Informationsreisen für Gruppenverantwortliche

Inforeisen-Rückblicke

BHUTAN - Rückblick einer Studienreise!

Flughafen Paro, Bhutan

Buddha Dordenma Statue über Timphu

Punakha-Dzong

Punakha Hängebrücke

Chagri-Cheri-Dorjaden Kloster bei Timphu

Häuser in Timphu

Timphu, National Memorial Chorten

Gruppenfoto vor dem Rinpung-Dzong

 

Es ist 8 Uhr morgens, wir warten am Flughafen Paro in Bhutan auf unseren Rückflug nach Delhi. Die Ausläufer des aus den Westbengalen kommenden Zyklons „Dana“ legen den Flugverkehr lahm. Die Wolkendecke hängt so tief, dass im Moment keine Flüge starten und landen können. Ein eigentlich seltenes Ereignis in dieser Jahreszeit. Durch die beengte Lage in einem Tal, die Flüge nur auf Sicht bedingt, ist Paro einer der anspruchsvollsten internationalen Flughäfen überhaupt. Vier angesetzte Flüge, nach Kathmandu, Bangkok, Dubai und nach Delhi, sind verspätet. Die Wartehalle des mit nur 3 Gates kleinen Flughafens ist voll mit wartenden Touristen. Und dennoch, die Stimmung ist sehr gut, man könnte fast sagen ausgelassen. Das liegt einzig an der hervorragenden Transparenz und der persönlichen Informationsweitergabe durch die Mitarbeiter am Flughafen und an der außergewöhnlichen Gastfreundschaft der uns Reisenden so unglaublich zugewandten Bhutanesen, die uns das Reisen in diesem so wunderbaren Land angenehm gemacht haben.

Bhutan liegt südlich der Himalaya Gebirgskette und nördlich von Indien. Das Nachbarland im Westen ist Nepal und im Norden liegt Tibet. Bei einer Studienreise durch Bhutan bewegt man sich dennoch nur auf ca. 1.500 m und 2.500 m durch grüne und fruchtbare Täler. Die Himalaya Bergkette im Norden kann man auf den Passstraßen, z.B. dem Dochula Pass, sehen. Das Königreich ist etwa so groß wie die Schweiz und hat nur 800.000 Einwohner. Die Menschen lieben ihren König und die gesamte Königsfamilie, die wegen ihrer Nahbarkeit sehr respektiert und geschätzt werden. Bhutan misst den Fortschritt nicht am Bruttoinlandsprodukt, sondern am „Bruttonationalglück“. Dieses Konzept, das 1979 eingeführt wurde, beruht auf den Säulen - nachhaltige Entwicklung, - Bewahrung und Förderung der Kultur, - Schutz der Umwelt und - gute Regierungsführung. Wirtschaftswachstum ist wichtig, aber nur, wenn es im Einklang mit spirituellen, sozialen und ökologischen Werten steht. Diese Idee prägt auch das tägliche Leben der Menschen. Bhutan ist das einzige Land der Welt, das mehr CO₂ bindet, als es ausstößt.

Der tibetische Buddhismus (Mahayana-Buddhismus bzw. Vajrayana-Tradition) ist die vorherrschende Religion. Im 8. Jh. gelangte der Buddhismus durch den indischen Mönch Padmasambhava, oft Guru Rinpoche genannt, in das Land. Er gilt als derjenige, der den Buddhismus im gesamten Himalaya-Raum verbreitete. Laut Überlieferung kam Padmasambhava um 747 n.Chr. nach Bhutan, um dort Dämonen zu bezwingen und den Buddhismus zu festigen. In der tibetischen Tradition des Buddhismus glaubt man an Reinkarnation und die Kontinuität des Bewusstseins. Diese „Basics“ sind deshalb wichtig, weil man bei einer Gruppenreise und Kulturreise durch Bhutan vor allem buddhistische Klöster und Klosterburgen (Dzongs) besucht. Diese sind architektonisch fast baugleich mit den Klöstern im benachbarten Tibet, in Ladakh (Indien), in Nepal, in Yunnan (China) und auch in der Mongolei. Mit Grundkenntnissen über den tibetischen Buddhismus (und evtl. auch mit der südostasiatischen Theravada-Tradition des Buddhismus) in dieses Land zu reisen ist deshalb sinnvoll und hilfreich.

Planung einer Studienreise und Entdeckungsreise nach Bhutan. 

