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Informationsreise nach Armenien - Ein kurzer Rückblick!

Tatev-Kloster im Süden Armeniens

 

Für Armenien trifft die Bezeichnung des Schmelztiegels, Handelsdrehkreuzes und Knotenpunktes in vielerlei Hinsicht zu: geografisch, kulturell, religiös und ethnisch!

Ein kleines Land (so groß wie Belgien) im Übergang zwischen Kleinasien und Transkaukasien mit den Nachbarn Türkei im Osten, Georgien im Norden, Aserbaidschan im Westen, Iran im Südosten und der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan im Süden. Der ehemals große Bruder Russland liegt nicht weit, gleich über Georgien, zwei Landesgrenzen entfernt. Das Schwarze Meer und das Kaspische Meer befinden sich in jeweils 200 bis 300 km Reichweite im Westen bzw. im Osten. Historisch, kulturell, politisch und natürlich auch durch ihre christliche Identität sehen sich die Armenien eher als Europäer, geographisch gesehen liegt das Land aber in Asien, auch wenn das die Armenien manchmal gerne umdeuten.

Die Urartäer, das Vorgängervolk der Armenier vom 9. Jh. v. Chr. bis zum 7. Jh. n. Chr., mit einer Ausdehnung in den Westen bis zum Vansee in der Türkei, hatten kulturelle mesopotamische Einflüsse aus Assyrien, Akkadien, Medien und Babylonien auf der einen Seite und auf der anderen Seite später auch zoroastrische Einflüsse aus Persien durch die Herrschaft der Achäemiden bis ins 3. Jhr. v. Chr.
Ihre größte Ausdehnung hatte Armenien dann im 1. Jh. v. Christi Geburt unter Tigran dem Großen, als die Grenzen vom Kaspischen Meer bis zum Mittelmeer reichten.

Die Römer im Westen und die Perser im Osten bedrängten Armenien dann aber so sehr, dass das Land mehrfach geteilt wurde. In dieser Zeit wurde König Trdat III vom heiligen Gregor, dem Erleuchter, zum Christentum bekehrt und Armenien im Jahr 301 so zum ersten christlichen Staat!

Armenische Herrschergeschlechter führten das Königreich mit der Hauptstadt Ani und später als Fürstentum Kilikien mit unterschiedlichen Ausdehnungen zur Blüte, bis dieser im 14. Jh. durch die Mamelukken und später durch die Osmanen ein Ende gesetzt wurde. In der Neuzeit geriet Armenien immer mehr zwischen die Fronten des zaristischen Russlands, des islamischen Irans und des Osmanischen Reichs bis hin zum schrecklichen Genozid 1915 bis 1922.

1991 ist Armenien aus dem kommunistischen Staatenbündnis ausgetreten und seitdem unabhängig. Trotz oder auch wegen der jahrhundertelangen Fremdherrschaften, Verfolgungen und Zerstörungen hat sich das kleine armenische Volk seine Kultur und Identität bis heute erhalten und macht einen Besuch für uns Reisende überraschend interessant.

Durch die vielen wunderbar gelegenen Klöster und Kirchen im ganzen Land sind die Besuche derselben Schwerpunkt und roter Faden einer jeden Reise. Umrahmt von der herrlichen Kulisse des südlichen Kaukasus im Norden, der östlichen Hochebene mit dem Sevan-See, den südlichen unzugänglichen Vardenisbergen und der fruchtbaren Araratebene mit dem gleichnamigen heiligen Berg der Armenien auf türkischen Boden. In der Haupstadt Eriwan leben 1 Mio. der insgesamt 3 Mio. Armenier, einer alten-jungen, aufstrebenden und sehenswerten Stadt.

Um das Programm ausgewogen zu gestalten, gibt es die Möglichkeit neben den Kirchen- und Klosterbesichtigungen auch kleine Wanderungen zu machen, Weinverkostungen oder einen Weinbrandherstellungsbetrieb zu sehen, Museumsbesuche mit den verschiedensten Themenschwerpunkten und Interessen anzubieten sowie einen Besuch bei einem Musikinstrumentenbauer zu organisieren. Darüber hinaus bieten sich viele Begegnungsmöglichkeiten im kirchlichen und wissenschaftlichen Bereich an sowie Musikdarbietungen ganz großartiger Qualität.

Im Moment gibt es keine Fluggesellschaft, die Nonstopverbindungen von Deutschland nach Eriwan anbietet, sondern nur Umsteigeverbindungen, diese allerdings von praktisch allen deutschen Flughäfen mit LOT, Aeroflot, Austrian Airlines und Ukraine Airlines über Warschau, Moskau, Wien oder Kiev.
Das Hotelangebot wird von Jahr zu Jahr besser und bietet jetzt auch im Norden und Süden des Landes sehr gute Qualität. In Eriwan gibt es ausreichend gute Hotels im 3-Sterne und 4-Sterne Bereich sowohl im Stadtzentrum wie auch etwas außerhalb des Stadtzentrums, je nach Budget. Die Führung, der Transport und die Organisation im Land ist erstklassig.

In unserem Katalog bieten wir eine 8-, 10- und 12-tägige Reise sowie eine Wanderreise an. Von einer 8-tägigen Kurzreise mit Standort in Eriwan bis zur umfangreichen Reise für Kenner und Wiederholer. Der Reisepreis lässt sich je nach Budget schon ab unter € 1.000,-- p.P. bei 31 Teilnehmern und 8 Tagen ansetzen.

Die Reise war für uns alle eine Bereicherung und fand in der Woche des von der Bevölkerung geforderten Rücktritts des Ministerpräsidenten statt. Die friedlichen und erfolgreichen Demonstrationen wie auch der eintägige Generalstreik mit Straßenblockaden im ganzen Land lassen die jungen Armenier und ihren neuen Ministerpräsidenten positiv in die Zukunft blicken und haben unserer Gruppe ob der Energie und Zuversicht der Menschen sehr beeindruckt. Vielleicht ein Zeitenwandel in eine wirtschaftlich und politisch bessere Zukunft eines Volkes mit 3000 Jahre alter, beeindruckend starker Identität.

Ihr Guido Völkel

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