Tagebuch einer Studienreise in den Norden Äthiopiens

Dienstag, 3.11.15:

Flug mit Ethiopian Airlines von Frankfurt nach Addis Abeba, Nachtflug, Ankunft in den frühen Morgenstunden kurz nach 6 Uhr OZ, Zeitverschiebung 2 Stunde

Mittwoch, 4.11.15

– Fahrt zum Wassamar Hotel, Zimmerbezug
– Fahrt zur Schule und Gemeinde der Evangelischen Kirche, Frühstück, Kaffeezeremonie, -
– Besichtigung der Schule, Unterhaltung in Kleingruppen mit den Lehrkräften
– Fahrt zum Ethnologischen Museum im ehemaligen Palast des Kaisers Hailoe Selassie, erstellt von dem Architekten Kametz 1934 in nur 8 Monaten, der Kaiser benutzte den Palast bis Ende der 1950er Jahre, im ersten Obergeschoss (Festsaal) Exponate nach Lebenssituationen – von der Geburt bis zum Tod, Erwachsenwerden– Bullensprung der Hammer, im 2. Obergeschoss Privatzimmer des Kaisers/Kaiserin, in der 2. Etage ist eine Ausstellung zur christlichen Kunst eingerichtet
– Mittagspause in dem Lokal Lucy , ein tolles Gartenrestaurant im Bereich des Nationalmuseums
– Besuch der Ausstellungsräume. Im Kellergeschoss die Knochenfunde, die ältesten der Menschheitsgeschichte, Thron von Haile Selassie, äthiopische Kunstgegenstände
– Fahrt durch die Innenstadt
– Mausoleum des Kaisers Menelik II
Es gab einen Machtkampf zwischen Kaiser Johannes IV. und Menelik. 1889 kam Johannes bei den anhaltenden Kämpfen gegen die aus dem Sudan vorrückenden Mahdisten 1889 zu Tode. Damit war der Weg für Menelik frei. Er wurde 1889 zum Kaiser gekrönt. Auch seine Abstammung stand ihm nicht im Wege, soll doch bereits sein Urgroßvater behauptet haben, von der Salomonischen Linie abzustammen, jene Linie, auf die sich alle Kaiser und Könige Äthiopiens berufen - als Nachfahren von Menelik I., Sohn von König Salomon und Maked, der Königin von Saba. Menelik II. starb 1913 unter ungeklärten Umständen. Offiziell erlag er einem Schlaganfall. Wegen der starken Intrigen am Hof, in die auch seine Frau Taitu verwickelt war, kamen Gerüchte über eine schleichende Vergiftung auf. Als Thronnachfolger wurde auf Wunsch Meneliks II sein Enkel Iyasu V. erwählt, der Sohn einer Tochter einer früheren Geliebten des Kaisers. Seine Frau Taitu hatte ihm selbst keinen Sohn als Thronerbe geboren. Die Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und Äthiopien waren gut. Der äthiopische Kaiser mochte das technische Know-how der Deutschen und ihr fehlendes Interesse an koloniale Begehrlichkeiten.
– Das Mausoleum wurde auf Wunsch seiner Tochter, Kaiserin Zewditu, vom deutschen Baumeister Carl Härtel zwischen 1917 und 1927 errichtet. Das Mausoleum ist ein quadratischer Bau, der von einer großen kuppel gekrönt wird und dessen Spitze eine Krone schmückt. Vor den 4 Seiten stehen jeweils 2 Löwen als Wächterfiguren.
Ähnlich wie bei einer traditionellen Rundkirche befindet sich im Innern des heute auch als Kirche (Beata Maryam) genutzen Baus ein Kubus mit Priesterbereich und dem Allerheiligsten mit dem Tabot. Der Kubus ist nicht sehr hoch, so dass der Blick in die Kuppel und auf die Malereien in den 4 Ecken frei bleibt, u.a. Gemälde von Salomon und Königin von Saba.
Ursprünglich sollte das die Grabeskirche für Menelik II sein, doch später wurden hier auch weitere Mitglieder der kaiserlichen Familie bestattet, zunächst seine Frau Taitu und seine Tochter Kaiserin Zewditu (1916-1930), später noch Haile Selassies Tochter Prinzessin Tsehai sowie der Erzbischof Matewos von Addis Abeba, der einst Kaiser Menelik II krönte. Die Gruft befindet sich unterhalb des Kubus.
– Zurück zum Bus, Blick auf das Gewimmel in der Innenstadt, Bettler, Programmende gegen 17:00 Uhr, Abendessen im Hotel 18,30, 2 lange Tische, Menuewahl.

