Aserbaidschan - Gruppenreisen und Studienreisen nach Maß
Land des Feuers zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer
1. Tag
Linienflug von Deutschland nach Baku, der am Kaspischen Meer gelegenen Hauptstadt Aserbaidschans. Begrüßung durch die Reiseleitung und Transfer zum Hotel.
Abendessen in einem landestypischen Restaurant mit traditioneller Küche.
Übernachtung Baku.
2. Tag
Start der Besichtigung in Baku mit der Allee der Märtyrer, wo den Opfern der Unabhängigkeitsbewegung von 1990 gedacht wird. Vom Denkmal oberhalb der Altstadt neben den drei ikonischen Flammentürmen hat man einen herrlichen Blick über Baku. Anschließend Fahrt in die von einer Stadtmauer umgebenen, mittelalterlichen Altstadt mit ihrem Labyrinth aus engen Gassen, Moscheen, Karawansereien und dem Palast von Shirwan Shah aus dem 15. Jh., der zum UNESCO-Welterbe zählt. Besichtigung des Palast-Ensembles mit dem eigentlichen Wohnpalast und heute Museum, der Shah-Moschee, dem Grabmal des Seyid Yahya Bakuvi, dem Murad-Tor, dem Versammlungshaus und dem Badehaus. Von hier aus geht es weiter zum Jungfrauenturm Qiz Galasi aus dem 12. Jh., von dessen Dach sich ein Panorama auf das Kaspische Meer und den kilometerlangen Baku Boulevard eröffnet. Jenseits der Altstadtmauern breitet sich das Baku des 19. Jh. u. a. mit den über 100 imposanten, neogotischen Villen der Ölbarone aus, die zur Zeit des Ölbooms von 1870 bis 1914 errichtet wurden. Spaziergang durch die Fußgängerzone rund um den Fontänenplatz und in der Nezami-Straße mit vielen Geschäften, Cafés, Restaurants und Souvenirverkäufern.
Am Nachmittag Zeit zur freien Verfügung, um z. B. am Baku Boulevard entlang des Kaspischen Meers zu promenieren. Ein Grünstreifen mit Pflanzenarten aus Aserbaidschan und Europa trennt die Küste und den Boulevard von der Verkehrsachse Neftçilar Prospekti. Lohnend ist ein Besuch im Teppichmuseum, dessen Gebäude einem aufgerollten Teppich ähnelt, oder der Besuch der Caspian Waterfront Mall mit spektakulärer Architektur und Venedig-Ambiente. Interessant sind auch das Zentrum für zeitgenössische Kunst, das Stone Chronicle Museum oder das Schiffsmuseum.
Abendessen in einem Restaurant mit traditioneller Küche.
Übernachtung Baku.
3. Tag
Ausflug auf die nahegelegene Absheron Halbinsel, wo die industrielle Erdölförderung im Jahr 1870 begann und die Landschaft aus Ölfeldern und Industriebrachland besteht. Durch Absherons exponierte Lage ist die Halbinsel auch Land der mittelalterlichen Festungsanlagen, der islamischen Heiligtümer und Land der Zoroastrier. Besichtigung des Feuertempels Ateshgah aus dem 17./18. Jh. und Einführung in die Grundgedanken Zarathustras, einer Religion, die bis in unsere Zeit im Mittleren Osten das Denken beeinflusst. Weiterfahrt zum Yanar Dag, dem „brennenden Berg“, wo sich schon seit dem Altertum ein faszinierendes Schauspiel brennenden Erdgases bietet. Weiter geht es zum Fotostopp bei der mittelalterlichen Befestigungsanlage von Ramana. Rückfahrt nach Baku entlang der alten Ölfelder mit unzähligen Ölpumpen.
In Baku Besuch des Kulturzentrums, dessen spektakulärer Bau mit fließenden Formen von Zaha Hadid entworfen wurde und oberhalb eines terrassierten Parks steht. Es beherbergt u. a. das Nationalmuseum mit permanenten und wechselnden Ausstellungen. Anschließend Möglichkeit zum Besuch der deutschen evangelischen Gemeinde und Gespräch mit dem Pfarrer und Gemeindegliedern.
Optional: ca. 30-minütige Bootsfahrt entlang der Bucht von Baku, von der man einen herrlichen Blick auf die Skyline der Stadt hat.
Abendessen in Baku in einem Restaurant mit traditioneller Küche.
Übernachtung Baku.
