Sie sind hier: Home für Gruppenorganisatoren Neuigkeiten und Hinweise Neuigkeiten und Hinweise

Neuigkeiten und Hinweise

Informationsreise ins Heilige Land - Ein kurzer Rückblick!

Informationsreisen ins Heilige Land bietet ECC-Studienreisen regelmäßig im Januar an, oftmals mit einem inhaltlichen Schwerpunkt. In diesem Jahr wurde unter anderem ein Besuch der palästinen­sischen Gebiete mit Hebron und Übernachtung in Beit Jala eingeplant.

Nachdem sich die Gruppe am EL AL-Schalter in Frankfurt eingefunden hatte, war die detaillierte Befragung durch das Sicherheitspersonal, das jedem Check-in vorausgeht, für Teilnehmer die noch nicht mit EL AL geflogen sind, etwas ungewohnt. Während des vierstündigen Fluges nach Tel Aviv bot die staatliche israelische Fluggesellschaft einen guten und kostenlosen Bordservice mit Sandwich, Snack und Getränken.

Die Einreiseformalitäten waren rasch erledigt und so spazierten wir am Abend bei mildem, aber kräftigem Wind zu unserem Restaurant am Meer.

Während der nächsten beiden Tage fuhren wir zunächst weiter entlang der Mittelmeerküste über Tel Aviv, Haifa und mit Besuch der alten Kreuzfahrerfestung Akko zum See Genezareth. Die neuesten Ausgrabungen  einer Synagoge aus dem 1. Jh. (Magdala), der Besuch des Berges der Selig­prei­sungen, der Brot­ver­meh­rungs­kirche, eine Andacht am Seeufer und eine Bootsfahrt brachten uns die Wirkungsstätten Jesu am See Genezareth näher. Nach einem kurzen Halt an der Taufstelle Yardenit, fuhren wir durch das Jordantal nach Jericho und weiter nach Bet Jala.

Begleitet von einer christlich-palästinensischen Reiseleiterin fuhren wir nach Hebron zum Besuch der Abrahamsmoschee mit den Patriarchengräbern von Abraham, Jacob und Isaak und deren Frauen. Die Fahrt führt durch palästinensisches Autonomiegebiet, entlang eingezäunter israelischer Siedlungen und durch verschiedene Kontrollstellen. Für uns verwirrend war die Einteilung in verschiedene Zonen, von A bis C mit diversen Unterkategorien, die aber für die palästinensische Bevölkerung von größter Wichtigkeit ist, regelt sie doch die teilweise stark eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten zu ihren Wohnorten und den palästinensischen Gebieten. Bedrückend war der Gang durch die Kontrollstelle und den wenig besuchten Basar sowie der Blick auf die Hebron umgebenden Hügel, die mit israelischen Militärposten besetzt sind. Nach einem interessanten Gespräch und einem Mittagessen im Haus der Familie Mukarker in Bethlehem besuchten wir die Geburtskirche, die ausnahmsweise fast menschenleer war, denn gleich nach uns wurde der russische Ministerpräsident Putin erwartet.

Mit etwas Sorge hatten wir in den Tagen zuvor den Aufenthalt von ca. 50 Staats- und Regierungschefs in Jerusalem und Bethlehem verfolgt, die anlässlich der Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz angereist waren. Straßensperrungen und infolge dessen Änderungen des Programmes können auch sehr kurzfristig vor Ort erfolgen, doch blieben uns dieses Mal solche Umstellungen erspart. Unsere örtliche Partneragentur und die Guides halfen uns, die aktuelle Situation im Auge zu behalten.

Es folgte ein langer Tag mit zahlreichen Besichtigungen in Jerusalem bei leider kühleren Temperaturen und Regen. Bei einer „normalen“ Gruppenreise nach Israel würde man für dieses Programm zwei Tage vorsehen: Yad Vashem, Ölberg, Garten Gethsemane, Altstadtrundgang mit Via Dolorosa und Grabeskirche sowie Zionsberg mit Abendmahlssaal, Davidsgrab und Dormitio Abtei.

Umso angenehmer war der letzte Aufenthaltstag mit einem Ausflug zum Toten Meer mit seinen Dattelpalmplantagen am Ufer. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ging es zunächst nach Qumran und weiter zur Felsenfestung Massada. Mit einem Bad im Toten Meer fand dieser Tag einen besonderen Abschluss.