Donnerstag, 5.11.:

– frühes Aufstehen, ab 5:00 h Frühstück, 6:50 h Abfahrt zum Flughafen, Flug nach Bahar Dar am Südende des Tana-Sees,
Die Stadt Bahar Dar gehört sicher zu den angenehmsten Städten des Landes und verbreitet mit ihren palmengesäumten Straßen und der Seelage ein wenig mediterranes Flair. Die auf 1.810 m Höhe gelegene Stadt hat etwa 225.000 einwohner mit stark steigender Tendenz. Die Stadt Bahar Dar ist seit 1991 Hauptstadt des neu entstandenen Regionalstaats Amara.
– Abholung durch einen sehr feudalen Reisebus am Flkughafen
– Fahrt über eine Pistenstraße (ca. 1 Stunde – ca. 27 km) in das kleine Dorf Tis Abay, zunächst durch den Ort, vorbei am Tiermarkt und dem neuen Stadion, Müllkippe, Geier, rechts und links zahlreiche bewässerte Felder, Hütten, sehr armselige Verhältnisse, hier Ausgangspunkt der Wanderung zu den Wasserfällen
– Wanderung zu den Wasserfällen des Blauen Nil, ein großartiges Naturerlebnis, aber nicht ganz ungefährlich, da sehr rutschig, portugiesische Brücke, erbaut Anfang des 17. Jhdts unter Kaiser Susenyus (1572-1632), unterwegs Begegnung mit einheimischen Bauern auf dem Weg zum Markt, tolle Blicke auf die Wasserfälle, bis zur Hängebrücke, erbaut 2011.
– Von einem Aussichtsplateau hat man einen tollen Blick auf die Wasserfälle, die aus 45 m Höhe in das Becken stürzen. Sehr imposant, Kaffeepause
– Wanderung bis zum Nil, von hier aus mit dem Boot den Nil überquert, zurück zum Ausgangspunkt in das kleine Dorf, vorbei an dem neu erbauten Krankenhaus, mit dem Bus zurück
– Zimmerbezug im Hotel Avanti Blue Nile Hotel, Mittagspause und anschl. Vorstellungsrunde
– kleine Erkundungsfahrt mit dem Bus durch den Ort, vorbei an der Georgskirche zur einstigen Sommerresidenz des Kaisers Haile Selassie, weiter zum Aussichtsplateau auf 1.858 m Höhe, von hier aus herrlicher Blick auf die Stadt, auf den Nil und den Tana-See,Märtyrer-Denkmal, Kaiserallee
– Ausstieg am Markt, Rundgang, zurück zum Hotel mit den kleinen „Tuck-Tucks“, – Abendessen im Hotel, 2 große runde Tische,Bankautomat, der uns das äthiopische Geld gab

Freitag, 6.11.15:

– Frühstück im Hotel, Sonnenaufgang, herrlicher Panoramablick
– mit dem Bus zur Anlagestelle des Tana-Sees
Der Tana-See liegt in einer riesigen Hochebene westlich des Meket-Plateaus und südlich der Gondar-Berge. Seine Entstehung geht vermutlich auf eine durch vulkanische Aktivität verursachte Stauung des Blauen Nil zurück. Der See ist 84 km lang, 66 km breit und mmit einer Fläche von 3.156 qkm der größte Binnensee Äthiopiens, er ist 6mal größer als der Bodensee. Mehr als 40 Flüsse münden in den See.
Der einzige Abfluss ist der Blaue Nil. Der erste Europäer, der den Tana-See als Quelle des Blauen Nil beschrieb, war 1613 der prtugiesische Pater Pedro Páez.

– 1. Station: Fahrt zur Halbinsel Zeghie
Die Zeghie-Halbinsel liegt an der westlichen Seite der Bucht von Bahar Dar. Ihr Name stammt von der kirchl. Überlieferung nach vom hl. Abba Nahom aus Zigag bei Jerusalem . Gott gab ihm den Auftrag, nach Äthiopien zu reisen und das Wort Gottes zu verkünden.
– Besichtigung des Klosters Ura Kidane Meheret, vom Bootsanleger in ca. 25 Minuten zu erreichen, unterwegs Kaffeesträucher, Klostergründung in der ersten Hälfte des 14. Jh.., typische Rundkirche, wie sie in äthiopien nach dem Ende der Felskirchen-Ära ab dem 14. Jh. gebaut wurden. Ein wichtiges Merkmal ist ein umlaufender Raum, der Wandelgang. Dieser wird bei den Gottesdiensten von den Musizierenden genutzt und der Bereich vor der sogen. Priestertür für liturgische Lesungen und Gebete. Farbenfrohe Malereien aus dem 18. - 20. Jh. schmücken den zentralen Kubus.
– Weiterfahrt mit dem Boot (ca. 2 Std.) zur Insel Dek, unterwegs Picknick auf dem Boot, Besichtigung der aus Stein erbauten Rundkirche Narga Selassie, auch farbenfrohe Bemalung mit Bildern aus dem AT/NT.
Das Kloster wurde von der Kaiserwitwe Mentawab Mitte des 18. Jh gegründet. Der aus den 1750er Jahren stammende Bau wurde 1951 auf Betreiben Haile Selassies renoviert. – Weiterfahrt zur Halbinsel Gorgora am Nordufer des Tanasees, Ausstieg über ein zweites Boot, kurzer Fußweg zu der Rundkirche Debre Sina Mariam mit Malereien aus dem 17. Jh. Die Kirche Debre Sina gehört zu den schönsten Rundkirchen Äthiopiens. Sie wurde im 14. Jh errichtet. Die Malerien wurden zu Beginn des 18. Jh. an den Wänden angebracht, sogen. Früher Gondar-Stil, . Der Priesterbereich wird von 12 Holzpfeilern umgeben, die die 12 Apostel symbolisieren.
– Weiterfahrt (noch ca. 1 Std.) mit dem Bus nach Gondar, Zimmerbezug im Hotel Goha-Hotel, ein sehr schönes afrikanisches Hotel, ein sehr afrikanisch gestalteter Speisesaal, Abendessen in Buffetform.

