Osttürkei - Gruppen-Kulturreise nach Maß
Wiege alter Kulturen und orientalisches Christentum in Ostanatolien
1. Tag:
Flug mit Turkish Airlines von Deutschland über Istanbul nach Erzurum. Begrüßung durch die türkische Reiseführung und Transfer zum Hotel.
Abendessen und Übernachtung Erzurum.
2. Tag:
In Erzurum Besichtigung der Ykutiye-Medrese aus dem 14. Jh., die mit ihrem markanten, blau-grün gefliesten Einzelminarett und der prächtig verzierten Portalzone ein architektonisches Schmuckstück ist. Anschließend Fahrt durch das größte und höchstgelegenste Lavaplateau Anatoliens nach Kars und weiter nach Ani, einstige Hauptstadt des Armenischen Reiches im 11. Jh., der “Stadt der 1000 Kirchen”. Rundgang und Besichtigung der Anlage, ehemals eine Stadt des Handels und Handwerks und Station auf der Seidenstraße. Ani liegt auf einem Plateau umgeben von einer Schlucht und dem Fluss Arpa Cayi, der die natürliche Grenze zwischen der Türkei und Armenien bildet. Weiterfahrt nach Doğubeyazıt am Fuß des 5165 m hohen Ararat, wo der Überlieferung nach die Arche Noah gestrandet ist. Am Nachmittag Besichtigung des Ishak-Pascha-Palastes aus dem 18. Jh., der sich hoch am Berg über einer urartäischen Befestigungsanlage erhebt.
Abendessen und Übernachtung Doğubayazıt.
Optionaler, zusätzlicher Tag in Doğubayazıt.
Am Vormittag halbtägige Wanderung entlang der unteren Hänge am Südfuß des Ararat. Startpunkt ist das Dorf Eli (Eliköyü) auf ca. 2.200 m Höhe, ca. 30 min von Doğubayazıt entfernt. Aufstieg über Weidewege, die auch von Nomaden und deren Schafen/Ziegen benutzt werden. Aussicht auf die Ostflanke des Ararat. Kurz vor dem Basecamp der Gipfelroute auf ca. 2.800 m erreicht man eine Hochebene mit fantastischem Blick auf den Hauptgipfel, den Küçük Ağrı (Kleiner Ararat) und die iranische Grenze. Picknick-Mittagessen auf dem grünen Hochplateau und Abstieg (auf demselben Weg) nach Eli. Höhenunterschied 600 m., Schwierigkeit: leicht bis moderat, keine Kletterstellten, aber Trittsicherheit nötig.
Abendessen und Übernachtung Doğubayazıt.
3. Tag:
Fahrt über den Tenderik-Pass mit gewaltigen kilometerlangen Lavamassen und weiter entlang der iranischen Grenze zum Muradiye-Wasserfall (oder auch Karvan Wasserfall), ein beliebtes Ausflugsziel nahe Van. Weiterfahrt zum Van-See in die Stadt Van, die auf 1.650 mumgeben von Gebirgszügen und Ausläufern des Taursgebirges liegt. Am Nachmittag Besichtigung des archäologisch-etnografischen Museums von Van mit der weltweit größten Sammlung von urartäischer Kunst und Artefakten.
Abendessen und Übernachtung Van.
Optionaler, zusätzlicher Tag in Van
Fahrt ca. 25 km südlich von Van zur Besichtigungen der Burg Çavuştepe, die mit der uratäischen Hauptstadt Tushpa verbunden, im Goldenen Zeitalter eines mächtigen Königreichs im 8. Jh. v. Chr. errichtet wurde. Mit der Anlage auf zwei Hügeln über einer weiten, fruchtbaren Ebene ist sie ein Musterbeispiel für uratäische Ingenieurskunst. Weiterfahrt in Richtung Süden nach Güzelsu zur Hosap Burg, die auch Kastell von Mahmudiye genannt wird. Die Anlage wurde Mitte des 17. Jh. von einem Stammesführer der kurdischen Mahmudis auf den Ruinen einer mittelalterlichen armenischen Festung errichtet. Die Festung zwischen dem Van-See und der iranischen Grenze ist einer hervorragendes Beispiel für osmanisch-kurdische Architektur.
Abendessen und Übernachtung Van.