Am Abreisetag besuchten wir das Cardo und liefen zu Fuß zur Klagemauer und zum Felsendom. Mit der zeitweisen Teilnahme an der Messe in der Dormitio-Abtei sowie des Gottesdienstes in der Erlöserkirche klang diese sehr interessante und abwechslungsreiche Informationsreise nach Israel aus, die  vielfältige positive Eindrücke und gelegentlich zwiespältige Gefühle bei uns hinterließ.

In einem Land wie Israel mit den drei abrahamitischen Religionen Judentum, Islam und Christentum und dem andauernden israelisch-palästinensischen Konflikt, sind während einer Reise Gespräche und Begegnungen von großer Bedeutung. Sie können informelle Informationen liefern und Hintergründe vertiefend erklären. In Bet Jala trafen wir den jungen Pfarrer der ev. lutherischen Reformationsgemeinde, Ashraf Tannous und machten einen kurzen Besuch im evangelischen Schulzentrum Talitha Kumi, das auch palästinensischen Kindern offen steht. In Bethlehem berichtete uns Ursula Mukarker über ihre Arbeit als Traumatherapeutin bei der Organisation „Wings of Hope for trauma“. In Jerusalem nahmen wir am Shabbatgottesdienst der reformierten Har El Synagoge teil, unter der Leitung der Rabbinerin Ada Zavidov.

Einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen trugen auch die örtlichen Guides bei. Unsere Gruppe wurde von drei, sehr erfahrenen Reiseleiterinnen geführt und die Beiträge einzelner Teilnehmer, für die wir uns an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken möchten, sorgten für die Vertiefung von angesprochenen Themen. In der abschließenden Gesprächsrunde mit den Gruppenteilnehmern wurde zum Ausdruck gebracht, dass ein Gesprächspartner die jüdische Seite erläutern sollte und man einen Tag in den palästinensischen Gebieten als einen wichtigen und sinnvollen Programmpunkt erachtet.

Israel ist ein absolut vielseitiges, schönes und hoch interessantes Land, und die Reise hat uns begeistert. Auf kleiner Fläche erlebt man große landschaftliche Kontraste und Besonderheiten – die Mittelmeerküste mit ihren Stränden, der grüne Norden, die Wüsten im Süden und das Tote Meer. Die drei monotheistischen Weltreligionen konzentrieren sich in Jerusalem und dies zu entdecken ist schon etwas Einmaliges. Jedoch bietet Israel nicht nur religiös motivierten Tourismus. Die politisch-kulturellen und archäologischen Besonderheiten in Israel sind ebenso bedeutend und locken zahlreiche Besucher ins Land.

Das Interesse an Gemeinde- und Gruppenreisen nach Israel ist daher weiterhin sehr hoch, entsprechend umfassend ist das Flugangebot:  nonstop mit Lufthansa und EL AL, die seit kurzem auch ab/bis Düsseldorf fliegt oder der Lowcost-Fluggesellschaft Easyjet. Ferner gibt es zahlreiche Umsteigeverbindungen u. a. mit Swiss, Austrian und Turkish Airlines. Man kann sagen, dass inzwischen rund um das ganze Jahr gereist wird, mit Februar und November als Nebensaisonmonate. Die Zeit der jüdischen Feiertage sollte man möglichst aussparen, da die Verfügbarkeit der Hotels stark eingeschränkt ist.

Gerne stehen wir Ihnen mit Vorschlägen und Informationen beratend und unterstützend zur Seite.

Bei der Planung einer eigenen Gemeindefahrt oder Gruppenreise berücksichtigen wir Ihre Wünsche in Bezug auf Termin und Dauer, inhaltliche Schwerpunkte, Hotelauswahl und Wahl der örtlichen Guides. Eine große Auswahl an Programmen, auch mit Wanderungen, finden Sie in unserem Katalog, diese passen wir Ihren Bedürfnissen an.

Bei allen Teilnehmern möchten wir uns für das Interesse an Israel und für das sehr harmonische und freundliche Miteinander während der Reise ganz herzlich bedanken.

Gisela Matheis und Bettina von Hagen