Samstag, 7.11.15:

– Frühstück, toller Panoramablick, Gondar liegt rund 50 km entfernt vom Tana-See auf ca. 2.200m Höhe,
– Morgenlob, gehalten von Pfarrer Hempel
– Besichtigung von Gondar,
Gondar unterteilt sich grob in 3 Bereiche: In der sog. Oberstadt liegt der Palastbezirk Gemp mit den kaiserlichen Ruinen aus dem 17. und 18. Jh., das Verwaltungszentrum mit seinen ockerfarbenen italienischen Zweckbauten aus den 1930Jahren und westlich vom Postamt beginnt die Abfahrt in die Unterstadt. Dort befinden sich das Wasserschloss von Fasilidas, der ehemalige Aufmarschplatz der Mingistu-Zeit und das Stadion der Stadt. Seit der Wiedereinsetzung der salomonischen Linie im jahre 1270 zogen die äthiopischen Kaiser mit ihrem Gefolge durch das Land und lebten meist in temporären Siedlungen. Durch diese Lebensweise konnten die äthiopischen Herrscher ihr Reich unter den schwierigen geografischen und infrastrukturellen Bedingungen besser unter Kontrolle halten.
– Besichtigung des Gemp, Ansammlung von steinernen Palästen, jeder Herrscher baute an bzw. neu.Fasilidas beschloss 1636, den ersten steinernen Palast in Auftrag zu geben und das Wanderleben aufzugeben. Bei den Gebäuden des Gemp kann wohl von einer Stilmischung mit portugiesischen, indischen und maurischen Einflüssen ausgegangen werden.
– Besichtigung des Wasserschlosses des Fasilidas. Das als „Bad des Fasilidas“ bezeichnete Wasserschloss wurde als Sommerresidenz und „Lustschloss“ für Kaiser Fasilidas (1632-1667) errichtet. Innerhalb der Mauern liegt umgeben von riesigen Ficus-Bäumen das Wasserschloss in einem 70 x 40 m großen Becken. Aus Gründen des Denkmalschutzes bleibt das Becken das ganze Jahr über trocken. Nur zum Timkat-Fest, dem Tauffest am 19. Januar, wird das Becken mit Wasser gefüllt. Das Timkat-Fest erinnert an die Taufe Jesu-Christi. Aus allen Kirchen in Gondar werden die Bundesladen in Prozessionen zum Wasserschloss gebracht. Mit Beginn der Feierlichkeiten vor Ort weiht der Bischof von Gondar durch das Eintauchen seines Kreuzes das Wasser und alle Taufkinder stürzen sich anschließend ins kühle Nass.
– Besichtigung der Kirche Debre Berhan Selassie . Die bekannteste Kirche Gondars erhebt sich auf einer kleinen Anhöhe (2.268 m) im Nordosten der Stadt. Der Name bedeutet: Kirche der Dreifaltigkeit auf dem Berg des Lichts“. Die ursprüngliche Kirche, eine Rundkirche, wurde mitsamt des dazugehörigen Klosters von Kaiser Iyasu (1682-1706) gestiftet und 1694 geweiht. Leider wurde die Kirche 1888 von sudanesischen Mahdisten zerstört. Eine Legende erzählt, dass zum Schutz der Kirche ein Schwarm der als heilig geltenden Bienen die muslimischen Soldaten angriff und sie vertrieb. Bereits wenige Jahre später wurde auf den Ruinen der Kirche die neue Kirche errichtet, aber nicht mehr als Rundkirche. Auf dem Giebeldach thronen 3 Kreuze. Wie in Äthiopien üblich, weisen sie eine rundliche Form auf, aus der sieben Nägel herausragen. Sie symbolisieren als Kreuzigungsnägel Jesu Christi die Sünden der Welt. Die darüber gestülpten Straußeneier symbolisieren den Schutz Gottes und die Erlösung der Sünden.Interpretation Andy: 7 Wunder, die beim Tod Christi am Kreuz aufgetreten sind, auf der Erde und im Himmel. Sehr interessante Ausmalung, u.a. auch ein Bild von Mohammed; sehr berühmt ist das Deckengemälde der geflügelten Köpfe von Engeln
– Mittagessen in einem sehr gepflegten Lokal, freundliche Begrüßung durch die Bediensteten
– Bummel über den Markt
– Fahrt mit dem Bus in Richtung Norden zum Rand des Semien-Gebirges, großartige Panoramablicke
– Quartier Lodge Kossoye Hill, sehr kalt, regnerisch, die Aussicht war „regenverschleiert“, sehr schade, gutes Abendessen, aber leider sehr, sehr kalt – Spaziergang mit dem Lodge-Besitzer
Die Lodge liegt auf einer Höhe von über 3.000 m. Im Jahr 1965 besuchte sogar Königin Elisabeth II diese schöne Gegend und verbrachte eine Nacht in einem eigens für sie errichteten Zelt auf dem Gelände dieser Lodge.