Reisen nach Bhutan plant man in der Regel (auch aus Preisgründen) für 6 Tage/5 Nächte. Das ist ausreichend, um einen guten Eindruck vom Kernland um die Städte Paro (int. Flughafen), die Hauptstadt Timphu sowie Punakha, dem ehem. Regierungssitz von Bhutan, zu gewinnen. In allen drei Städten besichtigt man vor allem die Klöster und die Dzongs, das sind die Klosterburgen bzw. Festungsanlagen der jeweiligen Region. Alle drei Städte liegen in Tälern, die über Passstraßen miteinander verbunden sind. In den kleinen Städten selbst gibt es vor allem die traditionelle Architektur zu sehen. Die Hauptstadt Timphu hat nur 80.000 Einwohner und das Stadtzentrum besteht aus zwei Hauptstraßen, sehr überschaubar und gemütlich also. Aber die Tatsache, dass alle Neubauten, selbst moderne Hotels oder Verwaltungsgebäude, traditionelle Stilelemente aufnehmen müssen, lässt im Land ein harmonisches Gesamtbild entstehen, das die Städte unverwechselbar macht. Architektur ist in Bhutan nicht nur funktional, sondern gilt als Träger spiritueller Bedeutung. Formen, Farben und Ornamente orientieren sich an der buddhistischen Kosmologie. 

Die Stopps während der Fahrten und der Kontakt mit den Menschen runden diese Eindrücke ab. Es scheint, als wären Mensch und Architektur in Bhutan im Einklang. Harmonisch, gastfreundlich einladend und irgendwie immer friedlich und herzlich. Auch der Verkehr ist (trotz Überholmanöver in Kurven) auf ganz besondere Art und Weise sanft fließend und stressfrei.

Wer mehr Zeit und Budget hat, kann auch den Ostteil des Landes bereisen. Die Anfahrt ist mit zwei Tagen beschwerlich, die Natur und die Nationalparks dort für Wanderer und Tierbeobachter aber sehr lohnend. Die Unterkünfte vor Ort sind allerdings eher einfach. Im Norden des Landes, dem Himalaya-Gebiet, kann man herrliche Trekkingtouren auf über 4.000 m unternehmen. Bis zu 13-Tage können diese Wanderungen mit Zeltübernachtungen dauern. 

Weil sich die meisten Studienreisen und Gruppenreisen auf das Kernland mit Paro, Timphu und Punakha und einer Reisedauer von nur 6 Tagen konzentrieren, kombiniert man Bhutanreisen entweder mit dem Kathmandutal in Nepal oder einer Überlandanreise aus dem indischen Darjeeling und Sikkim. Beide Regionen sind spannend und lohnend. Insgesamt käme man mit einer solchen Kombination auf eine Gesamtreisedauer von ca. 12 Tagen. 

Die Unterkünfte in Bhutan können in 3-Sterne, 4-Sterne oder auch 5-Sterne Hotels geplant werden. Die 3-Sterne Kategorie ist im Standard sehr ordentlich, mehr als ich erwartet hätte. 

Die Gruppengröße bei Studienreisen und Kulturreisen durch Bhutan sollte nicht größer als 14-16 Personen sein, da die Transfer- und Besichtigungsfahrten mit Toyota Coaster Bussen durchgeführt werden. Diese fassen max. 22 Personen, sollten aber nicht mit mehr als 16 Personen besetzt werden. Bei größeren Gruppen müsste man mit zwei Bussen und zwei Guides planen.

Deutschsprechende Guides gibt es nicht viele, deshalb sollten Reise rechtzeitig 10-12 Monate vor Abreise geplant werden. 

Obwohl Bhutan kein reiches Land ist, verfügt es über große natürliche Reichtümer und eine hohe Lebensqualität. Werte wie Respekt, Dankbarkeit und Bescheidenheit stehen höher als materieller Wohlstand. Die Wirtschaft ist klein und stark von traditioneller Landwirtschaft, Wasserkraft und dem Tourismus abhängig. Die Reisepreise sind verhältnismäßig teuer. Das liegt u. a. auch an einer Pauschale von 100 USD, die der Staat pro Person und Tag berechnet.  Auch wenn es keine formelle Obergrenze für Touristen gibt, gilt das Modell „High Value, Low Impact“, d. h. Bhutan setzt eher auf Qualität statt auf Masse. Das macht sich bei einer Studienreise nach Bhutan auch deutlich positiv bemerkbar. Obwohl alle Reisende mehr oder weniger dieselben Sehenswürdigkeiten besichtigen, sind weder die Klöster und Dzongs, noch die Städte überlaufen. Ganz im Gegenteil, man trifft immer wieder auf dieselben Touristen. In den Souvenirgeschäften wird man nicht bedrängt. Das macht Reisen nach Bhutan äußerst angenehm. 