4. Tag:
Am Morgen Besichtigung des Festungsberges von Tushpa, der ehemaligen Hauptstadt des urartäischen Reiches am Ostufer des Van-Sees. Die Anlage besteht aus dem ehem. königlichen Palast, Tempelkomplex, Nekropole und Befestigung und war als Zentrum eines der bedeutendsten Reiche des 1. Jahrtausend. v. Chr. Schlüsselort der altorientalischen Geschichte. Anschließend Fahrt nach Gevas und weiter mit dem Boot zur Ahtamar-Insel. Besichtigung der gleichnamigen armenischen Heilig Kreuz Kirche aus dem 10. Jh., die wegen Ihrer Lage und den sehr gut erhaltenen Reliefs mit Motiven aus dem Alten und Neuen Testament die wohl schönste historische Kirche in Anatolien ist. Andacht bei oder in der Heilig Kreuz Kirche. Anschließend Zeit zur freien Verfügung.
Abendessen und Übernachtung Van.
5. Tag:
Fahrt in Richtung Süden in die fruchtbare Ebene am Fluss Batman mit viel Landwirtschaft, Getreide und Tabakanbau. Über die Stadt Bitlis und Batman geht es weiter bis zum Tigris-Tal in die ehemals mittelalterliche Stadt Hasankeiyf am Tigris, die durch den Bau des Ilisu-Staudamms 2018 geflutet wurde. Einige der historischen Gebäude wurden versetzt, wie z.B. das Zeynel̂-Bey-Mausoleum und das Artuklu-Hamam aus dem 15. Jh. Besichtigung des Staudamm-Museums, dessen Sammlung Exponate von der Altsteinzeit bis in die osmanische Zeit, inklusive archäologischer Artefakte, Münzen, Siegeln und architektonischer Elemente umfasst. Anschließend Weiterfahrt durch die Mardin-Schwelle am Oberen Tigris-Becken in die Mesopotamische Ebene bis nach Mardin.
Abendessen und Übernachtung Mardin.
6. Tag:
Fahrt zum Tur Abdin, dem „Berg der Diener Gottes“, eine 900-1400 m hohe Kalkplateau-Landschaft, in der zwischen dem 4. Jh. und der arabischen Eroberung im 8. Jh. zahlreiche Klostersiedlungen entstanden sind. Besichtigung des syrisch-orthodoxen (jakobitischen) Klosters Mor Gabriel, das seit über 1600 Jahren bewohnt und Sitz des Metropoliten ist. Begegnung und Gespräch mit den Mönchen oder Verantwortlichen im Kloster. Weiter geht es in das Dorf Anitli mit Besuch der Klosterkirche Hadra (Marienkirche), die im 6. Jh. gegründet wurde und früher Sitz des Metropoliten war. Rückfahrt nach Mardin zum syrisch-orthodoxen Kloster Deir-az-Zafaran, ebenfalls aus dem 6. Jh. Am Abend Bummel durch die Gassen der als UNESCO-Welterbe ausgezeichneten uralten Stadt Mardin mit Besichtigung der Großen Moschee Ulu Cami aus dem 12. Jh., die das Stadtbild mit ihrem gelben Kalkstein und flachen, geschnittenen Kuppel und einem filigran verzierten Minarett charakterisiert.
Abendessen und Übernachtung Mardin.
7. Tag:
Fahrt in Richtung Norden nach Diyarbakir, dem historischen Amida, am Oberlauf des Tigris im Herzen Südostanatoliens gelegen und einst Knotenpunkt zahlreicher historischer Handelsstraßen. Die alte und malerische Stadt ist von einer eindrucksvollen mittelalterlichen Stadtmauer umgeben, mit über 5 km eine der größten und besterhaltenen Wehranlagen der Welt. Spaziergang durch den alten Teil der Stadt mit Besichtigung der Zitadelle und der Großen Moschee. Anschließend Besuch in der syrisch-aramäischen Marienkirche (Meryem Ana Kilsesi) aus dem 5. Jh.
Besuch und Begegnung bei der KAMER-Foundation, einer kurdischen Frauenorganisation.
Am Nachmittag Weiterfahrt nach Şanlıurfa (Urfa), dem antiken Edessa.
Abendessen und Übernachtung Şanlıurfa.