Sonntag, 8.11.2015:

– Sehr kalte Nacht, gefroren
– Ein gutes Frühstück brachte die Lebensgeister zurück
– Die Koffer wurden auf das Dach von 2 Kleinbussen befördert, auch die Gruppe wurde aufgeteilt. Der große Bus wäre nicht in der Lage gewesen, die kurvenreiche Strecke und die Kehren auf der Fahrt nach Axum zu bewältigen
– Landschaftlich sehr beeindruckende Fahrt in Richtung Norden durch den Semien-Mountains-Nationalpark, Gotteslob durch Pfarrer Hempel mit Blick auf die grandiose Bergkulisse, Hochplateaus, Tafelberge, steil abfallende Schluchten und die Ausläufer des Simien-Gebirges mit seinem höchsten Berg Rash Dashen (4.260 m), Weiterfahrt über die Schlucht des Tekezze-Flusses und durch die nördliche, karge und felsige Region Tigray Richtung Axum, um die Mittagszeit eine Pause mit einem traditionellen Essen (sehr scharf).
– Am späten Nachmittag hatten wir das Ziel Axum erreicht. Noch vor dem Hotelbezug besichtigten wir den Dongur-Palast (Palast der Königin von Saba). Die Ruinen des ehemaligen Palastes von Dongur liegen außerhalb von Axum, wurde 1939/40 ausgegraben und ist heute die am besten erhaltene Palastruine. Auch wenn nur die unteren Grundmauern erhalen sind, so lässt sich ein Teil der typischen axumiktischen Bauweise erkennen. Dazu zählen das nach hinten nspringende Mauerwerk aus Feldsteinen und die Stabilisierung der Gebäudeecken durch große Steinquader. Die Steintreppe, die vermutlich zu einem Empfangssal führte, ist noch im Originalzustand erhalten. Der deutsche Archäologe Prof. Helmut Ziegert glaubte 2008 unter den Palastruinen den wirklichen Palast der Königin von Saba gefunden zu haben.
Der endgültige Beweis ist jedoch noch nicht erbracht.
– Kurze Besichtigung des gegenüberliegenden Stelenfeldes, das Judith-Stelenfeld, benannt nach der jüdischen Königin Judith, die im 10. Jh. Axum erobert und zerstört haben soll. Warum das Stelenfeld ihren Namen trägt, ist nicht bekannt.
– Zimmerbezug im Yeha-Hotel in Gondar, im Zentrum gelegen, von der Terrasse hatte man einen tollen Blick auf das Stelenfeld im Zentrum. Das Goha-Hotel in Gondar und das Yeha-Hotel wurden von einem Architekten erbaut.
– Abendessen im Hotel
Auf dem Hatsebo-Plateau in 2.160 m Höhe liegt Axum eine aufstrebende Kleinstadt mit großer antiker Vergangenheit. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Mittelpunkt des antiken Axum befand sich im heute als Altstadt bezeichneten Bezirk im Westen der Stadt. Dort liegt der als Stelenpark bekannte Friedhof der axumitischen Könige.
Die Stadt Axum war Hauptstadt eines der mächtigsten Reiche in der Geschichte Afrikas, das nach dem alten Ägypten und dem Reich Meroe über die am weitesten entwickelte Kultur auf diesem Kontinent verfügt. Das Axumitische Reich umfasste während seiner Blütezeit Teile des heutigen Nordäthiopien (Tigray), Eritrea, Nordostsudan und die südliche Hälfte der Arabischen Halbinsel.
Es ist anzunehmen, dass das heutige Axum auch Teil des im 8. Jh. v. Chr auf äthiopischem Boden entstandenen Sabäischen Reichs Di'amat war. Zwischen dem 8. und 2. Jh vor Chr kam es zu einer Verschmelzung der sabäischen und der bereits zuvor ansässigen schwarzafrikanischen Kultur und eine neue – die axumitische Kultur entstand.
Der traditionellen mündlichen Überlieferung der Äthiopier nach soll bereits die Königin von Saba die Stadt gegründet haben. Durch antike Schriften ist bekannt, dass axum mit seinem Hafen Adulis am Roten Meer (heute Eritrea) im I. Jh n Chr ein mächtiges Handelsreich war, regiert von einem der griechischen Sprache mächtigen König Zoskales.
Macht und Reichtum erreichten zwischen dem 3. und 6. Jh n Chr ihren Höhepunkt. Für den Handel wujrden Münzen aus Gold, Silber und Kupfer geprägt. Axum unterhielt Handelsbeziehungen mit dem Römischen Reich, Griechenland, Arabien und Persien bis hinüber nach China.
In diese Zeit fällt eine religiöse Umorientierung. War bislang die übernommene Religion der Sabäer mit dem Hauptgott Almaqah die prägende Religion des Landes, so begann Anfang des 4. Jh der Siegezug des Christentums. Das Christentum wurde vermutlich von den beiden Griechen Frumentius und Aedesius nach Axum gebracht. Die beiden Brüder wurden von einer Handelsreise nach Indien im Hafen von Adulis festgenommen und an den Hof des Königs Ella Amida nach Axum gebracht. Sie unterrichteten seinen Sohn Ezana und brachten ihm das Christentum nahe. Nach der Machtübernahme von König Ezana 325 n. Chr ließ er die zwei griechischen Brüder ziehen und führte das Christentum um das Jahr 345 als Staatsreligion im Axumitischen Reich ein. Äthiopien ist damit nach Georgien und Armenien das drittälteste christliche Land der Welt.
Unter König Kaleb (ca. 520-550) begann die letzte territoriale Blütezeit des Reiches. Doch bereits unter seinem Nachfolger mussten sich die Axumiter wieder aus Arabien zurückziehen. Das endgültige Ende Axums kam den überlieferten Erzählungen nach durch die jüdische Königin Judith. Diese in einem nicht näher beschriebenen Reich herrschende Königin überfiel und zerstörte Ende des 9. / Anfang des 10 Jh Axum und beendete so seine glorreiche Geschichte.

