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Neuigkeiten und Hinweise

Informationsreise nach Albanien und Mazedonien – Ein kurzer Rückblick!

Ohrid-See in Mazedonien

Sechs Jahre nach unserer ersten Informationstour sind wir im Oktober erneut nach Albanien gereist, mit einem kurzen Aufenthalt in Mazedonien. Auch dieses Mal haben uns die beiden Balkanstaaten positiv überrascht und überzeugt  – durch ihre landschaftliche Vielfalt und Schönheit, durch ihr reiches kulturelles Erbe, das sich in den Welterbe-Stätten Berat, Gjirokaster, Butrint und Ohrid zeigt, durch die Vielzahl wertvoller byzantinischen Kirchen, durch die Moscheen und nicht zuletzt durch die Freundlichkeit der Einheimischen.

Vorneweg einige Fakten zu Albanien, das mit ca. 29.000 km² etwa so groß wie das Land Brandenburg ist, und knapp 3 Mio. Einwohner hat. Bis zu 70 Prozent der Bevölkerung sind Muslime, etwa 20 Prozent griechisch-orthodox und ca. 10 Prozent römisch-katholisch, und die religiösen Gruppen leben in bemerkenswerter Toleranz zusammen.

Trotz der relativ kleinen Landesfläche sind die Entfernungen nicht zu unterschätzen – Albanien ist ein gebirgiges Land, die Straßen winden sich entlang der Küste, Berge und Flüsse. Es werden aber auch neue Straßen gebaut, beispielsweise die Strecke von Tirana nach Butrint, die ein zügiges und verkürztes Fahren und neue Routenplanungen erlauben.

Wie bei den meisten unserer Informationsreisen erwartete die Teilnehmer ein dichtes Programm: In der Hauptstadt Tirana ein Besuch des Nationalmuseums, das mit einer eigenen Abteilung an die Zeit des Kommunismus unter der Herrschaft von Enver Hoxha und die damit verbundene, jahrzehntelange, fast vollständige Isolation des Landes erinnert. Ein kurzer Bummel über den neu gestalteten Skanderbegplatz und den Basar rundeten den ersten Tag ab.

Das Bergstädtchen Kruje nördlich von Tirana hat vor allem wegen des Skanderbeg-Museums große Bedeutung. Dem albanischen Nationalhelden ist ein ganzes Museum gewidmet, für Einheimische und Touristen gleichermaßen ein Besuchermagnet. Weiter ging es an die Mittelmeerküste nach Durres, einer der Ausgangspunkte der antiken Via Egnatia. Vom Amphitheater ist nur sehr wenig erhalten, ein Besuch dieser Ausgrabung unseres Erachtens nicht sehr lohnenswert. Landeinwärts liegt Berat mit dem Burgviertel Kalaja, dem Onufri-Museum mit wertvollen Ikonen und das Stadtviertel Mangalem. Wegen der großen Fenster in den Hausfassaden wird Berat auch als „Stadt der tausend Fenster“ bezeichnet und wurde in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

Zurück am Meer gab es einen kurzen Halt in Vlora mit dem Besuch der Moschee von Muradie und des kleinen Museums, das an die Befreiung von der osmanischen Herrschaft im Jahr 1912 erinnert. Ab hier führt die Straße weitestgehend parallel zur Küste - mit herrlichen Eindrücken von der Landschaft - in den Süden des Landes nach Saranda.

Einer der Höhepunkte erwartete uns am nächsten Morgen – der Besuch von Butrint. Diese wunderbare Ausgrabungsstätte liegt am Ufer des Butrint-Sees, gegenüber der griechischen Insel Korfu. Sie ist eingebettet in einen lichten Wald und ihre Ursprünge reichen bis ins 8. Jh. vor Chr. zurück. Gut zu erkennen sind Reste der illyrischen Mauern. Auch die Griechen und Römer hinterließen deutliche Spuren u. a. das Theater, der Asklepios-Tempel, das Baptisterium und die hohen Mauern der frühchristlich byzantinischen Basilika. Butrint und ebenso Gjirokastra, das wir am Nachmittag erreichten, sind UNESCO-Welterbestätten. Von der gewaltigen Festung in Gjirokastra genießt man einen herrlichen Blick auf die Stadt und in das Drinos-Tal. Der Baustil der Häuser der Altstadt mit ihren steingedeckten Dächern und hölzernen Streben wird auch als „Balkanarchitektur“ bezeichnet. Zwei bekannte Söhne der Stadt sind Enver Hoxha und der Schriftsteller Ismael Kadaré.

Einen ganzen Tag benötigten wir um die Strecke von Gjirokaster, durch das Tal des Viosa-Flusses und über die die Gebirgskette Mali i Lunxherise bis zum Ohrid-See in Mazedonien zu bewältigen. Normalerweise ist bei dieser Fahrt eine Übernachtung in Korca vorgesehen. Wir hingegen unterbrachen diese reizvolle Panoramafahrt mit einem Halt in Korca und besuchten eine der ältesten Moscheen des Landes, die Mirahori-Moschee und die erst 1995 erbaute Auferstehungs­kathedrale, die zur albanisch-orthodoxen Kirche gehört. Nach einer zügigen Überquerung der Grenze und Einreise nach Mazedonien erreichten wir am Abend die Klosteranlage Sveti Naum aus dem Jahre 900. Die kleine sehenswerte Kirche ist vollständig mit Fresken aus der Zeit um 1800 geschmückt.