8. Tag:
Spaziergang durch die Altstadt von Şanlıurfa mit der Medrese, der Halil Rahmen Moschee, der Geburtshöhle Abrahams sowie dem Teich des Abrahams. Bummel durch den schönen Bazar. Anschließend Besuch im Archäologischen Museum von Urfa, das über 5.000 ausgewählte Stücke ausstellt. Herausragend ist der „Urfa-Mann“, die rund 11.000 Jahre alte, lebensgroße Sandsteinskulptur ist die älteste, bekannte naturalistische Menschenfigur der Welt. Weitere Höhepunkte der Ausstellung sind Originalreste und Rekonstruktionen aus Göbelko Tepe und Nevali Çori. Am Nachmittag Fahrt nach Harran, im Alten Testament als Wohnort Abrahams und seiner Sippe genannt
(1. Mose 11, 31f; 12, 4f). Spaziergang auf dem Siedlungshügel mit Resten der Stadtmauer und der einstigen Festung und den typischen bienenkorbähnlichen Trulli-Häusern von Harran.
Abendessen und Übernachtung Şanlıurfa.
9. Tag:
Fahrt zum beeindruckenden steinzeitlichen Heiligtum von Göbekli Tepe aus dem 9.-10. Jahrtausend, der ältesten bislang entdeckten Tempelanlage der Welt, die seit 1992 von dem Archäologen Dr. Klaus Schmidt ausgegraben wird. Anschließend Fahrt am gewaltigen Atatürk-Stausee entlang nach Kahta und weiter mit Kleinbussen zur römischen Brücke über den Cendere-Fluss. Besichtigung der ehemaligen kommagenischen Residenzstadt Arsameia, am Fluss Nymphaios gelegen. Anschließend Aufstieg (ca. 30 Min., feste geschlossen Schuhe) auf den Gipfel des 2159 m hohen Nemrut Dag zur grandiosen geheiligten letzten Ruhestätte (Hierothesion) des Königs Antiochos I von Kommagene (1. Jh. v.Chr.). Zum Sonnenuntergang Besichtigung der kolossalen Götterfiguren und Reliefs auf der Ost- und Westterrasse des Heiligtums.
Abendessen und Übernachtung Kahta.
10. Tag:
Fahrt zu einem Aussichtspunkt am gewaltigen Atatürk-Stausee am oberlauf des Euphrat, einem der größten Wasserbausprojekte der Türkei und geografisch, wirtschaftlich und politisch von großer Bedeutung. Transfer zum Flughafen Adyaman und Rückflug mit Turkish Airlines über Istanbul nach Deutschland.
Leistungen:
- Flüge Deutschland – Istanbul - Erzurum und Adyaman – Istanbul Deutschland inkl. Steuern und Gebühren
- Übernachtungen in guten Mittelklassehotels in Doppelzimmern mit Bad/Dusche und WC
- Halbpension (Frühstück/Abendessen)
- Picknick-Mittagessen am 3. Tag
- Deutschsprechende, qualifizierte Reiseführung
- Eintrittsgelder
- Bootsfahrt zur Ahtamar-Insel
- Kleinbusse am Nemrut Dag
- Transfers und Besichtigungsfahrten
- Audioguides
- Sicherungsschein für Pauschalreisen
Nicht enthalten:
- Landesübliche Trinkgelder
- Reiseversicherungen
Preiskategorie III: ca. € 1.500,-- bis € 1.750,-- p.P. im Doppelzimmer
ab 26 Teilnehmenden in der Zwischensaison, inkl. 1 Freiplatz im Einzelzimmer
Dieses Reiseprogramm ist eine bewährte Route unserer Gruppen-Kulturreisen, die Sie gerne nach Ihren Wünschen und Vorstellung für Ihre Gruppe anpassen, erweitern oder kürzen können. Fragen Sie uns auch nach den aktuellen Flugverbindungen, die wir selbstverständlich und nach Möglichkeit Ihrem Heimatort entsprechend anpassen. Gerne erstellen wir für Ihre Kirchengemeinde, VHS, Chor, Verband, Akademie, Universität, landwirtschaftliche Gruppe oder den Familien- und Freundeskreis ein individuelles Angebot zu Ihrem Wunschtermin. Ab 10 Personen sind Sie schon eine Gruppe.
Wir beraten Sie gerne unter Tel 069-9218790.