Montag, 9.11.2015

– Besichtigung des Stelenparks im Stadtzentrum. Der heute als Stelenpark bezeichnete Park dienste einst als Friedhof der vor- und frühchristlichen axumitischen Herrscher. Ab dem 3. Jh begann die unterschiedliche Verzierung der Stelen, bis dann im 4. Jh die berühmten Stockwerkstelen entstanden.
– Stele Nr. 1: Die von der Deutschen Axum-Expedition 1906 als Nr. I bezeichnete Stockwerkstele ist mit 33,3 m und einem Gewicht von 517 t die mit Abstand längste und schwerste der axumitischen Stelen und gleichzeitig der größte behauene Monolith der Antike. Die heute in mehrere Einzelteile darniederliegende Stele stammt aus dem 4.Jh und zerbrach vermutlich schon bei dem Versuch ihrer Aufrichtung. Durch die Zählung der Fensterreihen ergeben sich 13 Stockwerke.
– Stele Nr. 2 ist die zweitgrößte Stele von Axum mit insgesamt 11angedeuteten Stockwerken. Sie erreicht eine Gesamthöhe von 24 m und ein Gewicht von 152 to. Nach der Invasion Italiens gab der italienische Diktator Mussolini den Auftrag, zum Zeichen des Sieges über Äthiopien eine der berühmten Stelen von Axum nach Rom zu bringen. Die Wahl fiel auf die gefallene und in 3 Teilen zerbrochene Stele Nr. 2. Sie wurde 1937 zunächst über Land transportiert und dann nach Neapel verschifft. Nach langen Verhandlungen kam die Stele 2005 nach Äthiopien zurück.
– Die Stele Nr. 3 war bis 2008 die einzige noch aufrecht stehende große Stockwerkstele. Die 23,5 m hohe Granitstele neigte sich bereits seit Jahrhunderten immer mehr zur Seite, so dass ein Umfallen befürchtet wurde. Aus diesem Anlass wurde 2008 damit begonnen, die Stele durch eine Stahlseilkonstruktion zu halten. Geplant ist zudem, durch ein Anziehen der Seile die Stele langsam wieder aufzurichten.
– Rundgang durch das Archäologischen Museums
– Grabkammern, u.a. auch das Grab der falschen Tür
Axum ist bis heute die wichtigste Pilgerstätte der äthiopischen Christen – ein Ort, an dem nach Überzeugung der äthiopisch-orthodoxen Kirche die Bundeslade aufbewahrt wird. Die Bundeslade wurde nach äthiopischem Geschichtsverständnis von König Menelik I., Sohn König Salomons und der Königin von Saban, nach Äthiopien gebracht und seitdem in Axum aufbewahrt und verehrt. Kaiser Haile Selassie ließ Ende der 1950er Jahre ein eigenes Haus für die Bundeslade errichten, indem sie seit der Fertigstellung 1962 verwahrt wird.
- Besichtigung der Maryam Tsion (Marienkathedrale). Diese neue Marienkathedrale wurde auf Wunsch von kaiser Haile Selassie errichtet, der sich ein Gtotteshaus für Axum wünschte, in dem Männer und Frauen gemeinsam Gottesdienst feiern konnten. In der alten mMrienkirche hatten nur die Männer Zutritt. 1964 wurde die Kirche fertiggestellt und am 2.2.1965 feierlich von Kaiser Haile Selassie und Königin Elisabeth II eingeweiht.
– Ausgang mit Blick auf die Kirche, in der die Bundeslade aufbewahrt wird
– Blick auf den Wächter der Bundeslade; ein einmaliges Ereignis, denn er hatte Besuch von Bekannten und verließ die Kirche
– Aufgang zur alten Marienkirche
– Thron und Salbungsstein, auf dem alle Könige nach dem Ritus von Salomons Krönung inthronisiert wurden
– Fahrt mit dem Bus zur Schriftstele des Ezana. Dieser Stein wurde in den 1970er Jahren zufällig von 3 Bauern entdeckt und erzählt eine Geschichte in 3 Sprachen über einen Sieg Ezanas über die Truppen von Beja, einem Volk der Küstenregion am Schwarzen Meer.
– Gräber König Kaleb und Gebre Maskal am Ende der Enno Littmann St. Enno Littmann leitete die deutsche Ausgrabungsexpedition.
– Blick in eine traumhafte Landschaft Richtung Eritrea
– Vorbei am Bad der Königin von Saba zurück zum Hotel, Mittagspause
– Am Nachmittag Fahrt nach Yeha, Richtung Adua. In Adua fand 1896 der Kampf zwischen Italien und Äthiopien statt, große Verluste auf beiden Seiten, Sieg der Äthiopier
– Besichtigung des Großen Tempels von Yeha, errichtet Mitte des 7. J. h wahrscheinlich zu Ehren des sabäischen Mondgottes Almaqah.
– Da dieser sabäische Tempel vergleichbar gut erhalten ist, wird vermutet, dass der Tempel län gere zeit als Kirche genutzt wurde und nso seiner völligen Zerstörung im Laufe der Jahrhunderte entging.
– Nur 200m nordwestlich vom Großen Tempel befinden sich die Überreste eines zweiten Monumentalbaus, der z.Zt. ausgegraben wird.
– Innerhalb der Ruinen eine Kaffeezeremonie
– Rückkehr zum Hotel, Abendessen

