der heutige Dom 1074 begonnen und nach mehreren Bauphasen 1106 eingeweiht. Die dreischiffige romanische Basilika mit Kreuzgrundriss wird im Innern über der Vierung von einer Kuppel überwölbt, die mit einem Fresko – Aufnahme Marias in den Himmel – von Antonio da Corregio ausgemalt ist. Die drei Schiffe der Basilika finden ihre Entsprechung in den drei Portalen der Portalfassade. Diese ist dreigeschossig mit zwei horizontalen und einer giebelförmigen Arkade. Über dem Haupteingang aus grauem Stein aus Istrien ein Tympanon mit romanischen, vollständig bemalten Jahreszeitenfiguren.

Der Glockenturm rechts daneben entstand zwischen 1284 und 1294 im gotischen Stil.

Rechts an der Schmalseite des Domplatzes befindet sich das Baptisterium. Der achteckige Bau wurde ganz aus rosa Veroneser Marmor zwischen 1196 und 1216 errichtet. Die drei Portale an der Nord-, West und Südseite sind mit Szenen aus der christlichen Geschichte und mit zahlreichen Tierfiguren geschmückt. An der Ostseite der Altar. Im Innern sind die Nischen vollständig bemalt (Künstler unbekannt), in den Zwischenräumen Statuen von Benedetto Antelami, die Kuppel mit Fresken bemalt, das Taufbecken in der Mitte.

Dem Dom gegenüber befindet sich der Bischofspalast. Auf dem Rückweg besichtigten wir noch im Palazzo Pilotta das Teatro Farnese, ein Beispiel früher Bühnenkunst. Heute keine Theateraufführungen mehr, ab und zu Konzerte.

Nach einer kurzen Fahrt durch die schöne Landschaft wartete eine Überraschung auf uns. Nach einem köstlichen Imbiss “auf Kosten des Hauses ECC“ erfuhren wir vom Hersteller alles Wissenswerte über die Herstellung des luftgetrockneten Parmaschinkens. Die geschützte Ursprungsbezeichnung wird durch das DOP-Siegel verbürgt, d.h. nur aus Schweinen bestimmter Rassen aus den Regionen Nord- und Mittelitaliens hergestellt.


Weiterfahrt nach M o d e n a

Die moderne Industriestadt (Keramik, Maschinen- und Fahrzeugbau) mit einem historischen Stadtkern hat etwa 190.000 Einwohner und ist Sitz des Erzbischofs des gleichnamigen Bistums. Die Universität wurde bereits 1175 gegründet. Auch Modena hat seinen Ursprung in der etruskischen Zeit und erlangte unter der römischen Periode einige wirtschaftliche Bedeutung. Nach den Zerstörungen während der Völkerwanderungszeit wurde die Stadt im 9. Jahrhundert wieder aufgebaut und 1099 mit dem Bau einer Kathedrale begonnen. In den folgenden Jahrhunderten war es die Adelsfamilie d’Este, die die Geschicke der Stadt wesentlich bestimmte, ab 1452 als Herzogtum. Nach Zwischenphasen als Republik wurde Modena ebenfalls in den Einheitsstaat Italien einverleibt.

Das Architekturensemble um die Piazza Grande mit Dom und Campanile wurde 1997 zum Weltkulturerbe erklärt. Der Dom San Geminiano ist das wichtigste Bauwerk der Stadt. 1099 im romanischen Stil begonnen und erst 1322 im gotischen Stil vollendet mit dem herrlichen gotischen
Radfenster. Das Wahrzeichen Modenas ist der 88 m hohe freistehende Campanile, der Torre Ghirlandina, Anfang des 12. Jahrhunderts im romanischen Stil begonnen und im 14. Jahrhundert mit einer gotischen Turmspitze vollendet. Dem Dom gegenüber der Palazzo Comunale, das Rathaus.

Nach der Stadtbesichtigung lernen wir die Herstellung des echten Balsamicoessigs, Aceto Balsamico Tradizionale di Modena, beim Besuch der Firma Malpighi kennen. Er wird aus Traubenmost und nicht aus Weinessig, wie der Balsamico aus dem Supermarkt, durch ein besonderes Verfahren hergestellt. Bei der Verkostung konnten wir den Qualitätsunterschied selbst feststellen. Der Traubenmost stammt von Lambrusco- und Trebbianoreben. Die Art der Herstellung bestimmt auch den hohen Preis: ca. 80 € für eine kleine Menge des 12-Jährigen bis weit über 100 € für den Teuersten. Der Most wird bei niedriger Temperatur über offenem Feuer 50 Stunden bis zur Hälfte eingekocht. Dem so entstandenen Sirup wird alter Balsamico und 10 % frischer Wein zugefügt und in das erste große Holzfass einer Batterie von immer kleiner werdenden Fässern gefüllt, die nicht ganz verschlossen sind. Durch die Luftzirkulation entweicht Flüssigkeit aus den Fässern und wird jedes Jahr aus dem nächsten größeren Fass ergänzt. Erst nach 12 Jahren wird die erste Abfüllung entnommen, die beste und teuerste erst nach 25 Jahren, der sogen. Aceto vecchio. Je nach Holzart der Fässer bekommt der Essig sein spezielles Aroma.