4. Tag
Fahrt nach Nordwesten in Richtung Kaukasusgebirge durch eine karge vegetationslose Landschaft in die ehemalige Molokanensiedlung Maraza (heute heißt die Stadt Gobustan). Diese Gemeinschaft des spirituellen Christentums bzw. der Altgläubigen wurde in der Zarenzeit in den Kaukasus vertrieben. In der Nähe von Maraza Besichtigung des zweistöckigen Diri-Baba-Mausoleums aus dem 15. Jh., das halb in eine Felsenhöhle eingebaut wurde, und wurde heute ein Pilgerort ist.Weiterfahrt zu den grünen, dicht bewaldeten Hängen bis nach Shamakhi, einstmals blühende Hauptstadt des Shirwan Shahs und Besichtigung der historischen Juma-Moschee, eine der ersten Moscheen im Kaukasus, deren Ursprünge im 8. Jh. liegen. Unweit über der Stadt liegt malerisch ein schöner Mausoleum-Friedhof. Anschließend Besuch auf einem Bauernhof, wo Milch- und Fleischprodukte hergestellt werden und man das Leben auf dem Land ein wenig kennenlernen kann. Mittagsimbiss mit Verkostung der lokalen Spezialitäten. Weiter geht es zur alten Ortschaft von Nic (Niedsch), ehemals Zentrum der albanischen christlichen Kirche und traditionelle Heimat der Uden. Treffen mit dem Pfarrer oder einem Vertreter, der über die vorchristlichen Traditionen und zoroastrischen Einflüsse erzählt. Weiter geht es entlang der saftig grünen Südhänge des Großen Kaukasus nach Sheki, das mit seinen Sehenswürdigkeiten und seinem milden Klima einem orientalischen Kurort gleicht.
Abendessen in einem Restaurant mit traditioneller Küche.
Übernachtung Sheki.
5. Tag
Besichtigung der historischen Festung mit dem legendären Sommerpalast des Sheki Khan, dessen Innenräume mit fantastischen Fresken und Buntglasfenstern geschmückt sind und er deshalb zum UNESCO-Welterbe zählt. Anschließend Rundgang in der Befestigungsanlage mit Besuch des kleinen ethnographischen Museums und einer Werkstatt, in der die Handwerkstradition der Shebaka-Buntglasfenster gezeigt wird, die ohne Klebstoffe und Nägel hergestellt werden. Darüber hinaus gibt es landestypische Musikinstrumente sowie Souvenirs, Seidentücher und Schmuck zu kaufen. Danach Fahrt mit PKWs in das naheliegende Bergdorf Kish mit seiner Museumskirche aus dem 12. Jh., die der Überlieferung nach auf den hl. Elishe zurückgeht, der hier im 1. Jh. ein spirituelles Zentrum zur Aufklärung der Völker des Ostens gegründet haben soll. Mittagessen im danebenliegenden Restaurant. Am Nachmittag freie Zeit in Sheki.
Abendessen in einem Restaurant mit traditioneller Küche.
Übernachtung Sheki.
6. Tag
Am Morgen Bummel über den herrlichen Teze-Bazar in Sheki. Anschließend Fahrt auf einem Teilstück des Asian Highway 5, einer Trasse der neuen eurasischen Landbrücke, die von Shanghai bis nach Edirne in der Türkei führt. Über Gänja geht es weiter nach Göygöl auf den Spuren der deutschen Siedler in Aserbaidschan. Göygöl wurde 1819 als Helenendorf von protestantischen Schwaben gegründet, die sich mit Erlaubnis des Zaren Alexander I. hier ansiedeln durften. Spezialisiert auf Weinbau brachte es der kleine Ort zu Wohlstand und Bekanntheit. Spaziergang durch die wohlangelegten Straßen vorbei an Kolonistenhäusern, oft noch mit den Namen der ehemaligen Bewohner versehen, zur Besichtigung des Hauses von Victor Klein, dem letzten Nachfahren der schwäbischen Siedler. Weiter geht es zur St. Johannes-Kirche, heute Museum, und zum Rathaus, ehemals Gästehaus der Winzerfamilie Vohrer. Anschließend Fahrt zum Friedhof, wo Victor Klein 2007 neben seiner Urgroßmutter Louise beigesetzt wurde. Viele der Namen auf den Grabsteinen zeugen von der schwäbischen Heimat. Der nächste Besuch ist in einer nahegelegenen Weinkellerei mit Verkostung einiger der zahlreichen autochthonen Rebsorten inklusive Mittagsimbiss. Schon Herodot berichtete von einer hochentwickelten Weinkultur in der Gegend und zur Zeit der UdSSR war Aserbaidschan deren zweitwichtigster Weinproduzent.