Dienstag, 10.11.15

– Frühstück im Hotel, Koffer vor die Tür stellen
– Transfer zum Flughafen, Flug nach Lalibela
– Nach Ankunft Zimmerbezug im Hotel Mountain View, Mittagspause
Der nach dem berühmtesten König der Zagwe-Dynastie benannte Ort Lalibela liegt in einer Höhe von 2.542 m. Der Ort hat in den letzten Jahren eine starke Anziehungskraft. Kommen doch sehr viele Touristen nach Lalibela, um die berühmten Felsenkirchen zu besichtigen. Die Felsenkirchen entstanden im 12. / Mitte des 13. Jh hauptsächlich während der sogen. Zagwe-Dynastie. Sie wurden der Legende nach in der Regierungszeit von König Lalibela erbaut. Der Legende nach soll Gott König Lalibela in einem Traum erschienen sein und ihn beauftragt haben, ein neues Jerusalem zu errichten. Zahlreiche Kirchen und Orte in Lalibela trgen biblische Namen bzw. Bezeichn ungen aus dem heiligen Land. Historiker glauben, dass die Legende einen geschichtlichen Hintergrund hatte und die Schaffung eines Pilgerortes mit Bezeichnungen aus dem hl. Land eine Reaktion auf damalige Ereignisse war, denn das hl. Land wurde zu jener zeit immer wieder von Muslimen besetzt.
– Am Nachmittag Besichtigung des Kirchenensembles auf der westlichen Seite: Welterlöserkirche, Kreuzkapelle, Jungfrauenkapelle, Marienkirche.
– Welterlöserkirche: Der Hof der größten Felsenkirche in Lalibela ist ca. 45 m lang, 43 m breit und 10 – 15 m hoch. Die auf einem hohen Felssockel stehende Welterlöserkirche misst selbst 33,5 m in der Länge, 23,5 m in der Breite und 11,5 m in der Höhe.
– Marienkirche: 15 x 11 x 10 m, die Marienkirche ist die einzige in dieser Gruppe, die künstlerisch ausgestaltet wurde.
– Leider konnten wir die anderen Kirchen nicht mehr besichtigen, zurück zum Hotel.
– Eine Gruppe ließ sich im Ortszentrum absetzen und ging zu Fuß durch den Ort zum Hotel, eine wundersame Vermehrung der Teilnehmer, aber auch interessante Gespräche

