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Neuigkeiten und Hinweise

Informationsreise nach Äthiopien - Ein kurzer Rückblick!

Kloster auf dem Tanasee

Debre-Berhan-Selassie Kirche, Gondar

Tissisat-Wasserfälle, Bahar Dar

Bet Giorgis Kirche, Lalibela

In den letzten Jahren hat Äthiopien deutlich an touristischem Profil und Bekanntheit gewonnen. Das macht sich durch Berichte in den Medien sowie Rückmeldungen von Freunden, Bekannten und natürlich durch Gruppenanfragen für dieses Land bemerkbar. Äthiopien ist kein Geheimtipp mehr, sondern hat sich zu einem etablierten Kulturreiseziel entwickelt. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man die touristische Infrastruktur des Landes vor 20 Jahren kannte und die (Un-)Kenntnis der Weltreisenden über Äthiopien von früher und heute vergleicht. Waren im Jahr 2000 noch gut 100.000 Touristen im Land, sind es 2019 fast eine Millionen Besucher gewesen. Eine starke und trotzdem umsichtige Entwicklung, die das Land Jahr für Jahr in kleinen Schritten vollzogen hat, ganz ohne große touristische Übertreibungen.

Zu Recht rückt Äthiopien in das Blickfeld von Kulturreisenden, denn es ist ein grandioses Reiseland mit herrlichen und majestätischen Landschaften, freundlichen und herzlichen Menschen sowie einer faszinierenden und erstaunlichen Geschichte. Hier ein kurzer Überblick für Gruppenorganisatoren und Reisende, die eine Gemeindereise/Studienreise nach Äthiopien planen:

Der Afrikanische Grabenbruch

Auf 6000 Kilometer Länge durchzieht der zwischen 30 und 100 Kilometer breite Grabenbruch das östliche Afrika vom Horn von Afrika in Eritrea und Äthiopien bis zum Oberlauf des Sambesi. Durch plattentektonische Bewegungen trennt sich seit gut 35 Millionen Jahren die Somaliaplatte von der Arabischen und Afrikanischen Platte ab. Das Ergebnis macht sich anschaulich an der äthiopischen Topographie bemerkbar. Berge mit Abruchkanten (Hochland von Abessinien), Tiefebenen und heiße Wüsten (Danakil), Kraterseen (z. B. der Tanasee und Chamo-See) und herrliche fruchtbare Ebenen südlich von Addis Abeba. Allein die Besonderheit der Landschaften des Afrikanischen Grabenbruchs in Äthiopien ist schon eine Reise wert!

Sabäische Wurzeln - importiert von der südarabischen Halbinsel

Vor 3000 Jahren machten sich die Sabäer aus dem heutigen Jemen auf den Weg über das Rote Meer in den Süden Eritreas und weiter in das nördliche Hochland Äthiopiens und gründeten in Yeha ein politisches und religiöses Zentrum. Das Deutsche Archäologische Institut unter Iris Gerlach gräbt dort seit gut 10 Jahren und schließt nach und nach die Lücken der Geschichte und Kultur des sabäischen Volkes. Sehr spannend!

Aksumitisches Reich - zweitältestes christliches Land nach Armenien

Vom 1. bis 10. Jh. n. Chr. umfasste das Aksmutische Reich das heutige Eritrea, Teile Äthiopiens, des Sudans und des Südjemens. Durch den Handel mit Indien und dem Römischen Reich erlangte man Wohlstand. Der Tyrer (heutiges Libanon) Frumentius bekehrte König Ezana zum Christentum und Aksum wurde der erste christliche, schwarzafrikanische Staat. Der deutsche Orientalist und Multigenie Enno Littmann leitete 1906 die legendäre Deutsche Aksum-Expedition im Auftrag des Kaisers und führte die ersten archäologischen Ausgrabungen durch. Der Stelenpark in Axum ist bis heute einer der Höhepunkte einer Reise nach Äthiopien.

Engel helfen beim Bau der Felsenkirchen in Lalibela

Das „Neue Jerusalem“ der orthodoxen Christen mit den weltberühmten monolithischen Felsenkirchen wurde unter König Lalibela um das Jahr 1250 aus dem roten Tuffstein-Felsen gehauen und gemeißelt. Jede der elf Kirchen ist architektonisch so imposant und einzigartig, dass der Legende nach Engel bei der Ausführung geholfen haben müssen. Die tief verwurzelte religiöse Tradition des Landes spiegelt sich im Bau dieser unfaßbaren Architektur in besonderem Maße wider.