Am Nachmittag Fahrt nach Gänja, im 12. Jh. Geburtsort von Nezami, dem bekanntesten Dichter des Landes, im Mittelalter bedeutendes Kultur- und Handelszentrum und heute zweitgrößte Stadt Aserbaidschans. Besichtigung der nördlich von Gänja gelegenen Imamzade-Moschee mit Mausoleum aus dem 8. Jh., das über dem Grab des Sohnes des fünften Imams der Schiiten errichtet wurde. Anschließend Rundgang im Zentrum der Stadt mit Besichtigung der Shah-Abbas Moschee und einem Badehaus aus dem 17. Jh. Spaziergang durch die Fußgängerzone und vorbei am Drama-Theater, das Ende des 19. Jh. von einem Deutschen erbaut wurde, zur ehemaligen Karawanserei und zum Rathaus.
Abendessen in einem Restaurant mit traditioneller Küche.
Übernachtung Gänja.
7. Tag
Besichtigung des Nezami-Mausoleums, das vor den Toren der Stadt liegt. Weiterfahrt in Richtung Kaspisches Meer in den Nationalpark von Qobustan zu einem steinzeitlichen Areal mit ca. 40.000 Felszeichnungen und Gravuren, die zwischen 5.000 und 40.000 Jahren entstanden sind und zum UNESCO-Welterbe zählen. Anschließend Fahrt zu den nahegelegenen Schlammvulkanen, einer morphologischen Besonderheit, die in Aserbaidschan gehäuft auftritt. In mondlandschaftsähnlicher Umgebung sieht man blubbernde, kleine Schlammvulkane, die durch die geologischen Faltungsprozesse und dem Untergrund mit Methangasvorkommen entstanden sind. Weiter geht es entlang des Kaspischen Meers nach Baku, vorbei am großen Transkaukasischen Pipeline-Terminal, das Rohöl 1768 km weit über Tiflis bis in die Südtürkei nach Ceyhan ans Mittelmeer pumpt.
Abschieds-Abendessen mit aserbaidschanischen Spezialitäten und einer Vorführung traditioneller Volkstänze.
Übernachtung Baku.
8. Tag
Transfer zum Flughafen von Baku. Linienflug von Baku nach Deutschland.
Leistungen
- Flüge Deutschland – Baku – Deutschland, ggf. mit Umsteigen, inkl. Steuern und Gebühren
- Übernachtungen in guten Hotels der landesüblichen 4* Kategorie in Doppelzimmern mit Bad/Dusche und WC
- Halbpension (Frühstück/Abendessen)
- Mittagessen auf einem Bauernhof bei Shamaki
- Mittagessen in Kish
- Deutschsprechende, qualifizierte Reiseführung
- Eintrittsgelder
- Weinprobe und Imbiss in Göygöl
- Begegnung mit der albanischen Gemeinde in Nic
- Begegnung mit der deutschen ev. Gemeinde Baku
- Vorführung traditioneller Volkstänze in Baku
- Bustransfers und Besichtigungsfahrten
- Sicherungsschein für Pauschalreisen
Nicht enthalten
- Landesübliche Trinkgelder
- Visum und Beschaffungskosten
- Bootsfahrt entlang der Bucht von Baku
- Reiseversicherungen
Einreisebestimmungen
Der Reisepass muss für deutsche Staatsangehörige noch 6 Monate über das Reiseende hinaus gültig sein.
Für die Einreise ist ein E-Visum erforderlich.
Preiskategorie V: ca. € 2.000,-- bis € 2.250,-- p.P. im Doppelzimmer
ab 26 Teilnehmenden in der Zwischensaison, inkl. 1 Freiplatz im Einzelzimmer
Dieses Reiseprogramm ist eine bewährte Route unserer Gruppen-Kulturreisen, die Sie gerne nach Ihren Wünschen und Vorstellung für Ihre Gruppe anpassen, erweitern oder kürzen können. Fragen Sie uns auch nach den aktuellen Flugverbindungen, die wir selbstverständlich und nach Möglichkeit Ihrem Heimatort entsprechend anpassen. Gerne erstellen wir für Ihre Kirchengemeinde, VHS, Chor, Verband, Akademie, Universität, landwirtschaftliche Gruppe oder den Familien- und Freundeskreis ein individuelles Angebot zu Ihrem Wunschtermin. Ab 10 Personen sind Sie schon eine Gruppe.
Wir beraten Sie gerne unter Tel 069-9218790.
| 8 Tage | Land des Feuers zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer |
| 12 Tage | Georgien und Aserbaidschan: Uralte Kulturländer zwischen Schwarzem Meer und Kaspischem Meer |