Mittwoch, 11.11.15

– Fahrt Richtung Flughafen zur Höhlenkirche Neakuto Laab.
Der Kirchenbereich unter dem Felsvorsprung ist durch eine Mauer geschützt. Durch eine Tür gelangt man in das Innere des Quellheiligtums, in dem ständig Wasser aus dem oberen Fels tropft. Da die Quelle auch während der Trockenzeit nicht versiegt, gilt den Gläubigen die Quelle als heilig. Der Priester der Höhlenkirche zeigte uns die verschiedenen Kreuze, die verschiedenen Kronen und ein altes Buch aus Ziegenleder mit farbenfrohen Heiligendarstellungen. Höhlenkirchen sind im Gegensatz zu Felsenkirchen gemauerte Gotteshäuser, die in Höhlen oder unter Felsvorsprüngen errichtet wurden. Ihr Ursprung geht auf Eremiten zurück, die zurückgezogen in Höhlen ein Leben im Einklang mit Gott suchten. Diese Höhlenkirche wurde jedoch König Neakuto Laab, ca. 1250 – 1260 geweiht, dem Sohn des legendären Königs Lalibela, mittlerweile ebenfalls ein Heiliger der äthiopischen Kirche.
– Rückweg zum Bus durch das Dorf, große Menschenansammlung wegen einer Beerdigung
– in Lalibela Gang durch eine Baustelle, um zu der Höhlenkirche Bete Kiddus Georgiys (Kirche des hl. Georg) zu gelangen.
– Gang durch ein Gebiet, das zu einem Freilichtmuseum ausgebaut werden soll. Alle Bewohnter dieses Gebietes mussten umziehen. Nur die Traditionshäuser, die typischen zweigeschossigen Rundhütten, durften stehen bleiben. Da haben sich heute Kunsthandwerker etabliert.
Als Prunkstück aller Felsenkirchen in Lalibela gilt die abseits von den beiden Gruppen gelegene Kirche des hl. Georg, die in Form eines griechischen Kreuzes aus dem Felsen herausgeschlagen wurde. Es ist anzunehmen, dass es sich um die jüngste Felsenkirche in Lalibela handelt und Georgiys erst nach Fertigstellung der anderen kKrchen in der ersten Hälfte des 13. Jh entstand. Der Legende nach war auch hier König Lalibela der Auftraggeber, da ihm zuvor der hl. Georg im Traum erschienen war. Der Kirchhof ist über einen in den Fels getriebenen Gang zu erreichen. Örtliche Führer erzählen, dass im Fels des Ganges die Hufspuren von Lalibelas Pferd zu sehen seien.
– Besichtigung der 12 m hohen Kirche. Durch ihre Kreuzform unterscheidet sie sich von den anderen Felsenkirchen. Die Fassade ist durch Bänder in vier „Etagen“ geteilt., wobei durch die obere Ebene noch ein breites Zierband verläuft. Der Innenraum ist schlicht gehalten.
– Mittagspause im Hotel
– Am Nachmittag Besichtigung der östlichen Gruppe der Felsenkirchen, durch Jordantal, vorbei am Grab Adams zu der Doppelkirche Gabriel-Raphael, die nicht mehr besichtigt werden konnte
– Haus des Brotes, wo einst das Brot für die Abendmahlfeiern gebacken wurde – Emmanuel-Kirche, charakteristisch für diese Kirche ist die Bänderung der Außenfassade, die über 3 Reihen von Fenstern verfügt. Diese Kirche hat die schönste Außenfassade.
– Bet-Abba Libanos (Haus des Vaters Libanos), ein halbmonolithischer Bau, dessen Dach noch mit dem Felsen verbunden ist. Der Legende nach wurde diese Kirche von der Gattin König Lalibelas gebaut. Sie hatte ihm eine Liebschaft mit einer anderen Frau vorgeworfen. Lalibela konnte aber nachweisen, dass er zu Unrecht beschuldigt worden war.Um Buße zu tun, entschloss sie sich, eine Kirche zu bauen. Sie erschuf die Kirche innerhalb eines Tages, denn das, was sie nicht fertigbrachte, vollendeten die Engel in der Nacht.
– Rückkehr zum Bus, der bei den Souveniergeschäften auf uns wartete
– Der Bus brachte einige Reiseteilnehmer zu einem futuristischen Lokal, von dem man wunderbar den Sonnenuntergang beobachten konnte
– Rückgang durch die kleine Siedlung in Nähe des Hotels
– Abendessen im Hotel, Vorbereitung für die Abreise nach Addis Abeba

Donnerstag, 12.11.15

– Flug um 10,40 Uhr ab Lalibela nach Addis Abeba,
– kurze Stadtrundfahrt, Halt an der neuen Straßenbahn, was etwas ganz Besonderes sein muss
– Ein ganz anderes Stadtbild als das, was wir unterwegs gesehen hatten
– Zimmerbezug für die abendliche Erfrischung und Mittagspause
Mit der Krönung Meneliks II 1889 stieg die Residenz des Königreichs Shoa gleichzeitig zur Hauptstadt Äthiopiens auf. Seine Frau Taitu liebte die heißen Quellen in der Ebene. Die Gründung der neuen Hauptstadt fiel in eine sehr schwierige Zeit. Zwischen 1889 und 1892 grassierten in Äthiopien Cholera und Rinderpest. Dazu kamen regionale Dürren. Tausende Äthiopier machten Sich auf den Weg und hofften dort auf Hilfe durch den Kaiser und Klerus. Die Entwicklung zu einer modernen Stadt wurde durch Meneliks enge Zusammenarbeit mit den Europäern ermöglicht. Seit 1963 ist Addis Abeba die Hauptstadt des afrikanischen Kontinentes. Die politische Situation zu Beginn der 1970er-Jahre lähmte die weitere Entwicklung der Stadt. Nach dem Sturz von Haile Selassie 1974 begann die kommunistische Ära, in der es nach den Verstaatlichungen für das gesamte Land wirtschaftlich schwer wurde. Nach dem Sturz Mengistus wurde mit Wiedereinführung der Privatwirtschaft in den 1990er Jahren der Grundstein für eine weitere Stadtentwicklung gelegt.