Die gesamte Region ist sowohl UNESCO-Weltkultur-  als auch Naturerbe. Die Stadt Ohrid ist eine der ältesten Siedlungsgebiete Europas, mit einer Vielzahl von frühchristlichen und byzantinischen Kirchen und Klöstern. Nicht zuletzt die älteste slawische Universität machten Ohrid zu einem bedeutenden religiösen und kulturellen Zentrum. Der See, der vor der Eiszeit entstand, ist eine der ältesten Seen der Welt und Heimat zahlreicher endemischer Tier- und Pflanzenarten.

Am nächsten Morgen begleitete ein leichter Regen unseren Stadtrundgang in Bitola mit seinen schönen Renaissance- und Barockfassaden. Unser Augenmerk lag jedoch auf dem Besuch der Ausgrabungen von Heraklea mit wenigen noch erhaltenen, aber dank des Regens sehr farbintensiven Mosaiken aus römischer und byzantinischer Zeit. Während unserer Bootsfahrt auf dem Ohrid-See blieb es trocken und wir konnten einen Blick auf die Stadt Ohrid und deren Wahrzeichen, die kleine Kirche Sv. Jovan Kaneo genießen.

Eine intensive Besichtigung mit dem mazedonischen Guide durch das „Jerusalem des Balkan“ wie Ohrid auch genannt wird, zeigte uns die zahlreichen kunsthistorischen Schätze, allen voran die wertvollen Fresken aus dem 11. Jh. in der Kirche der Hl. Sofia und die besonders lebendig gestalteten Fresken in der Kirche Sv. Bogorodica Perivlepta aus dem späten 13. Jh.  Noch befindet sich die Sammlung mit wertvollen historischen Ikonen im Haus gegenüber. Im Stadtviertel Plaosnik wurde die von den Osmanen zerstörte Kirche Sv. Pantelejmon Anfang 2002 neu erbaut, im Innern das Grab des Heiligen Kliment. In diesem Areal mit Bauten aus dem 5. Jh. wird ein Zentrum der Orthodoxie entstehen, u. a. mit einem neuen Ikonenmuseum sowie einer Ausbildungseinrichtung für orthodoxe Priester. Die Rückfahrt nach Tirana erfolgte über Elbasan mit seiner noch intakten Altstadt und Stadtmauer. In kommunistischer Zeit war Elbasan das Zentrum der albanischen Stahlproduktion. Der Abend klang aus bei einem Abendessen mit köstlichen albanischen Spezialitäten.

Am Abreisetag empfingen uns der Leiter und ein albanischer Partner der Konrad-Adenauer-Stiftung und standen für ein Gespräch zur Verfügung. Offen bleibt, ob Albanien den Weg in die EU beschreiten kann, denn Korruption bereitet dem Land große Schwierigkeiten. Ferner haben die jungen und gut ausgebildeten Albaner nur wenig berufliche Perspektiven und verlassen in großer Zahl ihre Heimat. Vor dem Transfer zum Flughafen besuchten wir noch das Büro unserer Partneragentur für ein kurzes Kennenlernen.

Die Informationsreise nach Albanien und Mazedonien hat gezeigt, dass es nach 6 Jahren eine deutlich verbesserte touristische Infrastruktur gibt. Mehr und bessere Hotels mit einer höheren Servicequalität, eine größere Auswahl an qualifizierten, Deutsch sprechenden Guides und teilweise verbesserte Straßenverhältnisse. Viele Innenstädte sind neu gestaltet worden und auch für Besucher deutlich attraktiver geworden.  

Das Programm dieser 8-tägigen Informationsreise lässt sich bequem in 10 Tagen als reguläre Gruppenreise planen und ist die ideale Route für einen ersten Besuch in Albanien. Länderkombinationen z. B. mit Mazedonien, Montenegro und der Bucht von Kotor, mit dem Kosovo und anderen benachbarten Ländern sind möglich, was die Reisedauer um mindesten 2-3 Tage verlängern würden.

Aufgrund der Nord-Süd-Ausdehnung des Landes sind Hotelwechsel erforderlich, um alle wesentlichen Besichtigungen einzuschließen. Bei einer Reise mit Standort Durres sind der Norden bis Shkoder, der Osten bis Ohrid und der Süden bis Vlora als Besuchsorte möglich, jedoch nicht der Besuch von Butrint.

Tirana ist ein Ziel mit kurzer Flugdauer: die Hauptstadt ist mit Lufthansa und Adria Airways-Flügen ab Frankfurt und München nonstop in 1,5 bis 2 Stunden gut erreichbar, ferner fliegt Germania nonstop ab Düsseldorf in knapp 2,5 Std. nach Tirana. Lufthansa bietet ab allen deutschen Flughäfen Zubringerdienste an, ebenso gibt es ab vielen deutschen Flughäfen Umsteigeverbindungen mit Austrian Airlines.

Begegnungen mit kirchlichen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Einrichtungen können auf Anfrage vorgesehen werden.

Bei der Planung einer eigenen Gruppenreise stehen wir Ihnen gerne mit Vorschlägen und Informationen beratend zur Seite. Verschiedene Programme von 8 bis 12 Tagen Dauer, auch als Standortreise finden Sie in unserem Online-Katalog oder im Katalog „Kompakt und preiswert“.

Bei allen Teilnehmern möchte ich mich für das Interesse an Albanien und Mazedonien, für das sehr harmonische Miteinander während der Reise und für die Beiträge einzelner Teilnehmer ganz herzlich bedanken.

Gisela Matheis