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Neuigkeiten und Hinweise

Informationsreise Kapverden – Ein kurzer Rückblick!

Das Paúl-Tal auf der Insel Sao Vicente

Auf der kapverdischen Inselgruppe mitten im Atlantik ca. 560 km vor Senegal entfernt haben schon die Weltreisenden Alexander von Humboldt, Charles Darwin, Vasco de Gama und Christoph Columbus Station gemacht. Eine Anfang des 15. Jh.  noch menschenleere Insel, die die Portugiesen auf der Suche nach neuen Handelswegen um Afrika herum entdeckten und dann im 15. und 16. Jh. als transatlantischen Stopover- und Versorgerstützpunkt  in die brasilianische Kolonie nützten. Die südliche Insel Santiago war eine wichtige „Umladestation“ und Handelsplatz für den portugiesischen Sklavenhandel.

Was diese Konstellation aus portugiesischem Kolonialismus und Sklavenhandel in den folgenden Jahrhunderten als Mosaik im Laufe der Weltgeschichte hervorgebracht hat, lässt sich von den heutigen Reisenden eindrücklich und beschaulicher beobachten: die erste kreolische Kultursymbiose mit ganz faszinierenden und facettenreichen Gesichtern und einem musikalischen Ausdruck, der die Seele und Identität der Kapverdianer über die letzten 500 Jahre bis heute widerspiegelt. Und dies auf 9 Inseln verteilt in unterschiedlichsten Landschaften mit mildestem Klima in einer Zauberwelt, die für jeden weitgereisten Weltenbummler zu einer echten Bereicherung wird.

Aus Sicht des kapverdischen Tourismus sind die klimatischen Bedingungen, die Lage, die Beschaffenheit sowie die Historie der Inseln eine geniale Fügung, da sie gleichermaßen Badetouristen mit großen Ferienresorts auf den Inseln Sal und Boa Vista, Taucher und Windsurfer wie auch Wanderer und Kulturreisende (letztere auf den Inseln Santiago, Fogo, Sao Vicente und Santo Antao) 100% auf ihre Kosten kommen, ohne sich dabei in die Quere zu kommen.

Wie man als Gruppenverantwortlicher von Gruppen eine Reise auf die Kapverden aufbaut, hängt sowohl vom Interesse wie auch von den internationalen und nationalen Flugverbindungen ab. Kulturreisenden empfehle ich unbedingt, die Inseln Santo Antao, Sao Vicente, Santiago und Fogo zu besichtigen.

Santo Antao ist wegen ihrer steilen Felswände und grünen Täler, die wegen ihrer Schönheit UNESCO-Welterbe verdächtig. Die benachbarte Insel Sao Vicente ist wegen ihrer Hauptstadt Mindelo ein Muss, genauso wie die südlich gelegene Insel Santiago, auf der die Besiedlungsgeschichte der Portugiesen begann. Die Insel Fogo ist wegen ihres gleichnamigen Vulkans bekannt, der im Nov. 2014 ausbrach und zwei Dörfer auf der Caldera zerstörte. Die Fahrt auf den Fogo und über die Caldera war eines der tollsten Erlebnisse für unsere Teilnehmer.

Für den Besuch dieser 4 Inseln muss man mindestens 8 Tage rechnen und einen zusätzlichen Tag, wenn man in Lissabon Zwischenstopp macht, um sich auf die Geschichte des ehemaligen Seefahrervolks einzustimmen und den historischen Weg auf die Kapverden nachzuempfinden.

Wenn man am Ende der Reise noch einige Badetage anhängen möchte, ist das nur auf den östlichen Inseln Sal und Boa Vista sinnvoll, weil dort der Wind mit dem über 500 km entfernten westafrikanischen Saharasand wunderbare Strände gezaubert hat.  Die Ferienanlagen sind auf diesen beiden Inseln entsprechend zahlreich vertreten.

Bei einer Kulturreise (mit evtl. Badeverlängerung) sind im Moment nur Flugkombinationen mit TAP (die portugiesische Fluggesellschaft) sinnvoll, weil diese von mehreren deutschen Flughäfen über Lissabon sowohl die Inseln Sao Vicente und Santiago, wie auch die Badeinslen Sal und Boa Vista anfliegt. Die inländische Fluggesellschaft Binder verbindet die Inseln untereinander mit im Moment nur zwei ATR Turboprop Maschinen, bald aber mit einer dritten Maschine. Entsprechend dünn ist auch der Flugplan.

In welcher Reihenfolge man die Inseln besucht, hängt ein wenig davon ab, ob man die Stadt Lissabon mit ins Programm nimmt und/oder ob das Kapverdenprogramm streng nach der Besiedlungsgeschichte strukturieren möchte. Ob man eher angenehmere Tagesflüge ab/bis Lissabon vorzieht, oder ob auch Nachtflüge für die Gruppe in Frage kommen?

Das kapverdische Inselarchipel ist im Prinzip ganzjährig zu bereisen, es herrschen durchweg um die 25 bis 30 Grad. Im September/Oktober gibt es eine Regenzeit, die die Inseln besonders schön erblühen lassen. Auch das ist, vor allem für Wanderer, eine gute Reisezeit. Die Hauptsaison ist dennoch eher von November bis Ostern, da die mitteleuropäischen Touristen von unseren kühlen Gefilden in die Wärme kommen wollen.

Die Fahrten auf allen Inseln werden für Gruppen in Toyota Coaster Bussen gemacht, die 22 Sitzplätze haben, aber wegen des Komforts nur mit max. 16 Personen belegt werden sollten. Große Busse gibt es auf den Kapverden nicht!

Unsere Hotels auf den 4 Inseln hatten allesamt 4 Sterne und sehr gute Lagen, besser als wir das erwartet hatten. Die Abendessen nahmen wir außerhalb, jeweils in sehr netten Restaurants mit landestypischer, sehr guter Küche ein! Zweimal gab es auch ein Mittagessen, weil es vom Programmverlauf und der Verfügbarkeit einfach Sinn machte. An den Wochenenden spielen in den Restaurants oft Musikgruppen typisch kapverdische Musik. Toll!

Unser deutscher  Guide war ganz hervorragend und ist in jeder Hinsicht zu empfehlen! Da er schon viele Jahre auf den Kapverden lebt und hier auch verheiratet ist, brachte er uns nicht nur die Geschichte der Inseln, sondern auch das Leben der Menschen und die Musik näher.

Eine wunderbare und lohnende Reise in einen unerwartet abwechslungsreichen Inselstaat mitten im Atlantik. Ein Archipel, das in Zukunft sicher von den Kulturreisenden entdeckt werden will und bis dahin seinen Charme sicherlich nicht verlieren wird.

In der ECC-Fotogalerie und auf Youtube finden Sie meine Fotos unserer Informationsreisen. Für die Planung Ihrer Gruppenreise berate ich Sie gerne. Ein aktuelles Beispielprogramm finden Sie in unserem Fernreisekatalog.

Bei unserer kapverdischen Partneragentur und den Reiseteilnehmern möchte ich mich für das tolle Miteinander und Gelingen ganz herzlich bedanken!

Ihr Guido Völkel