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Informationsreise nach Ägypten - Ein kurzer Rückblick

 

Informationsreise nach Ägypten – Ein kurzer Rückblick!

Ägypten ist für viele Reisende das großartigste und wichtigste Kulturreiseziel der Menschheit. Wahrscheinlich auch deswegen, weil seine monumentalen Kulturdenkmäler und Kunstschätze uns in ihrer Entstehung noch heute ein Rätsel sind und das komplexe Weltbild der alten Ägypter Vorbild vieler Kulturen war, die folgten. Gleichzeitig erscheinen uns (Europäern) die biblischen Landschaften des Nils mit dem fruchtbaren Delta und den Nil-Randstreifen in Mittel- und Oberägypten sowie die Wüsten, die direkt dahinter beginnen so vertraut und Nahe, als wären sie tief in uns eingespeichert. Archaisch ist auch das mittelalterliche Leben der oberägyptischen Fellachen, die ihrem Tagewerk wie vor Tausenden von Jahren nachgehen.

Unsere Informationsreise im Januar 2019 war die erste seit dem Arabischen Frühling 2011 und führte uns in acht Tagen zu den wichtigsten Höhepunkten in Kairo, Luxor und Assuan. Ein dichtes Programm, das uns, wie wahrscheinlich allen Ägyptenreisenden, aufgrund der Fülle an Sehenswürdigkeiten einiges an Aufnahmefähigkeit abverlangte.

Erstaunlich, dass schon im Januar so viele Touristengruppen, vor allem aus Asien, zu sehen waren. Der Tourismus boomt, die Hotels sind alle gut in Schuss, die ägyptischen Reisebusse neu und die ägyptischen Reiseleiter geben Erklärungen in allen Weltsprachen. Interessant auch, dass von der Altertümerverwaltung in den letzten Jahren viel an den Sehenswürdigkeiten verbessert wurde. Renovierungen und Restaurierungen allenthalben. So wird das „noch aktuelle Nationalmuseum“ frisch gestrichen und Lichtinstallationen werden modernisiert. Das grandiose Serapeum in Sakkara ist nach gut 15-jährigen Arbeiten wiedereröffnet, so wie auch das Grab des Sethos I. im Tal der Könige und das Grab der Nofretete im Tal der Königinnen. Im Karnak-Tempel werden unzählige Steine sortiert und zwei Pylone (der 9. und 10.) im Osten der Anlage wieder aufgebaut. Ja sogar die seit 1972 laufende Sound & Light Show in Karnak wurde mit neuen Projektionen erweitert. Spannend ist auch das Projekt der Sphingenallee zwischen dem Luxor- und Karnak-Tempel, welche die beiden Tempel bald wieder miteinander verbinden wird. Einige Häuser müssen noch weichen, darunter auch die Ev. Kirche in Luxor, für die man einen anderen Platz sucht.

All diese Anstrengungen zeigen, dass Ägypten in touristischer Hinsicht auch in Zukunft gut aufgestellt sein will. Erfreulich ist auch, dass jetzt wieder in den Museen und im Tal der Könige (gegen Gebühr) fotografiert werden darf. Das ist im Smartphone-Zeitalter nur logisch und sinnvoll.

Um Touristen ins Land zu bringen, muss natürlich auch die Sicherheit beitragen, an der nochmal sehr gefeilt wurde. Sichtbar war die Polizeipräsenz schon seit dem ersten Anschlag in Hatschepsut 1997.  Die Polizei/das Militär sind seitdem professioneller geschult, wesentlich organisierter und handeln konsequenter. Die Regierung tut alles Erdenkliche, um die Sicherheit der ausländischen Gäste zu gewährleisten.

Das Reizvolle an Ägypten als Reiseziel ist auch, dass es mit einer Reise nicht getan ist. Mindestens sieben Reisen bräuchte man, um das Land für sich in Gänze einigermaßen zu erschließen:

  • Eine klassische Reise mit Kairo, Assuan, Abu Simbel und Luxor
  • Eine Reise auf christlichen Spuren mit dem Sinai, Antonius- und Pauluskloster, dem Nildelta und dem Wadi Natrun
  • Eine Überlandreise oder per Schiff durch Mittelägypten
  • Eine Reise in Oberägypten, auf dem Nassersee ins Goldene Nubien
  • Eine Reise in die Westliche Wüste
  • Eine Reise für Kenner zu den Sehenswürdigkeiten in Kairo, Luxor und Assuan, für die auf einer Erstreise keine Zeit bleibt (allein hierfür könnte man 8 Tage ansetzen)
  • Eine Woche „Kairo intensiv“ inklusive eines Dialog- und Begegnungsprogramms

Ägypten und die altägyptische Kultur bieten ein breites Spektrum an Reisevarianten, für das Sie in unserem Katalog die unterschiedlichsten Programme finden.

Wie unerschöpflich und umfassend das Thema Ägypten ist, stellte Werner Hönig aus Nordhorn (Teilnehmer unserer Reise) in seinem Vortrag eindrucksvoll unter Beweis. Seit 40 Jahren beschäftigt sich der Vermessungstechniker mit der Cheops-Pyramide und deren baulicher Beschaffenheit. In Veröffentlichungen wie den „Discussions in Egyptology“ aus Oxford und den von der Georg-August Universität herausgegebenen „Göttinger Miszellen“ beweist er unter anderem, dass der Aufbau und die Geometrie der Cheops-Pyramide auf der Zahl Pi und dem Goldenen Schnitt basieren und wie die Symbolik der ägyptischen Götterwelt in ihren Darstellungen auf die Achsensymmetrie ausgerichtet ist. Unglaubliche Fakten!

In einem weiteren hochinteressanten Vortrag von Herrn Pastor Nielbock ging es um das komplexe Weltbild der alten Ägypter und wie es die Grundlage für die gut 3000-jährige Schaffenszeit von der 1. Dynastie bis zur Herrschaft der griechischen Könige war. Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie in unserem Reiseblog.

An beide nochmals mein und unser ganz herzlicher Dank für die spannenden Referate.

Ich berate Sie sehr gerne bei der Planung einer Reise in ein Land, in das ECC seit 40 Jahren Reisen veranstaltet und das mir in den letzten 20 Jahren sehr vertraut wurde und am Herzen liegt. Dass die Nachfrage jetzt wieder zunimmt freut mich sehr und gibt Hoffnung für die Menschen im Land, die auf den Tourismus so sehr angewiesen sind, wie kaum in einem anderen Land der Welt.

Ein herzliches Dankeschön an unsere langjährige Reiseagentur und an Herrn Dr. Tharwat Kades, der uns und unsere Gruppen seit 40 Jahren bei der Vermittlung von Begegnungen und Dialog in Ägypten unterstützt. 
Zum neuesten Dialogprojekt von Herrn Dr. Kades in Kairo finden Sie in unserem Blog eine ausführliche Beschreibung.

Auch bei unserer Reisegruppe möchte ich mich für den interessanten Austausch und das tolle Miteinander während der Reise ganz herzlich bedanken.

Guido Völkel

Link zur Fotogalerie bzw. zum Youtube Video