Lediglich bei DEM touristischen Highlight Bhutans, dem sogenannten Tigernest, spürt man ein erhöhtes Aufkommen. Das Kloster Paro Taktsang (Tigernest) liegt im Tal von Paro und klebt spektakulär am Felsen ca. 900 m oberhalb des Talbodens. Der Höhlenkomplex entstand im 8 Jh., das heutige Kloster wurde 1692 errichtet. Es besteht aus mehreren Gebäuden, die sich an eine senkrechte Felswand schmiegen, verbunden durch Steintreppen, Brücken und Pfade. Der ca. 4,5 km lange und recht beschwerliche Weg hinauf führt durch einen herrlichen Waldabschnitt über Trampelpfade und Stufen und dauert ca. 2 Std. Bei guter Ausdauer kann man es auch in 1½ Std. oder weniger schaffen. Man muss knapp 800 m Höhenmeter überwinden, von 2.350 m auf 3.130 m. Der Weg nach unten führt über denselben Weg und ist schneller zu schaffen. Insgesamt nimmt der Besuch ca. 5 Std. in Anspruch. Den freien Nachmittag danach haben wir sehr genossen. 

Anreise nach Bhutan mit dem Flugzeug

Nur die beiden nationalen Flugcarrier Druk Air und Bhutan Airlines dürfen den internationalen Flughafen von Paro anfliegen. Das liegt auch am anspruchsvollen Landeanflug, für den nur ca. 20 Piloten die Lizenz haben. Wenn man nicht den Landweg über Sikkim wählt, ist eine Anreise von Europa kommend nur über Delhi oder über Kathmandu sinnvoll (evtl. auch Dubai). So auch beim Heimflug. Oder man kombiniert Delhi und Kathmandu bei Hin- und Rückflug. Auch das ist möglich. Weil die Flugpläne nicht aufeinander abgestimmt sind bzw. man die Fluggesellschaft wechseln muss, sollte man entsprechend viel Zeit zwischen den Flügen lassen.

Wir haben unsere Heimreise glücklicherweise auch mit genügend Abstand zwischen dem Flug von Paro nach Delhi und von Delhi nach Frankfurt geplant. Alle Passagiere am Flughafen von Paro waren froh, dass der Flug mit 8-stündiger Verspätung am späten Nachmittag trotz des schlechten Wetters nach Delhi (und den anderen Destinationen) doch noch möglich war. Selbst nach dieser langen Wartezeit waren alle Passagiere guter Dinge und keineswegs misslaunig. Es war schon beeindruckend, mit welcher Freundlichkeit uns das Flughafenpersonal an diesem Tag begegnete. Auch das Bordpersonal von Druk Air war sehr verständnisvoll und zuvorkommend. Dieser (eigentlich ärgerliche) Abschied von Bhutan hat uns nochmal vor Augen geführt, was dieses kleine Land so besonders und sympathisch macht. Seine Menschen, die in herrlicher Landschaft und tief verwurzeltem buddhistischen Glauben leben, der ihnen Mitgefühl, Achtsamkeit, Respekt vor allen Lebewesen und Harmonie mit der Natur lehrt. Das haben wir nicht nur an unserem Abreisetag, sondern während der gesamten Reise gespürt und geschätzt. 

So ist es auch nicht verwunderlich, dass in der nächsten Woche, Anfang Nov. 2025, hier in der Hauptstadt Timphu das erste Global Peace Prayer Festival stattfindet. Beten für den Weltfrieden ist das Motto bei diesem internationalen spirituellen Ereignis, das buddhistische Teilnehmer aus verschiedenen Ländern sowie spirituelle Führer zusammenbringt, um durch gemeinsame Gebete, Meditationen und Versammlungen die Botschaft von Frieden, innerer Harmonie und globaler Verbundenheit zu verbreiten. Wenn nicht in Bhutan, ich wüsste nicht, wer die Botschaft des Weltfriedens, der Harmonie mit der Natur, Bescheidenheit und Dankbarkeit so verinnerlicht hat, wie die Menschen hier in diesem herrlichen Land. 

Ich möchte mich bei unserer zuverlässigen und effizienten Partneragentur, unserem Guide und Fahrer für die eindrückliche Reise sehr bedanken. Wir kommen mit großartigen und nachhaltigen Eindrücken nach Hause und hoffen, den Spirit des Landes und der Menschen so lange als möglich in unserem Herzen halten zu können. 

In diesem Sinn, Ihr Guido Völkel

Die Fotos unserer Reise nach Bhutan in der ECC-Fotogalerie

Programmvorschlag: 14 Tage Studienreise Darjeeling, Sikkim und Bhutan

Programmvorschlag: 12 Tage Studienreise Nepal und Bhutan