Nach den vielfältigen Erlebnissen des Tages ging es zurück nach Bologna.

Elisabeth Gallhoff

8. Tag: Montag, 11.05.2015

Heute ist unser letzter Reisetag mit dem Rückflug nach Frankfurt.

Um 9.00 Uhr ist Abreise vom Hotel Aemilia in Bologna. Vorher können wir in Ruhe frühstücken, die Rechnungen für die Getränke bezahlen und die Koffer zum Bus bringen.

Bei der Ausfahrt vom Hotel verursachen wir noch einen Verkehrsstau. Ein weiterer Reisebus steht so, dass unser Fahrer die ganze Straße braucht, um aus dem Parkplatz heraus zu kommen. Dadurch wird der ganze Verkehr mit einigen Linienbussen angehalten.
Nach Mantua rechnen wir mit 2 Stunden Fahrt. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und hat ca. 50.000 Einwohner. Sie ist von 3 Seen umgeben, die vom Fluss Mincio gespeist werden. Hier ließ Napoleon Bonaparte 1810 den Führer des Tirol-Aufstandes Andreas Hofer hinrichten. Dazu hören wir während der Fahrt ein Gedicht.

Gut angekommen, empfängt uns der Stadtführer Stefano. Er wird uns sehr wortreich und mit seiner Art von Humor durch Mantua geleiten. Nach einigen Erläuterungen zur Geschichte von Mantua führt uns Stefano zum Haus des Rigoletto, dem Hofnarren aus der Oper von Giuseppe Verdi. Am Anfang war das Haus eine Fiktion, später wurde es ein Teil der Geschichte von Mantua.

Weiter geht es zum Dom, der Kathedrale San Pietro. Die heutige Fassade aus Carrara-Marmor wurde zwischen 1756 und 1761 gestaltet. Nach der Besichtigung geht es in die Basilika von St. Andreas. Sie spielt eine wichtige Rolle in der religiösen Geschichte von Mantua durch die Verehrung der Reliquie des Heiligen Blutes Christi. Stefano erzählt uns die Geschichte vom Heiligen Blut, das der Soldat Longinus am Kreuz Christi gesammelt haben soll. Von seiner Verehrung als Reliquie und dem Zusammenhang mit dem Blutritt von Weingarten in Deutschland.

Die Rotonda di San Lorenzo, nächstes Ziel unseres Rundgangs in Mantua ist ein romanischer Rundbau aus dem späten 11. Jahrhundert. Er liegt 1,5 m unter dem jetzigen Straßenniveau und ist das älteste Bauwerk Mantuas. Zwischen 1908 und 1926 wurde sie renoviert und enthält noch Reste von Fresken byzantinischer Herkunft aus dem 11. bis 12. Jahrhundert.


Um 13. 00 Uhr ist der Rundgang mit Stefano zu Ende, und am Bus verabschieden wir uns von ihm.

Nun hat Brigitte noch eine Überraschung für uns bereit. Wir fahren mit unserem Bus nach Peschiera an den Gardasee. Hier auf dem Weingut F.lli Fraccoli machen wir zunächst eine Besichtigung der modernen Firma mit ihren Weintanks und den Abfüllmaschinen.

Auf über 50 Hektar Anbaufläche produziert die Firma Wein für jährlich bis zu 400 000 Flaschen. Sie liefert davon ca. 14 Prozent nach Deutschland.

Danach gibt es eine Weinprobe mit einer Verköstigung mit Schinken, Salami und Käse. Dazu natürlich Prosecco, Lugana-Weisswein, Rosé- und Rotwein und einen Malvasia als Dessert-Wein. Eine gelungene und freudig empfangene Überraschung, für die wir nur danken können.


Nun wird es aber Zeit für die Rückfahrt zum Flughafen in Verona. Das Flugzeug wartet nicht. Pünktlich um 18.40 Uhr hebt das Flugzeug mit dem Namen Heppenheim/Bergstraße ab und bringt uns genauso pünktlich in Frankfurt an.

Dort steigen wir in einen Bus, der die einzelnen Reisenden wohlbehalten an ihren Wohnort bringt.

Vielen Dank Brigitte Schiele für diese einmalige, wenn auch manchmal anstrengende Reise.

Arrivederci!!

Siegfried Reinhard