Der Tanasee  - Rückzugsgebiet im Mittelalter und Quelle des Blauen Nils

Der Tanasee ist der größte See des Landes und der höchstgelegene in Afrika. Auf 20 der 30 Inseln des Tanasees befinden sich Klöster, die im 14. Jh. Zufluchtsorte vor Invasoren und Versteck für Heiligtümer und wertvolle Kunstschätze waren. Der Überlauf im Süden des Sees speist den Blauen Nil, der in Khartum auf den Weißen Nil (vom Victoria See kommend) trifft und weiter durch den Sudan und Ägypten bis ins Mittelmeer fließt. Ägyptens alljährliche Nilschwemme (zwischen Juni und August) und der damit verbundene Wohlstand und schließlich auch das (Götter)-Weltbild der alten Ägypter speist sich also aus dem Wasser des äthiopischen Hochlands.

Aksum - Hüter der Bundeslade

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion brachte der von Heimweh geplagte Menelik, Sohn von Salomon und der Königin von Saba, die Bundeslade aus Jerusalem bis ins äthiopische Hochland nach Axum, wo sie sich noch heute befindet. Sie wird von einem Priester streng behütet und ist nicht zu besichtigen, weder für Geistliche noch für Einheimische oder fremde Besucher. Wer diese Geschichte nicht ganz glauben kann, sollte sich vor Ort begeben und wird sich überzeugen lassen!

Gondar – Stadt der Könige

Als Europäer staunt man nicht schlecht, wenn man den Burgbezirk in Gondar zum ersten Mal sieht. Eine nach portugiesischem Vorbild mit arabischen und hinduistischen Einflüssen im 17. Jh. erbaute Anlage mit verschiedenen Palästen, Kirchen und weiteren Gebäuden auf afrikanischem Boden! Gondar war die Residenzstadt des Kaisers Fasilidas und vieler seiner Nachfolger bis Mitte des 19. Jahrhunderts.

Von König Salomon und der Königin von Saba bis in die Neuzeit

Das Selbstverständnis der Äthiopier begründet sich aus den seit 1700 Jahren währenden christlichen Traditionen des Landes und aus der Abstammungslinie der äthiopischen Könige und Kaiser, die bis König Salomon und der Königin von Saba zurückreichen. Mit Haile Selassies Tod 1974 endete diese Linie, bleibt aber im Herzen vieler Äthiopier – vor allem der älteren Generation - noch lebendig. Als Frankfurter darf ich anmerken, dass die Salomonische Dynastie bis in unsere Stadt am Main zur Kaiserlichen Hoheit Dr. Asfa-Wossen Asserate, Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie, reicht.

Multiethnisches Äthiopien

Die Bevölkerung Äthiopiens besteht aus 80 Ethnien, 50 davon im Süden des Landes. Unsere Informationsreise im November 2010 führte zu einigen der interessantesten Stämme und Ethnien Südäthiopiens. Den Bericht zu dieser Reise finde Sie unter:
ecc-studienreisen.de/informationsreisen/inforeisen-rueckblicke/berichte-details/news/informationsreise-in-den-sueden-aethiopiens-ein-kurzer-rueckblick.html

Äthiopien ist ein überaus faszinierendes und geschichtsträchtiges Reiseziel am Horn von Afrika, das einen zum Staunen bringt und viele Emotionen weckt. Für eine erste Gruppenreise nach Äthiopien ist  die „historischen Route der Königin von Saba“ im nördlichen Hochland mit Addis Abeba, Bahar Dar, dem Tanasee, Gondar, dem Simiengebirge, Axum und Lalibela empfehlenswert.


Auf unserer Webseite finden Sie Musterprogramme für den Norden und den Süden und Osten sowie eine Kombinationsreise Norden und Süden.
https://ecc-studienreisen.de/online-katalog/auf-der-historischen-route-zu-den-spuren-der-koenigin-von-saba.html

Meine Fotos unserer Informationsreisen finden Sie unter den folgenden Links:

Link zur Fotogalerie Norden:

https://ecc-studienreisen.de/fotogalerie/galerie/aethiopien.html

Link zum Video mit den Fotos:

https://www.youtube.com/watch?v=VBRgOMUn-Yc

Link zum Video mit den Fotos aus dem Süden:

https://www.youtube.com/watch?v=OiQNKnoQ1J4&t=24s


Ich würde mich sehr freuen, Sie ausführlich bei der Planung einer Gruppenreise/Kulturreise nach Äthiopien beraten zu dürfen und erstelle Ihnen gerne ein Preisangebot.

Bei unserem theologischen Reiseleiter und Kenner des Landes, Herrn Domprediger em. Joachim Hempel, bei unserem äthiopischen Reiseleiter, sowie bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern möchte ich mich ganz herzlich für das tolle Gelingen unserer Reise und das Miteinander bedanken.

Mit herzlichen Grüßen
Guido Völkel