– Fahrt zur Selassie-Kathedrale, (Dreieinigkeits-Kathedrale) Zur Erinnerung an die Befreiung aus italienischer Besatzung durch die Briten 1941 wurde noch im selben Jahr mit dem Bau einer neuen Kathedrale begonnen. Diese Kathedrale ist ein europäisch geprägter Kirchenbau, sehr schöne Glasfenster
– St. Georgs-Kathedrale und St. Georgs-Museum Nach seinem Sieg 1896 über die Italiener in der Schlacht bei Adua ließ Kaiser Menelik II aus Dankbarkeit eine Kirche errichten und weihte diese dem hl. Georg. Als heiliger und Schutzpatron der Reiter und Soldaten ist er der wichtigste Heilige der äthiopischen Herrscher. In dieser imposanten orthodoxen Kirche wurde 1917 Kaiserin Zewditu und 1930 Kaiser Haile Selassie gekrönt.
– Im Museum sind kirchliche Kunstgegenstände wie Gemälde, Kreuze und Bücher sowie Gegenstände aus dem Besitz der kaiserlichen Familie zu sehen.
– Weitere Stadtrundfahrt, Denkmäler
– In Nähe des Mercatos (keine Besichtigung) Besuch in einer Kaffeerösterei und Kaffeeeinkauf
– Bahnhof. Vor dem Bahnhof steht eine Statue des kaiserlichen Wappentiers der Löwe von Juda. Typisches Erkennungszeichen ist die Krone auf dem Haupt und das geschulterte Prozessionskreuz.
– Rückkehr zum Hotel, kleine Pause, Koffer packen , Abendessen im Hotel, Nachtrag zu der politischen Situation (ab dem 20.Jh)
– Am 11.2.1917 wurde Meneliks Tochter Zauditu in Addis Abeba zur ersten offiziellen Kaiserin Äthiopiens gekrönt
– Als politisch Verantwortlichen bekam sie jedoch Ras Tafari Makonnen (der spätere Kaiser Haile Selassi)
– Im Oktober 1928 ernannte Kaiserin Zauditu Tafari Makonnen offiziell zum Negus (König) und stärkte damit seine Position
– Am 2.4.1930 starb die Kaiserin und am
– 2.11.1930 wurde Tafari Makonnen in Addis Abeba in der St. Georgs-Kathedrale zum Kaiser Haile Selassie I gekrönt
– Auseinandersetzung Italien – Äthiopien,
– Kurz nach der britischen Befreiung Äthiopiens von der italienischen Besatzung kam Kaiser Haile Selassie Ende Januar 1941 aus seinem Exil in London zurück. – Aufgrund der seit Jahren anhaltenden chaotischen innenpolitischen Zustände kam es 1974 zu dem neu gegründeten Militärrat (Derg).
– Dieser setzte am 12. September 1974 den 252. salomonischen Kaiser Haile Selassie ab und stellte ihn unter Hausarrest.
– Am 22.8.1975 starb der Kaiser auf bis heute nicht ganhz geklärte Weise im Alter von 83 Jahren. Daraufhin wurde die Monarchie in Äthiopien nach mehr als 2.000 Jahren offiziell abgeschafft.
– Am 11. Febr. 1977 wurde Mengistu neuer Vorsitzender des Derg-Regimes und forcierte die Festlegung des Marxismus-Leninismus als Staatsdoktrin und begann damit, Banken und Wirtschaftsbetriebe zu verstaatlichen.
– Bürgerkrieg – kommunistischer Ostblock ./. kapitalist. Westen
– Im Mai 1991 flüchtete Mengistu über Kenia nach Simbabwe, das Mengistu System war am Ende.
– Im Mai 1993 erklärte Eritrea seine Unabhängigkeit
– Krieg zwischen Eritrea und Äthiopiens
– Das Land befindet sich nach dem Ende des Krieges im Aufbruch. Wirtschaftlich geht es seit Jahren bergauf, wenn auch die Privatisierung nur schleppend vorangeht. Eine wichtige Aufgabe der Regierung wird es weiterhin sein, die vielen verschiedenen ethnischen Gruppen angemessen an den Entscheidungsprozessen zu beteiligen.


Borken, im November 2015
Leonard Oserholt